Web 2.0: Nichts für Kontroll-Freaks

powerplantDer Gebrauch von Web 2.0 Tools in Unternehmen bringt messbare Geschäftsvorteile – darunter mehr innovative Produkte und Services, effektiveres Marketing, leichterer Zugang zu Wissen, niedrigere Geschäftskosten und last not least höhere Umsätze. Dabei gilt offenbar: Viel hilft auch viel. Unternehmen, die das Web 2.0 intensiv nutzen, profitieren nach eigenen Angaben auch am stärksten. Die am stärksten genutzten Tools sind dabei Videosharing, Blogs RSS, Social Networking und Wikis. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen McKinsey-Studie „How companies are benefiting from Web 2.0“. Die Ergebnisse verdanken die Berater etwa 1700 befragten Business-Verantwortlichen weltweit, von denen 69 Prozent nicht nur die obige Aussage bestätigten, sonder auch mehrheitlich erklärten, trotz Krise weiter in Web 2.0 investieren zu wollen.

Manche, die jetzt sagen wollen, `klar, habe ich immer schon gewusst´ sollten sich allerdings lieber auf die Zunge beißen, wenn sie nicht wissen, wie die Web-2.0- affinen Unternehmen diese Erfolge systematisch vorbereiten. Sie sollten vorher den ebenfalls von McKinsey stammenden Beitrag „Six ways to make Web 2.0 work“ lesen. Denn Vorbereitung, große Aufmerksamkeit und eine plausible Argumentation sind zweifelsfrei notwendig, um die Verwendung von Web 2.0 Technologien in Unternehmen erfolgreich zu nutzen.

Erfolgsentscheidend sind unter anderem die weit gehende Aufgabe von Kontrolle; die Nutzer entscheiden zu lassen, wofür sie welche Tools einsetzen und die Integration der passenden Werkzeuge in die tägliche Arbeit der Nutzer. Vor allem das Aufgeben von Kontrolle dürfte für die meisten Manager ein schwierige Übung sein. Schließlich werden sie auch dafür verantwortlich gemacht, wenn etwas schief geht. Das gilt auch in Netzwerk orientierten Unternehmen. Die einzige Möglichkeit für Manager, diese neuen Collaboration-Werkzeuge zu etablieren, die bei sehr geringen Kosten und kurzem Implementierungsaufwand hohen Nutzen für die Unternehmen stiften, besteht darin, sie selbst anzuwenden, viel darüber zu reden und Kollegen sowie Mitarbeiter zu unterstützen, das Gleiche zu tun.
Überzeugen statt zwingen ist übrigens eine sehr erfolgreiche Managementmethode, die allerdings aufgrund ihrer Aufwendigkeit in letzter Zeit seltener angewendet wird. Vielleicht verhilft ihr das Web 2.0 zu einer Renaissance, schon damit – selbst wenn die Unternehmen nicht alle beschriebenen Vorteile des interaktiven Internet realisieren könnten – wäre viel gewonnen.

Foto: Marcin Wichary

3 Gedanken zu „Web 2.0: Nichts für Kontroll-Freaks“

  1. Benjamin Joffe von Plus Eight Star wird heute in der „International Herald Tribune“ mit einem denkwürdigen Satz zitiert:

    „Social networking is just a way to get people together, but if you want revenue, you have to sell them something.“

    Anders ausgedrückt: Du kannst Web 2.0 machen, bis du der beliebteste Anbieter der Welt bist, und trotzdem pleite gehen, weil du keine Ahnung hast, wie man damit Geld verdient.

    Stimmt!

  2. Ich glaube fest an einen Mittelweg zwischen dem „Beliebtesten Pleitier im Social Web“ und dem „reichsten Arschloch der Welt“ 😉
    Man muss nicht immer verkaufen, aber man sollte auch nicht NUR connecten und socializen

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