Schlagwort-Archive: Wulff

Wie die Faust auf’s Auge

Unvergesslich der Gentleman, den bei seiner Hinrichtung angesichts des Henkers hauptsächlich eine Sorge plagt – die Frage „Was gibt man dem Mann?“ Diese Geschichte wurde schon so vielen Menschen zugeschrieben, daß es sich klar um eine urbane Legende handelt, einen neuzeitlichen Mythos. Oft wird erwähnt, bei dem Delinquenten habe es sich um einen Snob gehandelt. Das sehe ich anders. Der wahre Gentleman denkt einfach an alles, und wo man nicht auf Erfahrung zurückgreifen kann, steigt das Risiko, eine Peinlichkeit zu begehen. Das ist bei Hinrichtungen so, das ist beim Ausscheiden aus dem Amt des Bundespräsidenten nicht anders. Kaum jemand macht diese Erfahrung zweimal.

Wiebitte? Schon wieder ein Wulff-Artikel? Nein, keine Sorge, mir geht es wie allen: Ich mag den Namen dieses Menschen nicht mehr hören. Weiterlesen

Genug gewulfft, jetzt wird gegaukelt…

Die Zeiten waren hart, die Menschen froren und hungerten. Der Krieg war verloren,  der Winter 1946 einer der kältesten. In seiner berühmten und viel zitierten Silvesterpredigt sprach der Kölner Kardinal Joseph Frings zu seinen Gläubigen:
„Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der Einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“

Fringsen, was das Zeug hält. Foto: Deutsches Bundesarchiv

Mit diesen Worten, für die er sich vor der britischen Militärbesatzung verantworten musste, gab er dem Diebstahl von Lebensmitteln vor allem aber von Briketts den kirchlichen Segen. Schnell machte das Wort vom „Klüttklau“ im Kölnischen die Runde, und schon bald gab es für das kirchenmoralisch sanktionierte Stehlen von Heiz- und Lebensmittel ein neues Wort: Fringsen. Heute ist der Begriff aus der Mode gekommen, er droht, dem aktiven Sprachschatz verloren zu gehen.

Selten genug kommt es vor, dass ein Verb sich direkt auf den Eigennamen eines Menschen ableiten lässt, dass dieser mit seinem Namen für eine bestimmte Tätigkeit steht. Bei Markenartikeln ist das schon wieder anders: Während der Nachbar seine Einfahrt kärchert, sitze ich vor dem Rechner: Ich muss dringend etwas googlen.
Nun aber gibt es seit Januar ein neues Verb, das zumindest zeitweilig Verwendung findet. Nun also wulffen

Weiterlesen

Vicky Liecks deckt auf: Bei Wulff-Nachfolge läuft alles auf Hans Czyslansky zu

Schloss_Bellevue

Noch am Freitag Abend trafen sich die Spitzel der Parteien im Hinterzimmer des Berliner Restaurants Borchardt bei Schnitzel und Kartoffelsalat zur ersten Beratung um eine Nachfolgelösung für den zurücktretenden Christian Wulff. Mutti hatte eingeladen und alle waren gekommen: Philipp Rösler für die FDP, Sigmar Gabriel für die SPD, Horst Seehofer für die Bayern, Linksaußen Klaus Ernst und Jürgen Trittin für die Grünen. Exklusiv hat Vicky Liecks dem Czyslansky-Blog ihre vertrauliche Mitschrift zugespielt, aus denen wir die interessantesten Passagen hier vorlegen. Unkommentiert, ungeschminkt, unglaublich.

Weiterlesen

The Queen, you get what you pay for …

Zum heutigen 60. Thronjubiläum der Queen schliesst die TAZ ihren sehr lesenswerten Artikel mit folgendem Satz:

… Wenn die Briten über den Kanal blicken, sehen sie Nicolas Sarkozy und Christian Wulff – und schätzen sich glücklich.

Quelle: Wikipedia - Foto: NASA

Die Briten erleben seit 60 Jahren ein Staatsoberhaupt, das beständig und pflichtbewusst, überparteilich und diskret ihren Dienst tut. Eine Ikone der Verlässlichkeit und Stils – und was haben wir? Christian Wulff, ein profilloses Milchgesicht mit Kredit-, Immobilien-, Auto-, Flugupgrade und sogar Bobbycar-Affären.

Die Queen lässt sich in ihrem Rolls-Royce Phantom VI, der zu Ihrem 25 Thronjubiläum, extra für Sie entwickelt wurde, herumchauffieren.
Das zeigt mal wieder, dass wenn man sich ein vernünftiges Autos schenken lässt, man auch mindestens 35 Jahre Freude daran hat.

Phantom

Quelle: Wikipedia

Ich wage zu bezweifeln, dass irgend ein Q3-5 oder 7 aus Ingolstadt da mithalten kann. Ich weiss auch nicht, ob der PriStaatsoberhauptnce of Wales ein Bobbycar hatte, vermutlich war es eher ein Schaukelpferd auf dem er seine spärliche kindliche Freizeit verbrachte, eines auf dem schon sein Urgroßvater saß und irgendwann seine Urenkel reiten werden.

Fakt ist, dass jeder genau das Staatsoberhaupt hat, dass er verdient. Unsere Schnäppchen – Geiz ist geil – Mentalität beschert uns eben unseren Billig-Präsidenten – eine ordentliche Monarchie kostet ja SO VIEL GELD!!!! Schon allein die Hochzeiten …

You get what you pay for, GOD SAVE THE QUEEN!

 

Wulffitäten und echte Skandale

Der Skandal Wulff hört nicht auf. Er hat kein Ende. Er hat das gemeinsam mit dem Limes von 1 durch n für n gegen unendlich. Der erreicht sein Ende auch nie und wird dabei ebenfalls beliebig klein. Winzig. Unbedeutender als unbedeutend. Aber er hört nicht auf, wie gesagt, immerhin.

n steht hier sowohl für die Zeit, die verstreicht, als auch für die Anzahl der Meldungen. Die neueste Meldung: Die Wulffs haben ein spezielles Auto gekriegt und das für wenig Geld. Nachzulesen aktuell im Spiegel online, um das Auto ging es bereits im Januar schon mal. Die Wulffs haben ein (hässliches) 30.000-Euro-Auto für 850 Euro im Monat, was einen gewissen Seltenheitswert hat und jemand hat ihnen ein Bobbycar geschenkt. Das ist ja … das ist was? Ach so, klar, EIN SKANDAL.

Was genau ist der Skandal? Weiterlesen