Schlagwort-Archive: Weihnachten

Ich habe getwichtelt – Ein Erfahrungsbericht (Teil: 3)

„Ja…“
„Ja. Ich auch!“
„Ja klar“
„Ja. Ich auch!“
„Hab ich“

Ein paar Tage lang tauchen in meiner Timeline bei Twitter merkwürdige Meldungen auf. Die, die beim Twichteln mirgemacht haben, haben der Organisatorin erst bestätigt, dass sie ihr Päckchen abgeschickt haben, dann haben sie sich gemeldet, dass sie ebenfalls ihr Päckchen bekommen haben.

„Ja, hab ich…“, twittere ich, denn ich habe auch mitgemacht. Nach meinem Entschluss, beim Twitter-Wichteln teilzunehmen habe ich Mitte Dezember mein Päckchen fertig gemacht und zur Post gegeben. Seitdem habe ich auch darauf gewartet, dass der DHL-Bote oder Briefträger mir ein Päckchen von einem unbekannten Absender liefert. Das kam dann auch. Sie hat nicht nur ihre Adresse vermerkt sondern auch ihren Twitter-Nickname. Daran habe ich irgendwie gar nicht gedacht, als ich mein Geschenk abgeschickt hae Der Empfänger weiß möglichweise noch immer nicht, dass ich es war, der ihn beglückt hat.
Weiterlesen

Ich twichtle – Ein Erfahrungsbericht (Teil: 2)

20141130_145622Spontan und auf der Suche nach einer netten, weihnachtlichen Story für Czylansky habe ich mich im November beim Twitter-Wichteln – kurz twichteln – angemeldet.
Ich werde twichteln schrieb ich und war neugierig, was denn dabei herauskommen würde.

Nun: Zunächst habe ich den Twitternamen und die Adresse eines mir vollkommen fremden Menschen bekommen. Wobei: Vollkommen fremd ist mir dieser Mensch nicht, denn wir folgen uns bei Twitter gegenseitig. Das heißt: Wenn es einigermaßen gut geht, liest dieser Mensch, nennen wir ihn H., meine Tweets und ich lese seine. Das aber passiert eher unregelmäßig und vor allem zufällig, wenn ich mal bei Twitter bin und H. gerade was geschrieben hat, dann taucht das bei mir in der Timeline auf. Ich habe mir abgewöhnt, halbe Ewigkeiten zu scrollen und nachzulesen oder einzelne Twitterer aufzurufen und mich durch deren Tweets durchzugraben. Dazu ist es zu viel geworden. So funktioniert es auch ganz nett: Tür aufreißen, reinschauen, eine Runde mitkreischen, Tür zu.
Nun aber ist es anders. Ich durchstöbere H.s Tweets auf der Suche nach Hinweisen. Was schenke ich diesem Menschen? Vielleicht finde ich in den Tweets oder in den Bildern, die er hoffentlich hochgeladen hat, ein paar Spuren.
Mann, ist das spannend. Herr P. (also ich) wird ein Profiler. Mosaikstein um Mosikstein baue ich mir H.s Profil zusammen. Natürlich erfahre ich, wo er wohnt (ok, das wusste ich aus der Mail der Veranstalterin). Aber ich weiß jetzt auch, wohin er in Urlaub fährt, wo er sich rumtreibt, welche Hobbys er hat, ob er ein Tier hat (ich glaube schon) usw. usw. Und ob H. ein Mann oder eine Frau ist (aber das verrät das Avatarbild sowieso, das ist ein Portrait, und ich bin sicher, dass ist H. selbst). Und plötzlich verstehe ich auch seinen Twitternamen, der sich aus dem Realnamen herleiten lässt. Mann… ich geh zur Kripo.
Aber ich bin kein Profiler. Ich bin ein Stalker wenn auch mit ehrenhaften Absichten. Irgendwann nämlich entdecke ich ein Foto auf Instagram, dass H. hochgeladen hat. Es zeigt etwas Nettes versehen mit dem Satz „So etwas hätte ich auch gerne“.
Den Rest macht Google. Ich finde das Produkt, bzw. ein Ähnliches. Um es zu bekommen, muss ich mich in einem eher sonderbaren Shop anmelden. Was es nicht alles gibt… ok, mach ich auch das. Das Teil gibt’s weder bei Amazon noch bei ebay und ich werde ganz sicher nicht kreuz und quer durch die Stadt laufen, um ein Geschäft zu finden.

20141211_202259Das Geschenk garniere ich noch mit meinem neuen Buch. Damit ich die Regeln einhalte und nicht über Budget komme, wird das als Privatentnahme notiert. 10 Euro sind die Obergrenze und daran halte ich mich (nun ja… fast).

Als ich das alles verpacke und das Papier glattziehe, komme ich mir ein wenig wie in einem RTL-Scripted-Reality-Format vor. So wie die frauensuchenden Bauern, die die Bettlaken extra gerade ziehen, die bauernsuchenden Frauen, die Irgendwas voller Hingabe als Mitbringsel packen… so viel Liebe, so viele Erwartungen, so viel Emotionen in einer winzigen Geste.
Natürlich bin ich weder Bauer noch Frau, suche weder das eine noch das andere, aber ich bin überrascht, wie wichtig mir das geworden ist, das mein Geschenk ankommt. Also lege ich einen Screenshot des Instagram-Fotos dazu und wünsche viel Freude mit dem ersehnten Teil. Und ich hoffe, mein Twitter-Wichtel-Gegenüber weiß das auch zu würdigen.
Ab jetzt schaue ich täglich in die Post nach Päckchen sonderbarer und unbekannter Herkunft. Wann kommt mein Twichtelgeschenk? Und was wird es sein?
Ich bin so gespannt, denn Post kommt reichlich. Auch Päckchen. Aber das sind alles Sachen, die ich selbst zum Verschenken bestellt habe, einiges bei Amazon Marketplace.

Ich will aber auch ein Geschenk. Verdammt. Ich bin so aufgeregt. Das ist ja wie Weihnachten…

 

Ich werde twichteln – Ein Erfahrungsbericht (Teil: 1)

Wichteln ist ja nun nicht so nach jedermanns Geschmack. Zumindest nicht nach meinem. Vor allem nicht in Zusammenhang mit Weihnachten. Nur kann man sich, findet dieses Wichteln im Kollegenkreis oder im Verein statt, selbigem nur schwer entziehen. Mit etwas Glück läuft das ganze komplett anonym, das heißt, man deponiert sein Geschenk auf dem Gabentisch oder im großen Wichtelsack, wählt später ein Anderes und alles ist gut. Mit weniger Glück erfährt man im Vorfeld, wen man zu beschenken hat (oft ausgelost) und kann dann bei der Geschenkebeschaffung etwas persönlicher werden; oder, wenn der Schenkende anonym bleibt, allzu persönlich. Dann gehört es zu den besonderen Herausforderungen auf den Weihnachtsfeiern, herauszubekommen, wer einem das äußerst geschmackvolle Wichtelgeschenk verpasst hat. Sollten Sie noch nie Zeuge einer solchen Weihnachtsfeier gewesen sein, dann finden Sie hier eine eindrucksvolle Schilderung, die Ihnen sicher viel Appetit auf solche Festivitäten macht… oder auch nicht. Trotz aller Vorbehalte werde ich dieses Jahr wichteln. Obwohl ich das Ganze eigentlich nicht mag. Aber dieses Wichteln ist anders. Es findet digital statt: Auf Twitter. Folglich heißt es auch nicht wichteln sondern twichteln. Zufällig entdecke ich einen Tag vor Anmeldeschluss einen Account, über den ein twitterliches Weihnachtswichteln organisiert wird. Das macht mich neugierig: Screenshot_2014-11-07-17-52-22 Da meine Neugier geweckt ist, schaue ich mir die Teilnahmebedingungen vom Vorjahr an, die bis auf das Datum übernommen wurden. Spontan melde ich mich an. Weiterlesen

Wohnen Sie auch in einem Logistikzentrum?

(Quelle: swisslog)

Warum ähnelt eigentlich mein Wohnzimmer immer mehr einem Hochregallager? Und das hat gar nichts mit Weihnachten zu tun. Oder zumindest fast nichts. Eher schon mit der Tatsache, dass man früher zum Einkaufen in ein Geschäft ging, später das Geschäft zu mir nachhause kam, und neuerdings die Hersteller bei mir zuhause ihre Zwischenlager einrichten.

Schuhe („traumhaft – gerade im Angebot“), Handtaschen („echt günstig“), Kleider („das war vorher viel viel teurer“) stapeln sich heute turmhoch in allen Ecken. Dabei schaffen Frauen es spielend die Logistik auch ohne IT-Unterstützung zu optimieren. Links der Wareneingang, rechts die geplanten Rücksendungen (gefühlt rund 90 %). Bis vor einem Jahr hätte ich „Zalando“ noch als vom Aussterben bedrohtes südamerikanisches Faultier bei einer Jauchschen 8.000-Euro-Frage durchgehen lassen. Heute kennt man schon die Fahrer aller relevanten Paketzusteller und ihre aktuellen Urlaubsplanungen (der Netteste ist der Lette von TNT).

Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob ich der besten aller Frauen zu Weihnachten ein Hochregalsystem schenken soll? Mit Kragarmregalen und Caddys, farblich abgestimmt auf die Mode der Saison. Sowas muss doch zu bekommen sein.

Moment, es klingelt draußen …

… ah, Herr Skapcek von UPS. Ja, bringen Sie die Kisten einfach rein. Wo die Warenanlieferung ist? Eine Euro-Palette? Passt nicht so einfach durch die Tür?

— N…E…I…N … bitte nicht auf die kleine Schachtel. Das ist doch meine Schallplattenlieferung … H …I…L…F…E …

 

Leute es wird Zeit: Frühzeitig an Weihnachten denken

41% Preisnachlass gewährt mir, so kündigt ein Newsletter an, den ich gestern in der Post habe, ein Online-Versender auf alle Spielzeuge. Damit wir uns richtig verstehen: Es geht um Kinderspielzeug. Das brauche ich zwar nicht, aber ich nehme die Empfehlung trotzdem zur Kenntnis. Vor allem wegen des angehängten Beisatzes: Frühzeitig an Weihnachten denken.
Es ist allerdings  nicht so, dass dieser Hinweis notwendig wäre. Seit Wochen tue ich nichts anderes: Spätestens seit Ferienende erfreue ich mich an Spekulatius, Lebkuchen und Dominio-Steinen im Lebensmittelhandel. Gekauft habe ich sie noch nicht, aber gesehen natürlich schon. Und schon da geht mir das Herz auf. Einer beckenbauer’schen Irritation, die längst schon zum geflügelten Wort geworden ist, bedarf es nicht. „Ja ist denn scho‘ wieder Weihnachten?“.
Nein, ist es nicht, es dauert auch noch. Aber man will ja in diesem Jahr erstmals (also letztlich  wie immer) nicht plötzlich in Stress verfallen und sich endlich mal frühzeitig vorbereiten. Seit Wochen diskutieren wir in der Familie, wie die Weihnachtskarte 2013 aussehen wird. Gleiches gilt für die Firmenweihnachtskarte. Auch hier werden seit geraumer Zeit Konzepte und Lay-Outs erörtert. Weiterlesen

Es weihnachtet sehr – wie haltet ihr es mit der Religion?

Gehört auch ihr zu den Christen, die nicht mit Bestimmtheit sagen können, ob ausser der jährlichen Christ-Mette auch noch andere Veranstaltungen in einer Kirche stattfinden?
Also, hätte ich nicht ein paar Semester Theologie studiert (mit eifrigem Bemüh’n 😉 ) und hätte nicht ein paar Kinder taufen, konfirmieren usw. lassen (ach ja geheiratet hab ich auch kirchlich), ich wäre mir nicht sicher. Auch ich bin ein „Weihnachtskirchgänger“.

Ansonsten liebe ich es Dome, Kathedralen, Klöster und Kapellen als Kunstliebhaber zu bewundern. Neulich war ich mal wieder im Wiener Stephansdom – überwältigend!

Weiterlesen

Czyslansky’s Christmas: Geschenke für Digitalomane

Alle Jahre wieder macht stellt man sich als Anhänger des großen Vordenkers der Digitalität die bange Frage: Was hätte sich Czyslansky zu Weihnachten gewünscht? So auch heuer, und nach wochenlangem Sichten des allfälligen Angebots der Techie-Branche sowie ausführlichen Selbstversuchen bin ich auf drei Dinge gekommen, die unbedingt beim Gadget-Freund unterm Baum liegen müssen.

Lieber röter als töter!

Da wäre zunächst einmal der Simvalley RX-180, das wahrscheinlich roteste Handy der Welt und vermutlich auch das winzigste. Weiterlesen

“Das wünsch ich mir”

Es kommt wieder. Es steht quasi schon vor der Tür. Wie jedes Jahr. Unerbittlich. Man merkt es an den zahlreichen Mailings wohlmeinender Weihnachtsgeschenkeversender, die ihre Grußkarten (handgemalt von türkischstämmigen Minderheiten im Südsudan), Kaffetüten (handgepflückt von alleinerziehenden Nepalesen) und Gedichtbändchen (Werde Du selbst – handgeschriebene Aphorismen burmesischer Zwerggorillas) geplagten Marketingverantwortlichen in E- und Raschel-Mailings anpreisen.

Dabei gibt es so schön schräge Das-wünsch-ich-mir-Präsente. Zum Beispiel das hier:

t4_wifishirt2

Das Wifi Shirt 2.0.

Das hätte Czyslansky sich unter den Gabentisch gelegt, wenn er Weihnachten nicht ignoriert hätte: “Das Wifi Shirt zeigt jederzeit die aktuelle Stärke von 802.11b und 802.11g Netzen in der Umgebung an. Die Anzeige wird durch einen Weichplastikaufsatz realisiert, der mittels Klettverschluss auf dem Shirt befestigt ist. Der Aufsatz wird durch eine Batteriebox mit Strom versorgt, die innen in eine eingenähte Tasche einsetzbar ist.”

Die Arbeitskleidung der Google Street View-Mitarbeiter ist jetzt für jedermann erhält- und erschwinglich. Bei getDigital.

Haben auch Sie einen Tipp für unsere Rubrik “Das wünsch ich mir” – schreiben Sie uns! Unter den besten Einsendungen verlosen wir kein Wifi Shirt 2.0.

Für eine "Bewegung der blogfreien Tage"

blogschokolade

Wie halten Sie’s mit Bloggen unterm Weihnachtsbaum? Zünden Sie geistvolle Tweets an Sylvester? Ich frage dies, weil ich einen Anpfiff meines wertvollen Czyslansky-Kollegen Tim Cole parieren muss und auf der Suche nach Bundesgenossen bin. Er schimpft – das tut er gerne, was uns zumeist als verbitterte alte Männer herzlich verbindet – in einem Mail an die Freunde Czyslanskys über die träge Schreibunlust der Freunde, die diesen Blog – und nicht nur diesen – in den vergangenen beiden Wochen ein wenig verstummen lies: „Mit Weihnachten kann ich jedenfalls dieses beredte Schweigen nicht alleine erklären.“ brummel brummel …

Weiterlesen