Schlagwort-Archive: virales Marketing

Das Wunder von Apple

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Steve Almighty lässt grüßen!

Der Hype um die Vorstellung des neuen Tablet-PC von Apple (so es denn auch ein solcher wird) nimmt langsam schon fast unheimliche Ausmaße an. Steve Jobs hat es meisterhaft verstanden, den Kult um seine Person mit dem  viralen Produktmarketing des Hauses zu verbinden. Von unserem Freund und erklärten Apple-Fan Ossi Urchs bis Johnny Häusler auf Spreeblick: Alle, alle sind begeistert über ein Gerät, das niemand kennt und das – meine Meinung, jedenfalls – auch niemand braucht. Aber das ist ja gerade die große Kunst: Bei möglichst vielen potenziellen Kunden einen Bedarf zu erzeugen, den sie vorher nicht hatten. Und das Witzige ist: Apple schafft das, indem sie einfach gar nichts sagen. Jedenfalls gibt es bis heute (Stand: 15:35 Uhr) keine einzige offizielle Verlautbarung darüber, was Steven Jobs nachher zeigen wird. Wahrscheinlich könnte er auch mit einem Blumentopf auf die Bühne treten – die Apple-Aktie würde raketenartig steigen. Auch wenn ich ebenso erklärtermaßen KEIN Apple-Freund bin, so bin doch auch ich inzwischen ziemlich gespannt. Einfach genial!

Geheimnisvoller Kampfstern

Virales Marketing ist zwar der letzte Schrei, aber im Grunde doch ein alter Hut. Es geht darum, Endverbraucher – vulgo: User – dazu zu bringen, Werbebotschaften eines Anbieters als eigene Empfehlung auszugeben oder, besser, selbstgebastelte Werbebotschaften zu produzieren. „User-generated content“ ist sozusagen die Königsdisziplin dieser noch jungen Branche. Dass dabei gelegentlich von Anbieterseite aus nachgeholfen wird, ist ein offenes Geheimnis. „Seeding“ nennt man das, wenn nämlich die Firma scheinbar von Usern generierte Inhalte so geschickt bei Bloggern oder auf YouTube platzieren, dass alle glauben, sie seien wirklich von Unbeteiligten gemacht, was natürlich die Glaubwürdigkeit immens erhöht.

Ich hatte gestern Abend Gelegenheit, mal hinter die Kulissen dieses noch ziemlich jungen und vor allen ziemlich undurchschaubaren Ablegers der Werbebranche zu blicken. Anlass war ein Vortrag von Dominik Kuhn, dem ungekrönten König des viralen Marketing. Sie kennen Kuhn vielleicht nicht, aber garantiert haben Sie schon einen Link auf seinen berühmtesten viralen Werbefilm, „Todesstern Stuttgart“, irgendwann einmal von einem Bekannten zugemailt bekommen. Es handelt sich um einen Clip aus „Star Wars“, wo ein Kriegsrat des Galaktischen Imperiums in eine fiktive Vorstandssitzung eines schwäbischen Unternehmens verwandelt wird.

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Die ganze Welt tanzt mit

Ich liebe den Begriff „Mitmach-Internet“ (der sehr viel besser als „Web 2.0“ das beschreibt, was gerade im Netz abgeht), aber ich muss gestehen, dass Matt Harding selbst meine kühnsten Erwartungen in dieser Beziehung übertrifft.

Weltentänzer Matt Harding

Matt ist ein pummeliger Allerweltstyp, so einer, der sich auf Parties nicht traut, ein Mädchen aufzufordern und deshalb irgendwo in einer stillen Ecke alleine vor sich hin tanzt. Das heißt: Tanzen kann er eigentlich auch nicht. Statt dessen zuckt er ziemlich ungelenk mit Armen und Beinen wie eine schlecht geölte Marionettenpuppe, die sich am Ententanz versucht. Dazu grinst er, und er tanzt halt eben. Mehr nicht.

Und die ganze Welt tanzt mit. Strassenkinder in Soweto. Kellnerinnen in einer Kneipe in Tokio. Bollywood-Tänzerinnen in Mumbai. Buschmänner auf Papua Neuguinea. Taschenkrebse auf den Weihnachtsinseln. Und Hunderte. Tausende von ganz normalen Passanten auf den Strassen von Madrid oder Montreal, vor dem Eifelturm in Paris oder zwischen den Wasserfontänen eines Springbrunnens in Atlanta.
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Schalentiere werben für Potenzmittel

Alles, was unsere Aufmerksamkeit erregt wird von Werbern genutzt, um uns mit Reklame zu bombardieren. Werbung folgt uns überall hin. Wenn es genügend Taucher gäbe, wären die schönsten Korallenriffe der Welt begehrte Werbeumfelder. Dann würden Schalentiere auf ihrem Rücken für Potenzmittel werben oder für Verhütungsmittel (Condomi), Barsche würden Fähnchen hinter sich herziehen, auf denen die Vorzüge der neuesten Bademode beschrieben stünden und Haie trügen schwarze Schriftzüge auf weißem Bauch, die den dahin ziehenden Taucher für Kickboxen als Aggressionsventil gewinnen wollen. Weiterlesen