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R2-D2s böser Bruder

    „R2 ist ein guter Droide“      — Anakin Solo über R2-D2

„R2 ist ein guter Droide“
(Anakin Solo über R2-D2)

R2-D2 (sprich: err-zwo deh-zwo), oft auch nur R2 genannt, war ein Astromechdroide der R2-Serie. Wie uns die Autoren von Jedipedia freundlicherweise erinnern war er gemeinsam mit seinem Partner C-3PO einer der Stars von Star Wars und als solcher in zahlreiche bedeutende Ereignisse der galaktischen Geschichte von den letzten Tagen der Alten Republik bis zur Zeit der Galaktischen Allianz involviert.

R2-D2 war, wie der Jedi-Ritter Anakin Solo, der Enkel von Anakin Skywalker, einmal sagte, ein „guter Droide“. Ich weiß nicht, ob man dereinst das gleiche sagen wird über K5, das neue Geisteskind von Santana Li und Stacy Dean Stephens, die Gründer von Knightscope, einem Silicon-Valley-Startup, wo man heute Nachmittag einen „autonomen Datensammler“ vorstellen will, der die Nachtwächter dieser Welt überflüssig machen könnte.

K5 sieht seinem Vetter R2 verdammt ähnlich, aber das ist eigentlich nur Zufall. Wahrscheinlich waren die Designer von Star Wars einfach ihrer Zeit voraus, denn tatsächlich ist ein kleiner, runder Roboter, der aussieht wie ein Papierkorb auf Rädern, ideal geeignet, um Wachdienst zu schieben, beispielsweise in einer Fabrikanlage. Und dafür ist er auch gedacht: Er soll unermüdlich Tag und Nacht durch die Räume wandern, und zwar selbstgesteuert, so ähnlich wie der Staubsauger-Roboter RBC 003, das fleißige elektronische Lieschen von Hoover, den meine Frau so gerne zu Weihnachten hätte. Weiterlesen

Kein GPS in der Sauna, bitte!

Antoine Jones ist auf Big Brother schlecht zu sprechen…

In George Orwells Buch „1984“ steht jeder unter Dauerüberwachung durch den allmächtigen Staatsapparat, und seitdem leben wir in der ständigen Angst vor dem „Big Brother“. Doch selbst Orwell hat sich nicht vorstellen können, dass die Staats-Wächter eines Tages jederzeit exakt bestimmen könnte, an welchem Ort sich jeder einzelne Bürger befindet. Doch inzwischen sind wir schon fast soweit.

Das Problem ist das Navigationssystem GPS. Die insgesamt 32 Satelliten, die dauern die Erde mit 3,9 km pro Sekunde umkreisen, also einmal alle 12 Stunden, decken fast die gesamte Erdoberfläche ab und sind in der Lage, die Position eines Empfangsgeräte bis auf 7,8 Meter genau zu bestimmen.

Und da fast jeder von uns heute ein Smartphone besitzt und jedes ordentliche Smartphone über einen GPS-Empfänger verfügt, weiß der große GPS-Bruder stets recht genau, wo wir uns gerade befinden. Das ist recht nützlich, wenn ich zum Beispiel meinen Freunden per Foursquare oder Twitter sagen will, dass ich gerade vor den Museumslichtspielen in München stehe und mir gleich Roland Emmerichs neue Film-Katastrophe namens „Anonymous“ anschauen will. Es macht mir aber Gänsehaut wenn ich daran denke, dass auch ein Polizist oder Staatsschützer am Monitor sitzen und meine Bewegungen verfolgen kann.

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Biometrische Erfassung der Seele

Über den biometrischen Reisepass regt sich ja inzwischen kaum einer mehr auf. Es ist eben so, man muss sich eindeutig zu erkennen geben, basta. Aber was nutzt einem engagierten Überwachungsstaat so ein Fingerabdruck im Reisepass, wenn er nicht ständig Fingerabdruck und Mensch abgleicht? Einzig bei der Einreise in das Land unserer terrorparanoiden amerikanischen Freunde wird verlässlich gearbeitet.

Als ich bei der Lektüre des Kackblogs auf die Erfindung des Designers Tomomi Sayuda stieß, wurde mir sofort klar, dass sich dieses Sitzmöbel perfekt zur biometrischen Überwachung einsetzen ließe, denn jeder setzt sich irgendwann mal hin. In Warteräumen von Einwohnermeldeämtern, Rathäusern und Standesämtern …

Mit Wolfgang Schäuble haben wir einen Innenminister, der nicht nur ein großer Freund der Bürgerüberwachung und Biometrie, sondern auch ein Spezialist für „ständig auf dem Arsch sitzen“, ist.

Gemäss dem Leitsatz von Tomomi Sayuda

The arse is the window of the soul.

empfehle ich  ihm, ab sofort nicht nur die Identität der Bürger zu erfassen, sondern auch ihre Seele.

Big Brother Goes GPS!


Familienidylle zum Gruseln: Werbung für den „Pocketfinder“ im US-Fernsehen

Im amerikanischen Fernsehen kommt abends manchmal gegen 22 Uhr ein kleiner Werbefilm, der sich an Eltern von Jugendlichen richtet und in dem ein Ansager mit besorgter Stimme fragt: „Es ist zehn Uhr abends – wissen Sie eigentlich, wo Ihre Kinder sind?“ In Zukunft werden Mutti oder Vati lächelnd antworten: „Ja, und zwar bis auf neun Meter genau!“

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