Schlagwort-Archive: TV

komm, wir spielen social net

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spielekonsolen entwickeln sich immer mehr zum begleitmedium für das klassische fernsehen. so sehen es nach einem bericht des wall street journals zumindest die analysten von jupitermedia. damit eröffnen sich den vermarktern der konsolen natürlich völlig neue möglichkeiten als werbeplattform. warum soll sixt den neuen heesters spot nicht auf der xbox, statt im fernsehen schalten? jopi in der xbox – völlig neue perspektiven für kreative werbevermarkter in redmond.

laut jupitermedia nutzen immer mehr anwender der microsoft spielekonsole xbox den mit dieser konsole verbundenen live-service als social community plattform. sie eröffnen online spiel-sessions nur um miteinander zu chatten und ihre meinungen und empfehlungen zum aktuellen fernsehprogramm auszutauschen. eigentlich war social networking gar nicht als anwendung für spielekonsolen vorgesehen. microsoft will aber nun die nächste version von x-box live serienmässig mit einem chat-programm ausrüsten, das dann auch den einfachen austausch von bilddateien erlauben wird. avatare können in virtuellen umgebungen miteinander kommunizieren. auch sony plant für die playstation die einführung virtueller welten.

social networking wird zum spiel. und die konsolen zur abspielbasis für klassische fernsehwerbung.

Öffentlich-Rechtlicher (Online-)Rundfunk, die Zwoote

Angesichts der erfreulich angeregt geführten Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet erlaube ich mir einfach noch einen Nachschlag zum Thema. Nicht nur weil dabei so wunderbar die kontroversen Positionen auf der Plattform selbst (siehe die Kommentare von Tim Cole, Michael Kausch und Christoph Witte) und weit darüber hinaus (Dank an Stephan Fink et al.!) deutlich wurden, sondern weil mir im Verlauf der Debatte auch einige neue Ideen und Anregungen durch den Kopf gingen, die die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema vielleicht ja noch weiter anregen könnten.

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Das schmutzige Geheimnis der Fernsehmacher

Interessante Unterhaltung heute mit einem Freund, der ein hohes Tier in der ARD ist. Das „schmutzige Geheimnis“ sei, dass die TV-Redakteure selber gerne die Bälle im Internet flacher halten würden. Denn siehe da: Es gibt bei der öffentlichen Sendern genau die gleiche Kluft zwischen Fernsehmachern und den Kollegen der Onlineredaktion wie zwischen Print-Redakteuren und den Jungs von der Online-Front. „Die können kein Fernsehen machen“, sei die vorherrschende Meinung – ein abfälligeres Urteil kann es unter Fernsehleuten nicht geben.

Erinnert mich alles fatal an frühere Print-Zeiten, als die „echten“ Schreiber auf die Emporkömmlinge in den Online-Redaktionen herabblickten, die ihrer Meinung nach keine Ahnung von „richtigem“ Journalismus hatten und ihnen nichts als zusätzlichen Arbeit und Ärger machten.
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Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Verleger und das Internet

Da haben sich also in München die Vertreter der großen deutschen Verlage von Springer über Gruner & Jahr bis zu Burda zusammen getan und eine „Münchner Erklärung“ formuliert. Ziel dieses Papiers (sic!): Die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland einzudampfen und radikal zu beschränken. Deren Angebote dürften im Web weder journalistischen Charakters sein, noch Ratgeber-Funktionen beinhalten und auf gar keinen Fall mit Werbung garniert werden, in jedem Fall aber nach 7 Tagen zu löschen sein. Eigentlich, so der Tenor der Erklärung, sollte das ZDF in Zukunft am besten nur noch die Mainzelmännchen im Internet zur Verfügung stellen.

Grund des grotesk anmutenden Ansinnens: Das bekanntlich aus Zuschauer-Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Angebot gefährde die publizistischen Aktivitäten der privatwirtschaftlichen Presse im Internet. Mann will sich also einen unliebsamen Wettbewerber vom Hals schaffen. Verständlich – zumal keiner der erklärenden Verlage bislang auch nur ansatzweise ein ähnlich gelungenes, modernes und multimediales, zugegeben: auch aufwändiges Informations- und Unterhaltungsangebot im Internet an den Start gebracht hat, wie etwa die „Mediathek“ des ZDF.
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