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Gepflegte Langeweile in Berlin

Tag der Arbeit, die sich allerdings in Grenzen hielt
War das „einmalige Medienexperiment“ des Springer-Verlags, die heute die Ausgabe der Tageszeitung „Welt Kompakt“ in die Hände von Bloggern zu geben, eigentlich ein Erfolg? Die Beantwortung dieser Frage hängt von den Erwartungen ab, mit denen die Teilnehmer – rund 20 so genannte „Premium-Blogger“ aus allen Ecken Deutschlands – am Mittwoch nach Berlin gereist sind.

Der Veranstalter hatte die Latte hoch gehängt. „Wir als Zeitungsmacher wollen lernen. Von der besonderen Sicht der Internetautoren, von ihrem Selbstbewusstsein, ihrer subjektiven Art, an Geschichten heranzugehen“, hatte Projektchef Frank Schmiechen noch auf welt.de gepostet. Dass ihm der Spass in der Folge ein enig vergangen sei, weil er sich als Opfer eines „völlig überflüssigen Kulturkampfs“ sieht (siehe dazu auch die Diskussion zu Michael Kauschs Beitrag auf Czyslansky, „Darf man für Springer bloggen?“. Ihm sei das auf die Nerven gegangen, gab er in seiner Begrüßungsansprache zu, und zürnte: „Ich musste mich mit aller Kraft gegen den Shit Storm stemmen!“

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Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!

Czyslanskys Fab Four im Flughafen Munich (Michael Kausch ist unser Pete Best)
Heute ist ein großer Tag. Ja, gut, Deutschland wählt sich einen neuen Bundespräsidenten, aber darum geht es gar nicht. Heute ist der Tag, an dem die Welt den Bloggern gehört. Das ist wörtlich gemeint: „Die Welt“, oder jedenfalls die Kompaktausgabe der Tageszeitung, wird heute von Bloggern produziert. Und vier Mitglieder der Gesellschaft der Freunde Czyslanskys sind mittendrin.

Von schäumender Vorfreude aus dieses bislang einzigartige crossmediale Experiment war aber in der Abflughalle des Münchner Flughafens noch nichts zu spüren, als sich Christoph Witte, Sebastian von Bomhard, Alexander Broy und der Schreiber dieser Zeilen bei lauwarmer Morgen-Latte und belegte Brötchen von schwammartiger Konsistenz versammelten. Jedenfalls hielt sich die gemeinsame Mitteilsamkeit, offline wie online, in Grenzen. „Wir würden ja Live-Bloggen, wenn wir schon wach wären“, fasste SvB die Stimmung in einem für die Uhrzeit erstaunlichen Ausdruck von Feinformulierung feststellte.

Im Taxi zum Springerhaus dagegen schienen sich die schlaffen Lebensgeister wieder aufzurichten. Zitate von Ringelnatz, Anekdoten über die Witwe von Michael Jackson sowie eine ausführliche lexigrafische Erörterung des Begriffs „Hagiografie“ verkürzten die Fahrt. Nun warten wir auf den Startschuss: Um 11:15 treffen sich rund 20 Blogger, darunter Robert Basic (@robertbasic), Jim Jarvis und Tina Pickhardt (@PikiHH), zur Redaktionskoferenz.

We’ll keep you posted, und zwar auf #weltkompakt