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Zwischen Bhagwan und Autowahn

Das Elend des Philosophen

Friedrich Nietzsche hatte sein Leben lang ein gesundes Misstrauen gegen fest angestellte Philosophen, vom Staat bezahlte Denker, Professoren, die sich den Luxus von Wortspielereien und ein materiell sorgloses Leben auf unkündbaren Lehrstühlen leisten konnten. Einer von diesen heißt in der Gegenwart Peter Sloterdijk. Er hat sich zu einer Art philosophischem Popstar entwickelt, mit eigener Fernsehsendung und alle Jahre wieder einer mehr oder minder umfangreichen Buchveröffentlichung. Früher hing er mal dem Bhagwan an und reiste ins indische Poona, um den Ashram in Augenschein zu nehmen und die sexuelle Befreiung zu begutachten (oder zu erfahren). Nietzsche hat er auch gelesen und darüber geschrieben. Naja, spricht wirklich nicht gegen ihn, und wenn Universitäten für folgenloses Wörterjonglieren auch noch Geld ausgeben … Wer wollte es ihm verdenken, wenn er es sich überweisen lässt und sich heimlich ins Fäustchen lacht.

Nun hat er also ein neues Werk herausgebracht, und ich nehme es zum Anlass, wie der Igel dem Hasen zuzurufen: Ich war zuerst da. Weiterlesen