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Liken statt lesen

Nicht nur Willi will’s wissen. Manchmal treibt auch mich die Neugier an, Dingen auf den Grund zu gehen, die andere möglicherweise gar nicht interessieren. Ich kann da sogar richtig pedantisch werden.
Eine Frage aus den sozialen Netzwerken, die eigentlich schon beantwortet ist, lautet: Wie verhält es sich eigentlich mit dem Verhältnis vom liken ohne zu lesen, dem klicken ohne zu kucken, dem faven ohne zu fragen, dem besternen ohne zu besuchen.
Nutzer der sozialen Medien wissen, was ich meine.

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Heute ein König…

Kundenzufriedenheit.
Das ist auch so ein Zauberwort. Ich bin Kunde, und ich habe damit zufrieden zu sein, dass ich es sein darf. Solche Erfahrungen, dass man weniger als  Kunde denn als Bittsteller wahrgenommen wird, kennt man in der Dienstleistungswüste der modernen Gesellschaft zu Genüge, unnötig, dem allseits bekanntem Lamento eine weitere Strophe anzuhängen.
Aber es geht auch anders. Große Dienstleister, Agenturen voran, bemühen sich intensiv um Kundenzufriedenheit. Jedenfalls geben sie das vor. Und sie geben viel Geld dafür aus, sich das
a. bestätigen zu lassen (natürlich von den Kunden) und
b. das nach außen zu kommunizieren.
Letzteres dient – wie sollte es anders sein – zwei Zwecken:
wieder a. der Konkurrenz eine lange Nase zu drehen und
wieder b. der Neukundengewinnung. Denn, so denken mutmaßlich Agenturen und andere Dienstleister: Wenn wir nur laut genug krakeelen, wie zufrieden unsere Kunden sind, dann werden wir schon ein paar mehr dazu gewinnen.
scrabbleMich jedenfalls macht es immer misstrauisch, wenn ich Pressemeldungen lese, dass Dienstleister voller Stolz von sich behaupten, sie hätten eine 98%ige Kundenzufriedenheit. Das klingt so nach den Wahlergebnissen in den sozialistischen Ländern in den 80er Jahren.
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So nutzen Journalisten soziale Medien – Ergebnisse einer aktuellen vibrio Umfrage

Im Juli 2012 haben wir bei vibrio Journalisten und andere Zielgruppen zu ihrem Nutzungsverhalten in Bezug auf soziale Medien befragt. Insgesamt haben 447 Personen an der Befragung teilgenommen, darunter 147 Journalisten, vorzugsweise Redakteure von technischen und Wirtschaftsmagazinen.

Die Umfrage erhebt nicht den Anspruch auf Repräsentativität. Und doch sind einige Ergebnisse sicherlich valide auf deutsche Wirtschafts- und Technik-Journalisten übertragbar.

Interessant ist zum Beispiel, dass Journalisten das größte Wachstumpotential derzeit für Google+ und YouTube sehen:

Auffällig ist auch das relativ große Potential, das Journalisten Pinterest zuschreiben. Gleichzeitig polarisiert Pinterest: während 14 Prozent hier Wachstumspotentiale vermuten, erwarten immerhin 36 Prozent einen Bedeutungsverlust.

Einige andere ausgewählte Ergebnisse:

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The Grand Insolvency Show

Der Titel ist etwas irreführend. Nicht Griechenland ist das Thema, sondern die Statistik als Kunst. Statistiken begleiten uns von früh bis spät: Die Sitzeverteilung im Deutschen Bundestag, die 10 meistgekauften Bücher diese Woche, die Veränderung des Alkoholkonsums in Deutschland in den letzten 30 Jahren, die Ausbruchwahrscheinlichkeit bestimmter isländischer Geysire, Waffenexporte der Ukraine, Rohstoffvorkommen in der Nordsee, das Verhältnis zwischen Nisthäufigkeit von Störchen am Neusiedler See und der dortigen Geburtenrate.

Letzteres war übrigens real, falls ich nicht doch einer urbanen Legende aufgesessen bin: Weiterlesen