Schlagwort-Archive: Skype

Ist E-Mail tot?

emaildeadMein alter Kollege Mehmet Toprak sucht gerade Zitatgeber für eine Cebit-Story in der WirtschaftsWoche über Unified Communications, und mich hat er gefragt, ob E-Mail tot ist?

Meine Antwort: Leider nicht! Dabei ist E-Mail nachweislich einer der größten Effizienzvernichter im modernen Arbeitsleben. Führungskräfte verbringen bis zu 20 Stunden pro Woche allein mit dem Lesen und Schreiben von Mails. Mitarbeiter im mittleren Management verbringen in manchen Unternehmen mehr als ein Viertel ihrer Arbeitszeit mit dem Abarbeiten von Mails. Dabei handelt es sich bei mehr als 50% aller neuen digitalen Inhalte um Aktualisierungen oder überarbeitete Versionen vorhandener Informationen, wie die Arbeitsgemeinschaft für Datenverarbeitung in einer Studie herausgefunden hat. Je früher wir Mail begraben und durch moderne UC-Techniken, durch Kollaborationstools wie Teamräume, durch Firmenwikis oder durch Unternehmensblogs, desto besser für die deutsche Wirtschaft.

Deutschland digital? Nicht mit uns!

Und um neun seid Ihr alle am Schreibtisch - sonst knallt's!

Und um neun seid Ihr alle am Schreibtisch – sonst knallt’s!

Das Internet verändert alles – nur nicht die deutsche Bürolandschaft. Arbeitgeber, aber auch viele Arbeitnehmer erweisen sich hierzulande als  beratungsresistent wenn es um die Neugestaltung der Arbeitsorganisation geht. Das ist jedenfalls mein Fazit nach der Lektüre der neuen BITKOM-Studie zum Thema „Digitalisierung der Arbeitswelt“. Home Office? Aber ohne mich! Flexible Beschäftigungsmodelle und Einbinden von Freien? Lieber nicht! Videokonferenz? Was iss‘n das?

Deutschland, ein einig Volk von Bürohengste. BITKOM-Präsident Prof. Dieter Kempf, im Nebenjob Chef der Steuerberatergenossenschaft DATEV, war jedenfalls hörbar ernüchtert, als er heute die Studienergebnisse in einer Online-Pressekonferenz vorstellen musste. Wobei ihn offenbar die Tatsache besonders fuchste, dass nur 8 Prozent der befragten Firmen auf Videokonferenzen als Alternative zum Präsenztreffen setzt. Er war sich aber wenigstens der feinen Ironie bewusst , dass ihm die zugeschalteten Journalisten nur per Telefon lauschen konnten. Immerhin liefen seine Charts parallel im Internet. „Irgendwann sind wir auch soweit“, seufzte er zwischendurch.

Viel erschütternder waren die Zahlen, die er präsentieren musste. 75 Prozent der Firmen in Deutschland verlangen von ihren Mitarbeitern, dass sie während der Dienstzeit anwesend zu sein haben. Weitere 17 Prozent erlauben immerhin zwischen einem Drittel und der Hälfte ihrer Leute, zwischendurch auch mal woanders zu arbeiten. 73 Prozent sind überzeugt, dass der klassische Büroarbeitsplatz mit Präsenzpflicht auch in Zukunft das Modell der Wahl bleiben wird. Nur ein Drittel glaubt, dass das Home Office künftig an Bedeutung gewinnen wird. Bei 64 Prozent ist es schlicht „nicht vorgesehen.“ Weiterlesen

Ist Skype wirklich zwei Milliarden wert?

skype-dollarzeichen

Für zwei Milliarden Dollar muss eine alte Frau lange stricken. Und selbst unbedarfte Beobachter des Verkaufs von Skype durch eBay haben sich verwundert gefragt: Wieso ist Skype noch so viel wert? Dass sich die ehemalige eBay-Chefin Meg Whitman 2005 von den Skype-Gründern Janus Friis und Niklas Zennstrom über den Tisch ziehen ließ, als sie ihnen 3,1 Milliarden für den Internet-Telefondienst gab, wusste außer ihr eigentlich jeder. Und dass die vier Jahre, in denen eBay eine Chance nach der anderen verpasste, den Sprach-Dienst sinnvoll ins eigene Geschäftsmodell zu integrieren, auch nicht gerade wertsteigernd waren, ergibt sich bei einigem Nachdenken fast von selbst.
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"einfach reden" und "einfach einsperren" – wie skype (nicht nur) kritische chinesen hinter gitter bringen kann

wie die „open net initiative“ herausgefunden hat, belauschen chinesische regierungsstellen seit monaten skype-nutzer. während die ebay-tochter skype selbst noch vor zwei jahren behauptet hat, dass weltweit alle inhalte von skype komplett verschlüsselt übertragen würden und die vertraulichkeit jederzeit gewährleistet sei, stellt sich nun heraus, dass der chinesische partner von skype „TOM“ skype-telefonate systematisch nach „verdächtigen“ begriffen wie „falungong“, „unabhängigkeit taiwans“ und neuerdings „milchpulver“ durchsucht und computernamen und ip-adressen an chinesische behörden weitergibt.

nart villeneuve, der autor der oni-studie , erklärte im newsdienst france24, wie er dieser zusammenarbeit von skype und chinesischen behörden auf die spur kam, und dass er befürchtet, dass skype auch von amerikanischen behörden missbraucht werde:

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Das Ende von eBay

eBay hat sein Geschäftsmodell verraten – und damit seine Kunden und Partner!

Wie die New York Times heute berichtet, hat der neue eBay-Chef John Donahue heimlich einen Mega-Deal mit dem Marktplatzbetreiber Buy.com abgeschlossen, der diesem erlaubt, die Seiten von eBay mit Millionen von Festpreisangeboten zu überfluten und damit kleineren Händler („Power Seller“) quasi das Wasser bis an den Hals steigen zu lassen.

Der Handelsriese Buy.com mit seinen knallhart kalkulierten Margen bekommt offenbar deutlich bessere Konditionen als die bisherigen Partner und kann mit Lockangeboten wie kostenloser Versand, Rücknahme- und Telefonservice kleinere Händler ausstechen.
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