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Wenn der Postmann nie mehr klingelt

Das waren noch zeiten!

Das waren noch Zeiten!

Die kanadische Post will keine Briefe mehr zustellen. Das Austragen von Briefen und Päckchen lohne sich schlicht nicht mehr, sagte ein Postsprecher am Donnerstag. Innerhalb der vergangenen vier Jahre sei der Briefvolumen um 23,6 Prozent gesunken. Statt dessen werde man große „Kommunal-Briefkästen“ in den Wohngebieten installieren, wo Empfänger ihre Briefe demnächst selber abholen können. Das sei sogar „gut für vielbeschäftigte Kanadier“, argumentierte die Post in einem geradezu Orwell’schen Anfall von Doppelsprech.

Schuld ist natürlich wieder einmal das Internet, und diesmal kann ich der Logik sogar folgen.  Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal einen handgeschriebenen Brief erhalten habe.  In einem anderen Blogpost („Porto ergo sum“ vom 26. September 2012)  habe ich von einer Bekannten erzählt, die aus einer Laune heraus ihrer Freundin in Wien einen Brief mit der Hand schrieb, die daraufhin anrief, um sich für die nette Überraschung zu bedanken. Und es ist ja auch etwas dran: Wer will sich schon der Mühe unterziehen, zum Kugelschreiber oder Füller zu greifen und womöglich einen Krampf des Musculus adductor pollicis riskieren.

Soweit ich weiß haben weder die Postverwaltungen von Deutschland noch von Österreich bislang in Erwägung gezogen, den Zustelldienst einzustellen, aber ich denke, die Lektüre dieser Zeitungsmeldung wird auch dort Begehrlichkeiten wecken. Weiterlesen

Voller Briefkasten! Die komplizierte Welt der Werbebriefe

Dem IHK-Rundbrief entnehme ich:

Briefwerbung: Übergangsfrist für Altdatenbestände läuft aus – bei Missachtung droht Bußgeld

Die Verwendung personenbezogener Daten in der Briefwerbung ist sensibel: Nach aktueller Rechtslage dürfen Werbebriefe mit personalisierten Adressen nur noch mit ausdrücklicher Zustimmung des Empfängers verschickt werden. Laut IHK-Juristin Rita Bottler galt für sogenannte Altdatenbestände bislang eine Übergangsfrist. „Darunter fallen Adressen und Kundendaten, die vor dem 1. September 2009 erhoben und seitdem nicht verändert wurden. Diese Datensätze konnten im Rahmen der dreijährigen Übergangsfrist ohne Einschränkung verwendet werden. Diese Frist endet aber nun am kommenden 31. August“, erklärt die IHK-Fachfrau. Sie rät den betroffenen Unternehmen, ihre Verteiler rechtzeitig zu aktualisieren und zu pflegen. Wer die Altdatenbestände in vollem Umfang weiter benutzen wolle, müsse vor dem Stichtag die rechtwirksamen Einwilligungen für Briefwerbung der Empfänger einholen oder nötigenfalls Adressen streichen. „Diese Pflichten sind ernst zu nehmen. Bei Missachtung drohen Bußgelder“, warnt Bottler. Weitere Hinweise enthält das IHK-Merkblatt „Umgang mit personenbezogenen Daten zu Werbezwecken via Brief, E-Mail, Fax und Telefon.

Das ist doch alles sehr, sehr merkwürdig. Weiterlesen

DeMailieren wir?

Die Wirt­schafts­woche berichtet, die Post nehme eine neue Be­drohung aus dem Inter­net wahr: Die DE-Mail. Darüber gibt es einen langen Artikel, auch online:

Kampf um die elektronische Post

In wenigen Wochen startet ein neues E-Mail-System, das einen Großteil des Briefverkehrs überflüssig machen soll. Die Deutsche Post droht ein Milliardengeschäft zu verlieren und entwickelt daher eine eigene Version der elektronischen Post.

Das ist in vielerlei Hinsicht erstaunlich. Weiterlesen