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Abschied vom Nomadentum

„Und wo bist du jetzt gerade?“

Im „Nomad Café“ in Oakland sitzen vorwiegend Studenten mit Blackberrys oder iPods, Laptops oder MacBooks herum und nutzen das Wireless LAN, um sich für die Vorlesungen vorzubereiten, um E-Mails zu ziehen, sich mit Freunden zu verabreden oder einfach nur die Zeit tot zu schlagen. Wenn sie mit Kreditkarte bezahlen, steht am Monatsende laufend das Wort „Nomad“ auf der Abrechnung.

 Als Christopher Waters das Nomad Café 2003 eröffnete waren Wi-Fi “Hotspots” etwas ganz Neues. Sein Lokal sollte ein „Wasserloch für Techno-Beduine“ sein. Eine interessante Wortwahl: Beduine sind Stammesangehörige, Mitglieder einer eng verflochtenen Sozialgemeinschaft. Waters hat das offenbar gewusst, denn er hat seinen nomadisierenden Gästen nicht nur Internet-Anschluss geboten, sondern eine Art Oase, ein Ort, an dem sich die Wege kreuzen, ein Orientierungspunkt in der Wüste ebenso wie in der Bay Area.

 Das Wort „Urban Nomadism“ wird schon lange in Zusammenhang mit der Veränderung moderner Kommunikationsgewohnheiten verwendet. In den 60ern and 70ern verwendete der Medienwissenschaftler Herbert Marshall McLuhan das Wort um eine Zukunft zu beschreiben, in der Menschen rastlos von einem Ort zum anderen wandern, ihre ganzen Habseligkeiten stets bei sich führend, ein Leben auf den Straßen und Highways, eine Welt, in der niemand mehr ein Zuhause besitzt.

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