Schlagwort-Archive: KZ

Weg mit den Katzen – Ab in die Tonne

Gestern postete ich auf Facebook den kurzen Text: Ich hatte heute das dringende Bedürfnis, ein Buch von Akif Pirinçci in die Tonne zu werfen. Wir hatten nur eines. Jetzt haben wir gar keines mehr.
Und ich finde das gut so. Von so einem Mistkäfer will ich nichts im Haus haben.12115604_10203945152623973_2007141306776004781_n

Einen Moment ging mir ein Gedanke durch den Kopf… nein es waren zwei. Der erste war dieser verheerende Satz aus der Bücherverbrennung während der Nazi-Zeit: Ich übergebe der Flamme die Schriften von Akif Pirinçci. Und ich fühle mich ganz kurz unwohl.
Nun hat Bücherverbrennung nichts mit dem Wegwerfen von Büchern zu tun, ganz egal, ob der Müll thermisch entsorgt (also verbrannt) wird oder nicht.
Und auch den zweiten Gedanken, dass man Bücher nicht in den Müll schmeißt, wische ich einfach weg.
Dazu sind im vergangenen Sommer viel zu viele Bücher aus unseren Regalen in der Tonne gelandet, als dass ich mir dazu noch weitere Sorgen machen müsste. Dem Umbau unseres Hauses ging eine ordentliche Entrümplung der Regale voran. Was weder über Momox abesetzbar war noch unsere hieisige Bibliothek als Spende haben wollte (nicht mal für den Bücherflohmarkt), das landete eben im Müll.
Ehrfurcht vor Büchern hat für mich nichts damit zu tun, dass man sich einem Teil selbiger einfach mal entledigen darf: Nämlich der Bücher, die man nie gelesen hat und nie lesen will (sofern man ’nie‘ überhaupt sagen darf) sowie der Bücher, die man nie wieder lesen will, weil man sie schon beim ersten Mal Mist fand, und vor allem davon diejenigen Bücher, die nicht mal zum intellektuellen Posing im Haus geeignet sind. Niemand steht vor Dan Browns oder Donna Leons Schinken und sagt „Wow… das hast Du gelesen?“
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Vorsicht Freunde, ich bin bewaffnet

bleistift

… das meine ich ernst. Ich bin bewaffnet. Vor vielen Jahren las ich in einem Krimi von Nino Filasto, von einem Mord, der mit einem Bleistift ausgeführt wurde. Ein Bleistift ist immer eine wunderbare Waffe. Darum bevorzuge ich dieses Schreibinstrument zumindest dann, wenn ich mit Hand schreibe. Das erwähnte ich n meinem Blog ja schon einmal: Ich habe bestellt…

Nun stellt klassischerweise ein Bleistift weder eine Verteidigungswaffe noch ein tatsächliches Tötungsinstrument dar. Und doch, das wissen wir, dass die Feder eine mächtigere Waffe sein kann, als das Schwert. Die Redensart ist hinlänglich bekannt. In Tagen wie diesen ist sie oft genug bemüht worden, womit ich ganz unverhohlen noch einmal auf das Terrorattentat in Paris, das umfassende Thema Pegida/Nopegida, die Demonstrationsverbote, die Lügenpresse usw. zu sprechen kommen möchte. Viel ist in der vergangenen Wochen über Karikaturen und Satire diskutiert worden: Ihre Macht, ihre Grenzen, ihre Verantwortung, ihre Aufgbaben.

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70 Jahre nach Auschwitz – Ohne Worte…

Vor 70 Jahren wurde das KZ Auschwitz-Birkenau von den Truppen der Roten Armee befreit. Dazu hat Czyslansky-Autor Michael Kausch gestern einige wichtige, nachdenklich stimmende Anmerkungen gemacht, die weitgehend aus seinem Besuch in der KZ-Gedenkstätte und den damit verbundenen Erfahrungen resultierten.

Heute nun findet auf dem Gelände des Lagers die Gedenkfeier statt, viel Wirbel hat es gegeben, ob Putin nun kommen solle oder nicht… noch mehr Wirbel, dass er nicht gekommen ist.

Der Festakt wird weltweit übertragen, zwar nicht überall im Fernsehen, aber man kann ihn auch in einem Live-Stream im Netz verfolgen. Als internationale Presseagentur liefert Reuters die Bilder auf Spiegel Online.

spiegel-auschwitz

Dazu hat die KZ-Gedenkstätte  den Stream auch auf YouTube platziert. Auch dort kann man ihn, wenn man will anschauen… es sei denn, man lebt in Deutschland:

YouTube-Auschwitz

Das muss man nicht weiter kommentieren. Es fehlen ohnehin die passenden Worte dazu…

Vor 80 Jahren wurde das Dachauer Konzentrationslager eröffnet

In wenigen Tagen jährt sich zum 80igsten Mal die Eröffnung des Konzentrationslagers Dachau. Am 20. März 1933 gab Heinrich Himmler die Eröffnung des ersten KZs auf deutschem Boden bekannt. Mehr als 40.000 Menschen kamen in Dachau und seinen Außenlagern ums Leben. In einer Pressekonferenz verkündete Himmler: „Am Mittwoch wird in der Nähe von Dachau das erste Konzentrationslager eröffnet. Es hat ein Fassungsvermögen von 5.000 Menschen. Hier werden die gesamten kommunistischen – und soweit notwendig: Reichsbanner- und marxistischen – Funktionäre, die die Sicherheit des Staates gefährden zusammengezogen.“

Erst am 29. April 1945 wurde das Konzentrationslager Dachau befreit. Damit war das Dachauer KZ nicht nur das erste, sondern auch das letzte KZ in Nazi-Deutschland.

Ich wohne nicht weit von der Gedenkstätte entfernt. Es ist mir ein Bedürfnis an den 20. März 1933 zu erinnern: