Schlagwort-Archive: Facebook

Klauen… umbauen.. verkaufen. Hehlerei?

Die Wut ist groß im Zwitscherland. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn nun hat nach Ansicht zahlreicher deutscher Zwitscherer Alex Bitschnau den Bogen überspannt. Und das bei weitem.
Vor Jahr und Tag hatte Bitschnau die famose Idee, eine Facebook-Fanpage einzurichten und unter dem Namen „Made My Day“ tagtäglich lustige, witzige und geistreiche Sinnsprüche zu veröffentlichen. Das ist nun nicht nach Jedermanns Geschmack, aber immerhin gefällt es mittlerweile über 2 Mio. Leuten, die Fans dieser Seite lassen und sich nun täglich von Bitschnau ein kurzes Lächeln ins Gesicht zaubern, wenn auf ihrer Pinnwand wieder eines seiner Bonmots erscheint.

Seiner Bonmots?

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„Oh … der Chef liest mit …“ – Netiquette2014.beta #03

keep-calm-and-follow-netiquetteDies ist der dritte Text unserer kleinen Serie zumThema Nett im Netz – Netiquette2014.beta. Weitere Beiträge folgen in loser Reihenfolge. Eine Übersicht über die erschienenen Beiträge finden Sie jeweils am Ende des Textes.

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FatzebuckJa, in meiner Agentur haben wir uns alle lieb. Wir duzen uns natürlich. Die Hierarchien sind flacher noch, als meine Absätze – obwohl man mir in früheren Jahren schon mal zu höheren Absätzen geraten hat. Und ich meine nicht meinen Steuerberater, der schon mal seine Finger auf Absatzschwierigkeiten gelegt hat, sondern eine frühe Jugendfreundin, die sich immer zu mir bücken musste – Jungs sind ja Spätentwickler, wenn überhaupt.

Und doch stellt sich die Frage, ob man sich als „Boss“, selbst wenn man von seinen Mitarbeitern nicht immer als solcher angesehen wird, und zwar vor allem zumeist dann nicht, wenn man sein Chef-sein mal so richtig raushängen lassen möchte, darf man sich also als Arbeitgeber mit seinen Mitarbeitern und erst recht mit seinen Mitarbeiterinnen  auf Fatzebuck befreunden?

Dies ist eine Frage, die ich mit einem entschiedenem JEIN beantworten möchte:

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Papa, Du bist Scheiße! – Netiquette2014.beta #02

keep-calm-and-follow-netiquetteDies ist der zweite Text unserer kleinen Serie zum Thema Nett im Netz – Netiquette2014.beta. Weitere Beiträge folgen in loser Reihenfolge. Eine Übersicht über die erschienenen Beiträge finden Sie jeweils am Ende des Textes.

 

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Es ist über 30 Jahre her, da überraschte mich mein Vater mit einer Zeitungsmeldung. Er hatte sie gelesen, mit Textmarker markiert, auf meinen Platz am Frühstückstisch gelegt und war in die Arbeit gefahren.
Es sollte nicht das einzige Mal bleiben, dass er mich auf diese Art auf Nachrichten, Meldungen oder Berichte hinwies, von denen er meinte, ich solle das lesen. Das war in den meisten Fällen zwar gutgemeint, aber nicht gut durchdacht. Vieles davon war weder lesenswert noch interessant – fand ich, der geborene Neinsager zu jeglichen väterliche Belehrungsansprüchen. Ich fing an, in der Fernsehzeitung Sendungen anzustreichen, die er unbedingt sehen wollte. Er verstand das Signal nicht. Noch Jahre später – wir waren längst ausgezogen und lebten in einer anderen Stadt, flatterten auf dem Postweg Schnipsel aus seiner Tageszeitung zu mir: „Das interessiert Dich doch sicher…“
Wie sehr er sich irrte. Heute, wenn ich meine Facebook-Timeline durchblättere sehe ich oft ähnliches Verhalten. Ein Vater stellt seinem Sohn in die Timeline einen Link ein, wo er sich als Praktikant bewerben könne. Natürlich kommentiert. Eine Mutter verlinkt in die Timeline ihres Sohnes unentwegt Berichte über Orte, wo die Familie mal Urlaub gemacht hat und setzt nicht selten eine Anekdote dazu: „Weißt Du noch. Da warst Du acht oder neun…“
Ein anderer zaubert Fotos seiner Kinder aus seinem Archiv und verbreitet diese via Facebook an Freunde und Verwandte, Bilder, die teilweise an die 15 Jahre alt sind. Die Kinder sind hin und wieder recht putzig, aber mal ehrlich: Wer möchte schon unkontrolliert Kleinkindfotos von sich im Netz verbreitet wissen? Ich nicht. Und genau hier steckt das Problem.
Als mein Vater meinte, mich mit Notizen aus der Zeitung belehren und hin und wieder auch provozieren zu müssen (denn nicht selten waren die Berichte genauso ausgewählt) war das eine Sache zwischen zwei Personen: Ihm und mir. Und sie fand auf dem heimischen Esstisch statt. Heute passiert Selbiges auf Facebook: Vor den Augen der Öffentlichkeit, vor eigenen Freunden und den Freunden und Bekannten der Kinder. Das Eltern-Kind-Verhältnis ist im sozialen Netzwerk ein Schwieriges, ich weiß das, denn ich bin seit Jahren bei Facebook und meine Töchter sind es auch.friendsatacebook1
Als sie vor Jahren dort mit dem ersten große Walk In einmarschierten und SchülerVZ und ähnliche Plattformen hinter sich ließen, gab es eine kleine Diskussion dazu. Ich stimmte dem Wunsch zu, dass sie sich dort anmelden durften (eine andere Wahl hatte ich sowieso nicht, sie hätten es sonst vermutlich auch alleine gemacht), erbat mir aber, dass wir fortan bei Facebook befreundet sein sollten. Weiterlesen

Muss ich Euch kennen? – Netiquette2014.beta #01

keep-calm-and-follow-netiquetteDies ist der erste Text unserer kleinen Serie zum Thema Nett im Netz – Netiquette2014.beta. Weitere Beiträge folgen in loser Reihenfolge. Eine Übersicht über die erschienenen Beiträge finden Sie jeweils am Ende des Textes.

 

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Facebook Friends

Was mir übrigens tierisch auf den Senkel geht sind Leute, die sich mit mir befreunden und das als Gelegenheit nutzen, mir Schleichwerbung für ihre Firmen oder Aktivitäten unterzuschieben. Ich werde solche Leute künftig „unfriended“ und ihre Werbeposts sofort löschen – egal, ob ich sie eigentlich gut finde oder nicht! Das ist unerzogenes Benehmen, sonst nichts!!! Vorher fragen, okay?

Diese Zeilen habe ich in vollem Brass auf meine Facebook-Seite knallt, weil mir schon wieder irgendeine Immobilien-Tussi so eine halbseitige Werbeanzeige reingeknallt hat. Das heißt: Sie hat sich erst einmal bedankt dafür, dass ich auf ihre Freundschaftsanfrage reagiert habe. Das ist ja so weit in Ordnung, auch wenn mir ein „Daumen hoch!“ schon genügt hätte.

Das Problem ist die Friends-Inflation, und daran bin ich natürlich selber schuld. Jeder muss ja für sich die Frage beantworten: Wen will ich überhaupt auf Facebook als Freund haben. Oder wie der alte Hermann Kock, Chef der Reisemobilabteilung von Karmann, es in einem meiner früheren Leben so wunderbar von oben herab sagen konnte, wenn er jemandem vorgestellt wurde, der ihm offenbar unsympathisch war: „Muss ich Sie kennen?“

Ich habe neulich die „Schallmauer“ von 1000 FB-Freunden genommen, weil ich mir vor Jahren angewöhnt habe, Anfragen anzunehmen von Leuten, mit denen ich viele Freunde teile. Ich habe keine feste Untergrenze, aber wenn wir 20 oder 30 gemeinsame Bekannte auf Facebook haben, dann kann das doch eigentlich gar kein schlechter Mensch sein, oder? Weiterlesen

Liken statt lesen

Nicht nur Willi will’s wissen. Manchmal treibt auch mich die Neugier an, Dingen auf den Grund zu gehen, die andere möglicherweise gar nicht interessieren. Ich kann da sogar richtig pedantisch werden.
Eine Frage aus den sozialen Netzwerken, die eigentlich schon beantwortet ist, lautet: Wie verhält es sich eigentlich mit dem Verhältnis vom liken ohne zu lesen, dem klicken ohne zu kucken, dem faven ohne zu fragen, dem besternen ohne zu besuchen.
Nutzer der sozialen Medien wissen, was ich meine.

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Offener Brief an Facebook

Betr: Werbung auf meiner Pinnwand

Sehr geehrter Herr Zuckerberg, liebes Facebook,
es heißt doch immer, Du weißt alles über Deine User. Es heißt doch auch, Du überprüfst die Inhalte von allen Nutzern. Da hast Du sicher viel zu tun.

Es heißt auch, Du steuerst die Werbung so gezielt auf die Pinnwände der Facebook-Nutzer, dass es die Richtigen erreicht. Das wundert mich. Du sammelst Daten und wertest sie nicht aus. Oder Du wertest sie falsch aus. Jedenfalls bin ich weder Zielgruppe für die Werbung, die Du für mich bereit hältst, noch finde ich sie unterhaltsam, aus ästhetischen oder anderen Gründen betrachtenswert. Ich weiß nicht, warum Du mir ein Produkt vorschlägst, für das ich gar keine Verwendung habe.
Wie kommst Du auf diese Idee? Was weißt Du über mich, was nicht mal ich selbst weiß?

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Wenn ich an mir so herunterschaue, dann entdecke ich weder Grund noch Zusammenhang für solche Produktvorschläge. Habe ich jemals bei Euch irgendetwas gemacht, was mich in die Nähe der Verwender solcher Salben rückt? Oder habe ich so viele Freunde, die das tun, dass ich mitgefangen bin und mitgehangen werde?

Lieber Herr Zuckerberg, sicher haben Sie enorm viel zu tun. Und Ihr Facebook Team bestimmt auch. Damit Sie das hier aber lesen können, setze ich diese Nachricht auch direkt in mein Profil. Ich hoffe, Sie finden das und irgendwer übersetzt Ihnen das, ich vermute mal, dass Sie nicht alle Sprachen sprechen, die bei Facebook so benutzt werden. Obwohl Zuckerberg ja sehr deutsch klingt, glaube ich nicht, dass Sie meine Nachricht unübersetzt verstehen. Also: Es geht um „eingewachsene Fußnägel“. Das heißt auf englisch „ingrown toenail“, das habe ich schon mal vorab gegoogelt, damit Sie es leichter haben. Denn ich weiß, wie viel Arbeit bei Ihnen sicher ansteht, all die Millionen Accounts zu überwachten. Haben Sie da eigentlich spezielle große Monitore?

Also, liebes Facebook: Ich möchte, dass Du, wenn Du das hier gelesen hast,  mir nie wieder solche Werbung für Salbe gegen ingrown toenails auf die Pinnwand setzt, ok?
Kümmerst Du Dich bitte darum? Wenn nämlich nicht und ich wieder solche unappetitlichen Dinge anschauen muss, dann werde ich viele böse Sachen über Dich bei Twitter schreiben. Und das ist doch sicher nicht in Deinem Sinne, oder? Und der Herr Zuckerberg möchte das sicher auch nicht.
Ich finde das ist ein fairer Deal, oder?
Also abgemacht.
Ich verlass mich drauf!

LP

Facebook unterstützt Aktion für kostenloses Internet und Frauenrechte in Afrika: internet.org

internet.org

Mit dem August geht eine Aktion an den Start, die unserer Unterstützung wert ist: http://internet.org/ ist ein Angebot, das sich vor allem an Frauen in Afrika richtet: sie erhalten kostenlosen Zugang zum Internet und gezielte Informationen zu Themen, zu denen viele Frauen heute noch keinen Zugang haben.

Grundsätzlich bietet internet.org, ein Angebot des sambischen Carriers Airtel, sambischer Behörden und von Facebook, natürlich jeder“mann“ einen kostenlosen Zugang zu einem Teil des Internet: Neben Facebook, Wikipedia und der Google-Suche sind unter anderem lokale Informationsangebote zu Wetter, Nachrichten und Menschenrechten in das Angebot integriert. Für den Zugriff auf weitere Web-Angebote bietet Airtel kostengünstige Datenpakete an.

Das kostenlose Angebot – also vor allen Dingen die lokalen Informationen – richten sich in erster Linie an afrikanische Frauen.

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„Die hard, Kendall Jones…“

Sie wünschen ihr den Tod an den Hals. Verrecken soll sie. Am besten langsam und qualvoll. Die hard.  Vielleicht – so schlägt ihr jemand vor – erschießt sie sich selbst, das ginge am schnellsten. Oder, so schlagen einige vor: In einer Arena sollen Löwen auf sie gehetzt werden, ganz wie bei den Gladiatorspielen. Andere hoffen auf einen schweren Autounfall mit ihrem Jeep, am besten von einem Nashorn gerammt. Wieder andere wünschen ihr eine tödliche Tropenkrankheit an den Hals. Ebola… Mindestens.
Kaum jemand hat in den vergangenen Wochen so viele unverholen brutale und aggressive Beschimpfungen und Verwünschungen über sich ergehen lassen müssen wie Kendall Jones.

Kendall wer?

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Facebook und die Gedankenfreiheit

...aber Facebook kann sie erraten!

…aber Facebook kann sie erraten!

Also doch: Orwell hatte Recht! Sein Albtraum von der „Gedankenkontrolle“ ist Wirklichkeit geworden, die bösen Macher von Facebook sind dabei, unsere Gehirne umzuprogrammieren. Google kontrolliert, was wir denken dürfen. O tempora, o mores!

Der Skandal um manipulierte News-Feeds im Rahmen eines sozialpsychologischen Experiments auf Facebook (die so genannte „Emotional Contagion Study„) haben den Kulturpessimisten reichlich neue Nahrung gegeben. Schade, dass Frank Schirrmacher das nicht mehr erleben durfte!

Aber worum geht es hier eigentlich? Wie jetzt herausgekommen ist haben sich die Wissenschaftler  Jeffrey Hancock and Jamie Guillory von der angesehenen   Cornell University zusammengetan um zu prüfen, ob das Lesen von negative Meldungen Einfluss auf das seelische Befinden von Menschen hat, also ob wir traurig werden, weil wir traurige Nachrichten vorgesetzt bekommen und umgekehrt, ob sich unsere Laune durch die Lektüre guter Nachrichten heben lässt. Dazu wurden die dargestellten Meldungen in den Timelines von rund 700.000 der 1,3 Milliarden Facebook-Nutzern manipuliert, und zwar ohne deren Wissen. Danach analysierten die Forscher die Posts der Betroffenen mit Hilfe von Software, die in der Lage sein soll, aus deren Wortwahl beim Schreiben Rückschlüsse auf ihre Stimmungslage zu ziehen.

Ich muss zugeben: Meine erste spontane Reaktion, als ich das las, war: Wow: eine Software, die lesen kann! Nicht nur lesen, sondern verstehen, wie mir beim Schreiben zumute war. Wie geil ist das? Weiterlesen