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Willkommen Dr. Meg, oder: Brauchen Kids eine Web-Aufsicht?

Im Social Web gibt es bekanntlich kaum noch echte Tabus. Da fallen bei Facebook oder MySpace auch die letzten Hüllen, brüsten sich Jugendliche ihrer letzten Saufgelagen oder outen sich schon fast nebenbei als Schwul, Bi, Hetero oder Autoerotiker. Das ist alles ganz lustig und beweist angeblich, dass es im Internet-Zeitalter aufgeklärter und neurosenfreier zugeht als früher. Oder auch nicht, aber das wäre vielleicht Thema eines anderen Blogbeitrags.

Hier geht es um die vielleicht etwas moralinsaure Frage: Dürfen Eltern und andere Aufsichtspersonen wie Lehrer oder Erzieher eigentlich die Profile ihrer minderjährigen Schutzbefohlenen in den verschiedenen sozialen Netzwerken überwachen und notfalls korrigierend eingereifen? Müssen sie das nicht vielleicht sogar tun, wenn sie sich nicht dem Vorwurf der Verletzung der Aufsichtspflicht aussetzen wollen?

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Digitale Gefangene

Eigentlich sollte das Internet befreiend wirken. Als ich vor einigen Jahren mein erstes Buch über dieses Thema schrieb, „Erfolgsfaktor Internet“, habe ich das Internet mit den Volksempfängern im Dritten Reich verglichen, mit denen die Menschen in Deutschland heimlich BBC-Nachrichten gehört haben –  ein Fenster alternativer Informationen. Weil die Machtbasis totalitärer Regime in der Vergangenheit nur durch Gleichschaltung aller Medien und die möglichst lückenlose Überwachung ihrer Bürger zu erreichen war (siehe Orwells „Gedankenpolizei“), müsse die grenzenlose Freiheit der Online-Kommunikation zwangsläufig zu einem Abbau totalitärer Strukturen in Ländern wie China, Saudi-Arabien, Iran oder Irak (wo damals noch Saddam Hussein herrschte) führen.

Nun, gerade China hat gezeigt, dass es auch anders geht. Und nicht nur ich frage mich warum. Evgeny Morozov vom Open Society Institute in New York hat neulich in einem Meinungsbeitrag für die International Herald Tribune eine mögliche Antwort geliefert.

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Zuhören will gelernt sein

Eines der neuen Gesetze der Sozialökonomie lautet: Erfolgreich ist nur derjenige, der seinen Kunden kennt. Wissen um den Kunden ist die neue Währung im Online-Zeitalter. Dieses Wissen lässt sich am besten durch intelligentes Zuhören sammeln. Weshalb das noch recht junge Feld des Dialog-Marketings schon seit geraumer Zeit als ein entscheidendes Wachstumsfeld erkannt worden ist. Jedenfalls von einigen.

Doch selbst wenn altgedienten Marketingprofis Worte wie „Web 2.0“ oder „Mitmach-Internet“ ganz schön flott über die Lippen kommen, sieht die Praxis leider noch ganz anders aus. Der Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat in seinem letztes Halbjahresreport festgestellt, dass die klassischen „Push“-Formen der Online-Werbung wie Banner und andere grafische Werbeelemente mit mehr als 1,8 Milliarden Euro der Löwenanteil der Werbeinvestitionen ausmacht – wie in den Vorjahren. Suchmaschinenoptimierung liegt an zweiter Stelle. Von Dingen wie Dialogmarketing oder Interaktion ist aber in den Bericht noch keine Rede.
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