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Denic – oder wie man sein Image ramponiert…

Hans-Joachim Otto, Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium hat es immer schon gewusst. „Das Internet“, so bekundet er, „ist der Treiber für wirtschaftliche Innovationen in Deutschland geworden. Und die Denic managt das alles wunderbar“. Sprich’s als Testimonial für die zentrale deutsche Domain-Registrierungsstelle und fügt hinzu: „Wenn es die Denic nicht gäbe, wir müssten sie erfinden“.

Bild: Screenshot des Denic-Clips auf Youtube.

So weit alles gut im neuen Imagefilm der Denic, der zur Zeit durch’s Netz kursiert und unter anderem hier ansehbar ist. Was dann aber folgt, zieht allen Werbetreibenden die Schuhe aus und provoziert die Communties von Facebook bis YouTube zu bösartigen, höhnischen Kommentaren.
Sitzt da doch ein Paar vor dem obligatorischen Sony-Flachbildschirm auf dem ebenso obligatorischen cremefarbenen Sofa, zwei Gläser und eine Flasche Rotwein vor sich und schaut fern. Auf dem Bildschirm zu sehen: Hans-Joachim Otto.
Das Pärchen horcht interessiert auf. Sie stellt die gesprächseinleitende Frage: “Das ist ja interessant. Hast du schonmal was von dieser Denic gehört?” Brummt er sonor zurückt: “Na, dann schaun wir dochmal danach, worum es gerade geht…”
Was folgt?
Er zückt sein iPad, gibt denic.de ein und der Horror nimmt seinen Lauf…

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Die verlorene Unschuld der Bundesrepublik

Was denkt man, wenn man eine interessante Webseite nicht erreicht? In einer Demokratie denkt man „Pfusch beim Provider“? „Server abgestürzt“? „Rechnung nicht bezahlt“? In einer Diktatur denkt man an Werner Finck, der sich das Vergnügen gönnte, im Dritten Reich Kabarett zu machen. Und der sagte:

Gestern waren wir zu.
Heute sind wir offen.
Wenn wir heute zu offen sind, sind wir morgen wieder zu.

Wikileaks.de war bis vor kurzem noch erreichbar. Gut, drangsaliert, es gab Hausdurchsuchungen und den zynischen Kommentar, es werde wegen Kinderpornographie ermittelt. Um was es tatsächlich ging, konnte man im Netz bereits lesen. Für kinderpornographische Inhalte hat sich der Besitzer der Domain wikileaks.de nicht interessiert. Er war nicht einmal beteiligt an der Veröffentlichung jener peinlichen australischen Liste. Aber selbst wenn er es gewesen wäre: Wehret den Anfängen. Es darf nicht strafbar sein, der Welt zu zeigen, dass Geheimnisse im Internet nicht zuverlässig geheim bleiben. Und dass die ominöse Liste eben nicht nur strafbares Material enthielt.

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