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Zum Advent: Czyslanskys Widerrede gegen Schirrmacher

In ein paar Minuten werden wir uns im Münchner Presseclub zur Czyslansky-Weihnachtsfeier zusammensetzen, um über die Thesen von Frank Schirrmacher und die Frage zu diskutieren: „Sind wir bald die digitalen Deppen?“ Zur Einleitung folgendes:

Ich lebe seit vielen Jahren davon, dass ich als „Internet-Urgestein“ (danke für diesen Ehrentitel, Sebastian) und digitaler Berufsoptimist in Vorträgen, Büchern, Fernsehauftritten, Kolumnen und Blog-Artikeln über die Veränderung und Bereicherung des beruflichen und privaten Alltags durch das Internet und durch das Phänomen der Vernetzung schreibe und rede. Herr Schirrmachers Thesen in seinem Buch „Payback“ sind ein Frontalangriff auf diese Weltsicht, und sie haben mich deshalb zu einer heftigen Gegenrede auf czyslansky.net veranlasst.

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Warum Frank Schirrmacher nicht mehr mitkommt

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Bild: Michael Fischer-Art

Eigentlich sollte man einen, der nicht zwischen köperbindigen Gewebe mit eingestreuten Noppen aus grobem Wollgarn und einem Eintrag in einem neuartigen sozialen Netzwerk unterscheiden kann, nicht besonders ernst nehmen. Wenn er aber Frank Schirrmacher heißt und sich anmaßt, ein Buch über das Informationszeitalter zu schreiben, dann kann man nicht umhin, sich mit ihm auseinander zu setzen. Schließlich wird er einem ja gerade von allen Seiten vorgesetzt, im „Spiegel“, in der „Zeit“, in der alten Tante „FAZ“ (deren Herausgeber er ist) und natürlich auf den Feuilletonseiten der „Süddeutschen“ – dort wenigstens mit der nötigen kritischen Distanz. Immerhin ist dem SZ-Autoren Andrian Kreye der hochnotpeinliche Tippfehler in Schirrmachers anfänglicher Aufzählung der apokalyptischen Reiter des Digitalen aufgefallen („SMS, E-Mails, Feeds, Tweeds…“).

Ansonsten könnten wir alle zur Tagesordnung übergehen und „Payback“, das jüngste Angstmacherbuch Schirrmachers, auf den gleiche Müllhaufen der Geschichte werfen wie sein böswilliger Versuch, im „Methulsalem-Komplott“ die Jungen gegen die Alten aufzubringen, oder sein prekäres Gelabere über soziale Entwurzelung in „Minimum“. Die Bretter, die Schirrmacher bohrt, sind von solch hauchdünner Konsistenz, dass es sich kaum lohnt, die Sägespäne wegzuwischen. Weiterlesen

Die Evolution des Handy-Daumens

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Schnell: Mit welchem Finger drücken Sie die Haustürklingel? Mit dem Zeigefinger? Dann sind Sie über 30. Junge Menschen benützen den Daumen, weil sie mit Handy und PDA aufgewachsen sind. Das behauptet jedenfalls Alice Rawsthorn in einem Beitrag für in Paris erscheinende die International Herald Tribune. Dank der ständigen Verwendung bei der Texteingabe sei der Daumen junger Menschen heute stärker, beweglicher und ausdauernder als früher, was sie als Beweis für die These zitiert, dass sich der Mensch unter dem Einfluss seiner Technologie evolutorisch weiterentwickelt. Das gelte nicht nur für die physikalischen, sondern auch für die mentalen Eigenschaften junger Menschen, die angeblich inzwischen die Fähigkeit des Multitasking erlernt haben: Sie können gleichzeitig ein Gesrpäch führen und eine Textnachricht tippen, während sie sich gleichzeitig aus den Ohrknöpfen ihrer iPods die neuesten Musikstück ins Hirn pusten.

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