Neues aus der LinkedIn Service-Wüste

Eigentlich bin ich schon seit vielen Jahren ein großer Fan von LinkedIn:

  • Vor Gründung der Deutschland-Niederlassung von LinkedIn war ich als sogenannter „LinkedInsider“ beratend für das amerikanische LinkedIn Headquarter tätig
  • Ich berate regelmäßig Unternehmen im Bereich LinkedIn Marketing 
  • Ich empfehle LinkedIn immer wieder als Referent auf zahlreichen Konferenzen und Kongressen

Und so kommt es, dass meine Kunden bei Problemen mit LinkedIn gelegentlich Rat bei mir suchen. Vor einigen Tagen meldete sich einer meiner Kunden, weil plötzlich auf seinem Firmenprofil in LinkedIn Stellenausschreibungen auftauchten, die das Unternehmen niemals eingestellt hat. Nicht nur das: mein Kunde hat noch nicht einmal eine Karriereseite bei LinkedIn eröffnet. Die ausgeschriebenen Positionen gab und gibt es bei meinem Kunden auch nicht. Vielmehr handelt es sich um Positionen, die offenbar bei einem Immobilienunternehmen ausgeschrieben sind. Auf Anfrage weiß man dort aber von diesen Stellenanzeigen auf LinkedIn nichts. Seltsam.

LinkedIn Service

Im LinkedIn Firmenprofil meines Kunden werden unerwünscht Stellen ausgeschrieben, die es nicht gibt.

Eigentlich ein klarer Fall für den LinkedIn Service:

Auf LinkedIn Firmenprofilen gibt es den Menüeintrag Jobs.

Falls keine Jobs beworben werden, sollte dann aber eine entsprechende Meldung ausgegeben werden.

Der LinkedIn Service kommt mir indisch vor

Erste Beschwerden meines Kunden bei LinkedIn über die Feedback-Funktion blieben unbeantwortet. Also wurde ich gebeten, mich um den Fall zu kümmern. Ich habe parallel bei LinkedIn eine förmliche Support-Anfrage gestartet und – weil ich schon befürchtete, dass der normale Weg zu langsam sein würde – ein mir bekanntes Mitglied der LinkedIn Deutschland Geschäftsführung direkt über LinkedIn um Unterstützung gebeten. Mein Kontakt meldete sich leider nicht. Und die Support-Anfrage läuft nun auch schon seit mehreren Tagen. Hier stellte sich immerhin ein freundlicher indischer Support-Mitarbeiter vor und bat um einen Link auf eine der nicht bestellten Stellenanzeigen. Ein Link auf das Firmenprofil mit den Stellenanzeigen lag ihm natürlich schon lange vor. Den hatte ich schon in der Eröffnung meines Support-Tickets mitgeteilt. Eigentlich war diese Rückfrage völlig überflüssig. Meine Antwort an den Support blieb bis heute  ebenfalls unbeantwortet. 

Ich befürchte ja, dass der technische Support bei LinkedIn von Indien aus erfolgt. Das würde dann zumindest einen Teil des Zeitverzugs erklären.

Jedenfalls ist es völlig inakzeptabel, dass über mehrere Tage eine dringende Anfrage zu einem Firmenprofil unerledigt bleibt. Immerhin handelt es sich offenbar um einen schwerwiegenden technischen Fehler von LinkedIn. Mein Kunde sieht einen erheblichen Image-Schaden für sich und wird nun wohl einen Anwalt beauftragen. Abraten kann ich ihm davon leider nicht. Irgendwie fühlt er sich gelinkt


Nachtrag vom 28.8.17:

Es wird immer besser: Tatsächlich wurden inzwischen bis auf eine falsche Stellenausschreibung alle falschen Einträge von LinkedIn gelöscht. Auf meine Frage, wie es denn zur Ausschreibung falscher offener Stellen bei meinem Kunden kam erhielt ich heute diese Antwort:

„LinkedIn macht große Verbesserungen an der Menge, Qualität und Art der Jobs, die wir auf unsere Webseite zu unseren Mitglieder zugänglich machen. Wir haben Jobs in Ihrem Unternehmen identifiziert und sie auf LinkedIn gehostet, um Ihnen zu helfen, von der Sichtbarkeit von Millionen von Arbeitssuchenden auf LinkedIn zu profitieren. Nach der Überprüfung der Aufträge in Ihrem Unternehmen, haben wir Sie als potenzielle Jobs identifiziert. Derzeit sind diese Auflistungen begrenzt, dh nur in Job-Suchergebnissen auf LinkedIn erscheinen. Diese werden nur die Kandidaten unter LinkedIn Jobs in ihrem „Jobs You May Be Interested In“ -Modul sehen.
Aber wie Sie uns schon gesagt haben, habe ich an unseren Produkt Team angefragt, diese Listings zu löschen und nie in der Zukunft wieder zu haben. Hoffe, es Ihnen hilft.
Ich werde Ihnen bestätigen, nachdem ich von dem Team gehört habe.“

Im Klartext: LinkedIn identifiziert auf eigene Veranlassung offene Jobs bei einem Unternehmen und stellt diese Jobs ohne Rücksprache mit dem Unternehmen auf dessen Firmenprofil.  Wenn dann Fehler geschehen, muss man dankbar sein, wenn das Team, das den Fehler bei LinkedIn verursacht solche Mätzchen künftig unterlässt. Ja ja: „LinkedIn macht große Verbesserungen …“

Ein Gedanke zu „Neues aus der LinkedIn Service-Wüste“

  1. Nach der im Beitrag erwähnten Vorstellung des Support-Mitarbeiters habe ich leider bis heute keinerlei weitere Antworten von LinkedIn erhalten. Heute Morgen waren aber immerhin die meisten Stellenanzeigen gelöscht. Eine nicht bestellte Stellenanzeige gibt es immer noch. Ich habe das inzwischen wieder angemahnt. Ein völlig unmöglicher Service.

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