Keiner versteht mich

Freund Hans Dieter macht mich via Facebook über eine Peinlichkeit in der Sächsischen Zeitung aufmerksam. Unter der Überschrift Schwere Echsen ziehen durch den Zoo berichtet die Zeitung über den Einzug von Riesenschildkröten in den Dresdner Zoo:
sachsen
Nun weiß jeder Vollblut-Klugscheißer, dass Leguane, Warane, Anoles, Gürtelschweife, Agamen, Eidechsen, Schleichen, Geckos, Skinke usw. zwar Echsen sind, Schildkröten aber eben nicht. Entsprechend amüsieren sich Reptilienliebhaber, Herpetologen und Terrarianer auf Facebook über diese Meldung… allen voran natürlich die Schilkrötenfreaks. Für alle anderen hier ein Crash-Kurs:

Echse

Echse

Keine Echse

Keine Echse

Bei den Kommentaren möchte ich nicht zurückstehen und gebe einfach mal meinen Senf hinzu:

sachse
Ich finde, mit einem augenzwinkerndem Smilie, von denen ich gleich zwei platziere, ist deutlich gemacht, dass das ironisch war. Wenn Schildkröten Echsen sind, dann ist Dresden eben in Thüringen, egal, ob das in der Sächsischen Zeitung stand oder nicht…

Nun soll man bei Satire und Ironie nicht vorwarnen und Witze nicht erklären. Also lasse ich das und werde prompt belehrt, Dresden liege nicht in Thüringen sondern in Sachsen… noch so einer.

Was lehrt mich das?

Bei allem Tun sollte ich daran denken: Irgendwo gibt es immer einen noch größeren klugscheißernden Besserwisser als mich.

Was das Noch so einer… bedeuten soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Aber ich muss das auch nicht verstehen. Schließlich versteht mich auch keiner.

2 Gedanken zu „Keiner versteht mich“

  1. Komisch, mir ist eigentlich nur aufgefallen, dass diese „Echsen“ anscheinend ALLE „Hugo“ heissen, also wenn damit nicht der Zoo gemeint ist …
    Aber über die Perlen des Lokaljournalismus wundert man sich ja schon lange nicht mehr … oder war das jetzt gegenüber den Dresdnern gemein?
    SZ heisst für mich Süddeutsche Zeitung, der Zoo nicht Hugo, sondern Hellabrunn und überhaupt …

  2. Dass man Schildkröten nicht mit Echsen verwechseln darf, zeigt schon ein Blick auf die zugehörigen Verben: „Schildkröteln“ meint – das wissen wir seit Polt: http://bit.ly/schildkröteln – das ein wenig verworren verlorene Vor-sich-hin-tun. „Echseln“ beschreibt die Arbeit an einer Tabellenkalkulationssoftware von Microsoft, was so ziemlich das Gegenteil von „Schildkröteln“ darstellt. Ich schildkrötle liebend gerne, muss aber ab und zu echseln. Alles klar?

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