iPad statt SOA

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Was soll das denn schon wieder? Ganz einfach, das wird der nächste IT-Trend sein, für den sich das Business nach Blackberry und iPhone tatsächlich begeistern kann. Etliche Manager werden angestrengt zu begründen versuchen, warum sie Apples schicken neuen E-Reader für ihre Arbeit brauchen. Das klingt vielleicht zynisch, lässt sich aber leicht in Gesprächen mit CIOs bestätigen. Jeder von ihnen kann Geschichten darüber erzählen, wie wichtig es dem Management ist, jederzeit mit einem funktionierenden Smartphone zu reüssieren und wie gleichgültig ihm dagegen das Funktionieren entscheidender Unternehmensanwendungen zu sein scheint – seien es Buchungs- oder Abrechnungssoftware, SCM oder CRM-Systeme. Das alles scheint Manager – von generellen Klagen über die IT hinaus abgesehen – nicht wirklich zu interessieren, zumindest scheint es sie, anders als ihr iPhone, kalt zu lassen. Wahrscheinlich sind IT-Systeme zu abstrakt und unpersönlich, solange man sie nicht in der Sakkotasche mit sich herumtragen kann.
Die IT-Branche versucht, der persönlichen Unbetroffenheit gegenzusteuern, in dem sie immer neue Trends ausruft und deren Auswirkungen auf das Geschäft eindringlich schildert. Viele CIOs nehmen diese Trends dankbar auf, um dem Management ihre eigenen Projekte mit einfachen Argumenten schmackhaft zu machen. Das funktioniert nur bedingt und nur für relativ kurze Zeit. Zum einen setzt sich die Business-Seite nicht wirklich mit den Auswirkungen eines neuen IT-Systems auseinander. Zum anderen lassen die positiven Ergebnisse häufig auf sich warten und stellen sich oft nicht im versprochenen Ausmaß ein. Das ist ein Grund für die sich in immer schnellerer Folge abwechselnden Trends. Für die Anbieter ist es dabei relativ leicht, auf den nächsten Trend umzusteigen, wenn der alte keinen ausreichenden Nachfrageschub mehr erzeugt. Für die IT-Verantwortlichen ist das schwieriger: Sie arbeiten noch am letzten Business-Intelligence-, Collaboration- oder SOA-Projekt, wenn die Branche schon längst Cloud Computing und Software as a Service ausgerufen hat.
Erst die persönliche Betroffenheit würde dazu führen, dass sich mehr Vertriebsverantwortliche, Marketing-, Produktions- oder Finanzmanager ernsthaft mit der Enterprise-IT auseinandersetzen. Sicherheit und Datenschutz sind die einzigen Themen, bei denen das halbwegs gelungen ist. Und zwar über die persönliche Schiene: Erst als Geschäftsführer und Vorstände verinnerlichten, dass sie auch im Sinne des Gesetzes für die Sicherheit der Daten verantwortlich sind, fanden Security und Privacy einen festen Platz auf der Vorstandsagenda.
Deshalb sollten IT-Verantwortliche seltener die Argumente der Herstellerschaft aufnehmen, um ihr Management zu überzeugen, sondern sie sollten es Ihnen mit anfassbaren Prototypen zeigen. Die können die Manager zwar immer noch nicht in der Jackentasche mit sich herumtragen und den neidischen Kollegen zeigen, aber sie würden wahrscheinlich besser verstehen, was IT-Systeme auch für sie persönlich bewirken.
Foto: Flickr, NDevil

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