Ich mag nicht mehr immer „ON DEMAND“!

„Müssen wir heute schon wieder spielen, was wir wollen?“
Das war der Klageruf des antiautoritär erzogenen Kindes im Kindergarten der 1970er Jahre.

Jetzt heißt es:
Muss ich schon wieder den Film schauen, den ich schauen will?
Die Podcasts hören, die ich will?
Einen  Beitrag zu einem Thema lesen, das mich interessiert?

Früher, als ich noch sequentielle Medien genutzt habe: als das Radio lief, der Fernseher eingeschaltet wurde, um mal zu sehen, was so kam, da war das anders. Da wurde ich immer wieder mal überrascht. Überrascht von Sendungen und Beiträgen zu Themen, von denen ich gar nicht wusste, dass sie mich jemals interessieren würden. Und das hat mein Leben um vieles bereichert und meine Interessen erweitert.
Niemals hätte ich den wundervollen Dokumentarfilm über die Fahrstühle der vorletzten Jahrhundertwende als „On Demand“ heruntergeladen. Niemals den Lebenserinnerungen einer hundertjährigen Schwabingerin gelauscht …
Kann ich dieses Phänomen des überrascht Werdens, des plötzlich inspiriert Werdens in einem „On Demand“ und „Google-Suchbegriff“ – Zeitalter noch erleben?

Gibt es für mich Dienste, wie „zufaellige-doku-gucken.de“ oder „irgendwas-interessantes-lesen.de“?

6 Gedanken zu „Ich mag nicht mehr immer „ON DEMAND“!“

  1. Auch nicht schlecht: Die „Auf gut Glück!“-Funktion von Google. Ich habe gerade „Papierflieger“ eingegeben und bin beim „Papierflieger.net“ herausgekommen, nach eiger Aussage „Das Portal für die Bauanleitungen der besten Papierflieger weit und breit!“ Stimmt. Im Übrigen lernte ich auf diese Weise das „Lufthafen-Institut für Angewandte Papierfliegerforschung“ am Massachusetts Insitut of Technology mit seinem renommierten Gründer, Prof. Dr. Zaphod B. Lufthafen, kennen. Es lebe der Zufall!

  2. Wie wäre es mit einem sog. „analogen“ Medium?
    Kauf Dir ein papiernes Ding, namens Zeitung (für Überraschungen immer gut die ZEIT oder wochenends die taz).
    Setze dich in ein Cafe und laß dich überraschen 😉

  3. Es ist ja nicht so, dass es das nicht noch gibt. Man kann immer noch durch das Fernsehprogramm durchzappen, man kann irgendwie rumklicken bei YouTube, und, wie oben erwähnt, Zeitungen gibt es ja noch. Und ich bin hier gelandet, weil ich mich mal wieder von einem Czyslansky-Artikel überraschen lassen wollte 🙂 soll heißen, die Blogospere bietet doch auch genügend Überraschungen.

    Ich verstehe den Artikel alarmierender. Man [I]kann[/I] das sehen, was man will. Also gibt es keine Ausrede mehr, wenn man nur einfach canapee-selig „Wetten daß“ anschauen will. Und das ist auf Dauer anstrengend, womit wir wieder bei dem bedauernswerten Kind sind, das mein vollstes Mitgefühl hat.

  4. das web ist bis zu meinem tod kein ersatz für arte und vor allem nicht für br-alpha und dem begnadeten professor lesch und seiner alpha centauri, aber mittelfristig wohl für ard und zdf und ganz sicherlich für rtl, pro7 und sabber1.

    @andreas gauger: hübscher link. danke dafür 😉

    @tim: prof. dr. zaphod b. lufthafen war ein hochstapler und nannte sich ja auch „zweiundvierzigster earl von lufthafen (siehe: http://www.cyberjuz.at). schon die zahl „42“ sollte einen stutzig machen. tatsächlich hatte er eine zeitlang eine beziehung zur tochter des britischen adeligen „earl henry airport“, eines zeitgenossen von czyslansky, nach dem der zwei meilen westlich von blackwell, oklahoma, liegende gleichnamige privatflugplatz benannt wurde ((IATA: BWL, FAA LID: 6OK6). aber wer weiß das schon …

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