Ich bin nicht mehr politikverdrossen!

Politik macht irgendwie wieder Spass.
Zunächst werde ich mich wohl auch einmal öffentlich outen müssen: ich bin eigentlich kein Demokrat. Ich glaube nicht an Politik, an Staaten und Regierungen: ich bin in meinem Herzen zutiefst anarchistisch. Schreibt Oskar Lafontaine ein Buch mit dem Titel: „Das Herz schlägt links“, so sage ich: „Meines schlägt da wo es eben will, aus basta!“ (Wäre aber ein blöder Buchtitel)
Was die Durchsetzung meines revolutionär, anarchistischen Weltbildes angeht, halte ich es mit Konstantin Wecker, der sang: „Wer macht si scho die Plag und revoluzzt an ganz’n Tag.“
Ich bin schlicht und ergreifend zu faul und zu bequem zum Revoluzzen und da es keine „Nichtwählerpartei“ mehr gibt, weil die Herrn Beuys zu anstrengend wurde, bin ich seit vielen Jahren politikverdrossen.

Aber langsam wird es wieder spannend.
Konzerne gehen den Bach herunter, Banken und Unternehmen werden verstaatlicht. Die „Bürger“ haben wieder Angst und flüchten in Moral und Werte, die Sozialisten pfeiffen auf dem letzten Loch, weil sie einfach zu doof sind. Die Liberalen schicken Brüssels Next Topmodel, die Weinkönigin Silvaner Silvana, in den Wahlkampf und räumen ab … und es gibt endlich Piraten!

Politik macht wieder Spass, geht das nur mir so?

3 Gedanken zu „Ich bin nicht mehr politikverdrossen!“

  1. Nein, mir auch. Nachdem mir der Wahlomat exakt wie bei Dir angezeigt hat, ich sei das Missing Link zwischen CSU und Piraten. Und ja, die Demokratie muss überarbeitet werden. In der Form, wie wir es jetzt haben, gibt es sie mit Unterbrechung (hüstel) grad mal hundert Jahre und in Amerika erst seit rund 40 Jahren, seit die Neger mitwählen dürfen. Da von einem ausgereiften Modell zu sprechen ist kühn. Gibt es Alternativen?

    Angesichts prügelnder Welfen und im Trivialfernsehen auftretender Hohenzollern ist die klassische Monarchie auch ein Auslaufmodell. Vielleicht sollten wir uns bei Herzmanovsky-Orlando Rat holen und die tarokanische Methode einer k.u.k.u.k.u.k.-Monarchie wählen? Czyslansky hat so manchen Abend mit Fritz v. H.-O. vergnüglich diese Themen erörtert. Die Streitschrift „Fortuna als Wahlleiterin oder ein zufällig ausgewählter Bürger ist immer besser als ein Politiker, der aus eigenem Antrieb ein Amt anstrebt“, von beiden veröffentlicht, wurde in ganz Europa aufgeregt diskutiert, bevor – rätselhaftes Schicksal – zeitgleich all die Kopien vernichtet wurden, die nicht ohnehin kurz darauf im Feuer des Zweiten Weltkriegs untergingen. Die Beteiligung der Rosenkreuzer und der Illuminaten ist bis heute ungeklärt.

    Und wenn es das Zufallsprinzip doch nicht ist? Dann: Eine aufgeklärte Diktatur, vielleicht zartgrün mit Rotationsprinzip? Oder eine repräsentative Demokratie, Stimmrecht nur für handverlesene Wahlleute? Oder eine straff durchorganisierte Anarchie mit einem starken Anarchen an der Spitze?

    Kurz: Politik macht mir auch wieder mehr Spass, kippt aber gelegentlich ins Absurde. Der Ernst und die Ernsthaftigkeit lassen nach 🙂

  2. Da möchte ich mich gerne anschließen.
    Trotz einiger Mühen viel es mir recht Schwer eine Wahl für die Europasinnlosigkeit zu treffen.
    Unter all den illustren Kandidaten fehlte nur die Kinderpartei und die Partei der fröhlichen Alkoholiker.

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