heute gibt’s geburtstag: 55 jahre zensursula

„knappe fellbikinis“ waren heute vor 55 jahren zwei tarzan-comics zum verhängnis geworden. die männer in der bundesprüfstelle für jugendgefährdende schriften (heute bpjm, weil es ja um „medien“ geht und nicht mehr nur wie damals um „schriften“) hatten „tarzan, der dschungel brennt“ und „der kleine sherrif“) als erste medien auf den index gesetzt.

in der folge wurden deutschlands dschungelschönheiten dann umkostümiert.  so erhielt die tief dekolltierte tarzan-amazone eben schnell ein kleidchen übergetreift. links „undeutsch“, rechts „deutsch“:

tarzan50

(quelle: W. Fuchs und R. Reitberger: Comics-Handbuch, Reinbek 1978).

die inkriminierten titel würden, so formulierten die sittenwächter auf jugendliche „nervenaufpeitschend und verrohend wirken“ und sie „in eine unwirkliche Lügenwelt versetzen“. hat sich was in diesen 55 jahren geändert? ja, hat sich: dem heutigen fernsehmedialem dschungel-camp täte eine kleiderspende unter ästethischen gesichtspunkten wirklich gut. und noch was: damals stimmte die spd noch gegen die einführung der bpjs …

4 Gedanken zu „heute gibt’s geburtstag: 55 jahre zensursula“

  1. Wirklich 55? Nicht 155? Es ist nicht zu fassen. Aber andererseits, wer sagt, die Entwicklung sei nicht zirkulär? Würde Bilitis heute gedreht, wäre es kaum FSK 16, da haben sich die Zeiten seit den 70ern durchaus wieder in Richtung Prüderie gedreht.

    Auffällig ja auch, dass viele Politiker in der Aufregung andauernd fordern, die Pornographie solle aus dem Internet verschwinden, die sei ja illegal. Wenn die 68er ihre Eltern mit Freizügigkeit provoziert haben, wird eine Generation kommen, die ihre Altvorderen mit Prüderie schockt. Kann man nichts machen. Irgendwann wird den Putten in den Kirchen wieder Wäsche übergezogen wie in den 50ern. Keine Katastrophe, auch Verhülltes hat seinen Reiz *grins*

    Nur sollten die Jungen warten, bis die Alten ausgestorben sind, die sie kopieren, das wäre nett.

  2. Das erinnert mich ein bisserl an den legendären Film „Liane, das Mädchen aus dem Urwald“ mit Marion Michael und Hardy Krüger (1956) … ein grosser Skandal, aber nicht auf dem Index. Heute nur noch ein Schenkelklopfer, damals eine Perle des erotischen Films.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.