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Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Verleger und das Internet

Da haben sich also in München die Vertreter der großen deutschen Verlage von Springer über Gruner & Jahr bis zu Burda zusammen getan und eine „Münchner Erklärung“ formuliert. Ziel dieses Papiers (sic!): Die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland einzudampfen und radikal zu beschränken. Deren Angebote dürften im Web weder journalistischen Charakters sein, noch Ratgeber-Funktionen beinhalten und auf gar keinen Fall mit Werbung garniert werden, in jedem Fall aber nach 7 Tagen zu löschen sein. Eigentlich, so der Tenor der Erklärung, sollte das ZDF in Zukunft am besten nur noch die Mainzelmännchen im Internet zur Verfügung stellen.

Grund des grotesk anmutenden Ansinnens: Das bekanntlich aus Zuschauer-Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Angebot gefährde die publizistischen Aktivitäten der privatwirtschaftlichen Presse im Internet. Mann will sich also einen unliebsamen Wettbewerber vom Hals schaffen. Verständlich – zumal keiner der erklärenden Verlage bislang auch nur ansatzweise ein ähnlich gelungenes, modernes und multimediales, zugegeben: auch aufwändiges Informations- und Unterhaltungsangebot im Internet an den Start gebracht hat, wie etwa die „Mediathek“ des ZDF.
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