Das Ende einer Erfolgsstory, oder warum ich meinen Tee jetzt bei Amazon bestelle

Schön war's - aber nun ist's vorbei...

Schön war’s – aber nun ist’s vorbei…

Die Wiege des Onlinehandels in Deutschland stand in Oldenburg in Holstein. Studenten der Fachhochschule Flensburg waren auf der Suche nach einem typischen Einzelhändler, den sie als Fallstudie ins neugeschaffene World Wide Web stellen und damit beweisen konnten, dass dieses Webs-Dingsda auch als Verkaufsplattform taugt und nicht nur als akademische Spielwiese. Der alte Frank Franken, der in Oldenburg seit vielen Jahren ein Teegeschäft betrieb, schien ihnen ein geeignetes Opfer zu sein, und sie bauten mit seiner Zustimmmung einen noch recht primitiven Webshop, der aber funktionierte. Das Problem war nur: Der alte Herr Franken hatte keinen Computer. Macht nichts, sagten sich die Kids, und programmierten ihm eine Fax-Weiche, so dass die Online-Bestellungen bei ihm halt ganz altmodisch aus dem Faxgerät herausgerattert kamen.

Der Web-Laden war ein großer Erfolg, und auch ich habe dort von Anfang an meinen Tee gekauft, zumal Herr Franken einen wunderbaren, allerdings auch sehr teuren Oolong namens „Butterfly of Taiwan“ anbot, der mir bis heute sehr gut schmeckt. 20 Jahre lang habe ich dort brav meinen Tee bestellt, auch später, als Herr Franken längst tot war und seine Nachfolger das alte Ladengeschäft geschlossen hatten und den Tee nur noch per Internet vertrieben. Ich benützte das Beispiel auch in meinen Vorträgen als eine der typischen kleinen Erfolgsstories des E-Commerce in Deutschland. Weiterlesen

Heute ist der „International Homeoffice Day“

Jeder Anlass hat seinen Tag. Heute ist der „Internationale Home Office Tag„.

Home Office Day

„Ich packe meinen Office-Rucksack“. Die Mitarbeiter werden mobil und wandern vom Home Office direkt ins Lager der digitalen Beduinen.

In meiner Agentur vibrio haben wir das zum Anlass genommen, heute einmal alle komplett im Home Office zu bleiben (Zur aktuellen Diskussion über Home Offices siehe auch den Bericht zu einem Event im PresseClub: Zukunft der Arbeit). Nur die Server bleiben im Server-Raum. Das ist neu. Und eine kleine Generalprobe.

Home Office? und wo soll ich dann mit dem Photo meiner Kinder hin

Angefangen hat alles im Jahr 2003. Nein, eigentlich hat es damals eben NICHT angefangen. Im Herbst jenen Jahres schlug ich meinen Kolleginnen und Kollegen vor, das Büro zu verkleinern. Ich wollte die feste Zuordnung von Arbeitsplätzen auf Mitarbeiter aufgeben: jeder sollte nur mehr einen Rollwagen für sein persönliches Habitat haben und sich morgens einfach mit seinem Office-Rollator einen freien Schreibtisch suchen.  Ich hatte es so unendlich satt, ständig auf leere Schreibtische zu gucken. Schließlich nahm schon vor mehr als zehn Jahren die Zahl unserer Teilzeitmitarbeiter/innen massiv zu. „Schuld“ war eine Regelung, die es jedem Mitarbeiter erlaubt, seine individuelle Arbeitszeit auch individuell zu regeln: der eine arbeitet 20 Stunden in der Woche, der nächste 28, wieder ein anderer 32 oder 40. In Halbtagsschritten ist alles Mögliche denkbar und alles Denkbare möglich.

Um genau zu sein waren es – leider „natürlich“ – vor allem Kolleginnen, die gerne die Möglichkeit zur Teilzeitpräsenz wählen. Es sind nun einmal bei uns wie anderswo auchl vor allem die Frauen, die die Last der doppelten Berufstätigkeit zu tragen haben:

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Digitale Transformation erfasst das Handwerk

Mobile Generalisten gefragt!

Mobile Generalisten gefragt!

In Zukunft werden wir alle arbeiten, wann und wo wir wollen. Das ist eine Kernthese aus meinem neuen Buch, „Digitale Transformation“, das letzte Woche im Vahlen-Verlag erschienen ist. Wenn ich den Satz aber in meinen Vorträgen wiederhole, bekomme ich häufig Kontra von Leuten, die das Beispiel des Handwerksmeisters zitieren, der viel Zeit in seiner Werkstatt verbringen muss. Manchmal hat man da den Eindruck, das deutsche Handwerk stecke noch im digitalen Mittelalter fest. Dieser Eindruck ist aber falsch.

Woher ich das weiß? Weil ich gerade den „Hagebau Report“ gelesen habe, der den Untertitel trägt: „Die deutsche Bauwirtschaft im Wandel –Herausforderungen für das traditionelle Handwerk“. Darin ist von so genannten „mobilen Generalisten“ die Rede, nämlich Handwerksmeister, die keine feste Werkstatt mehr haben, aber ein breites Spektrum an Dienstleistungen anbieten. Ihre Zahl soll in den vergangenen 10 Jahren so stark gewachsen wie sonst keine andere Branche im Bauhandwerk und beträgt angeblich schon mehr als 120.000 Betriebe in Deutschland. Weiterlesen

Nach VW-Skandal jetzt auch noch Mercedes bei Trickserei erwischt. Exklusiv aufgedeckt von Vicky Lieks

Jetzt kommt es ganz dicke für die deutsche Automobil-Branche. Offensichtlich hat nicht nur Volkswagen in den U.S.A. mit getürkten Abgaszahlen hantiert: die Kollegen von Mercedes-Benz haben offenbar bei der Vorstellung ihres ersten Wagens, der gezielt für die Zukunft des  autonomen Fahrens entwickelt und auf der IAA vor wenigen Tagen der Weltöffentlichkeit vorgestellt wurde, heftig getürkt.

autonomer mercedes

Stolz präsentierte Mercedes seinen ersten vorgeblich autonom fahrenden Prototyp. (Bild Mercedes)

Nach dem VW-Skandal folgt nun der Mercedes-Skandal

Röntgenbrille

Die Röntgenbrille der Autorin

Nun ist es mir aber gelungen mit meiner digitalen Röntgenbrille in einem unbeobachtetem Augenblick das Bild zu dokumentieren, das die Daimler-Leute uns nicht zeigen wollten:

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Roboter sind die besseren Chefs

robotchef KopieBei Robotern denken die meisten Menschen wahlweise an riesige Maschinen mit Greifarmen, die in Autofabriken in Reih und Glied stehen und dort Schwerstarbeit verrichten, oder an kleine Haushaltsroboter wie elektronische Staubsauger oder Sonys niedlicher Aibo, der wie ein Hündchen aussah und auf Knopfdruck Pfötchen gab oder sich auf den Rücken legen konnte. Das Wort „Robota“ ist slawisch und bedeutet so viel wie „Frondienst“ oder „Zwangsarbeit“. In der Literatur werden sie gerne als „Maschinenmenschen“ thematisiert, die meist entweder als Helfer oder als Bedrohung dargestellt werden.

In der Fertigung stecken Roboter meistens im Gefängnis, also in abgeschlossenen Gitterräumen, zu denen der Mensch keinen oder nur begrenzten Zutritt hat. Das liegt an der Gefahr, die tatsächlich von ihnen ausgeht: Wer nicht aufpasst, könnte dem Roboterarm in die Quere kommen und sich schwer verletzen oder sogar sterben, bevor irgendjemand auf den Stoppknopf drücken kann. Aber die Tage des Roboters in der Zelle sind bald vorbei. Im Zeitalter autonomer Maschinen wird es möglich sein, den Roboter bald endgültig von der Leine zu lassen. Weiterlesen

„Blogs werden immer mehr zu einer wichtigen Wegstation auf der Customer Journey.“

Gute Reise!

Gute Reise!

Dieses Interview mit mir erschien gerade auf der Homepage von eco, dem Verband der deutschen Internetwirtschaft e.V.

Er zählt zu den ersten Bloggern im deutschsprachigen Raum: Tim Cole, Journalist, Buchautor und Referent. Sein Blog „cole.de“ feiert in diesem Jahr sein zwanzigjähriges Bestehen. Im Interview berichtet er über die Anfänge, Hürden mit HTML und wie das Blog seine berufliche Tätigkeit verändert hat.

Herr Cole, wann gab es Ihren erster Blogeintrag und zu welchem Thema?

Das war im Januar 1995, und es ging um ein Thema, das bis heute hochaktuell geblieben ist, nämlich um das Abhören von Handys. Die Polizei wollte, dass Telekom und Mannesmann die bis dahin abhörsicheren GSM-Netze nachträglich für Staatsschutzorgane öffnen sollten, was ein klarer Rückschritt war.

Damals habe ich geschrieben: „Lasst alles, wie es ist! Ich finde es ganz beruhigend zu wissen, dass mir niemand, aber auch niemand zuhören kann, wenn ich im D-Netz telefoniere. Wir werden im Leben schon genug beschnüffelt und erfasst.“ Leider hat man nicht auf mich gehört.

Wie sind Sie überhaupt zum Bloggen gekommen?

Ich war damals Chef der Redaktionsgruppe Multimedia bei der Motor Presse Stuttgart, und wir haben ein neues Heft entwickelt namens connect. Dort schrieb ich jeden Monat eine Kolumne mit dem Titel „Mein Leben im D-Netz“. Um diese Zeit hörte ich zum ersten Mal von etwas, das sich „World Wide Web“ nannte, und ich wollte das sofort haben.

Mein Freund Sebastian von Bomhard von Spacenet in München richtete mir einen Server ein und reservierte die Domain „cole.de“ für mich. Nur hatte ich keine Ahnung, was ich mit meiner schönen neuen Webseite machen sollte. Da kam mir die Idee, die Kolumne einfach scheibchenweise ins Netz zu stellen, denn irgendwie war mir damals schon klar, dass eine Homepage leben muss, also ständig irgendwelche neuen Inhalte dort zu sehen sein sollten. War ja auch irgendwie logisch.
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Heisse Platte – Der Phono-Vorverstärker RESTEK MINIRIA

Phono-Vorverstärker

Der RESTEK MINIRIA ist ein großer Phono-Vorverstärker für kleines Geld

Nein, AUF den Plattenspieler gehört er nicht – der kleinste Phono-Vorverstärker von RESTEK. Aber ZUM Plattenspieler gehört er unbedingt – der MINIRIA. Und dafür gibt es genau vier Gründe:

  • Er ist schön.
  • Er ist klein.
  • Er ist nicht teuer.
  • Er ist verdammt gut.

Angesichts der nicht zu übersehenden Renaissance der Schallplatte verwundert es nicht, dass derzeit beinahe wöchentlich irgendein Hersteller einen neuen Phono-Vorverstärker auf den Markt wirft. Und hingeworfen wird da häufig ein schnell zusammengeschusterter Kasten. Schließlich will jeder etwas abbekommen vom Vinyl-Hype.

Dabei ist die Entwicklung und Herstellung eines „Phono Pre Pre“ alles andere als einfach und nicht „mal schnell so nebenher“ gemacht. Die Verstärkung der winzigen Spannungen eines Tonabnehmers erfordern viel KnowHow und große Sorgfalt in der Auswahl und der Montage der Bauteile. Kaum ein anderes Glied der Hifi-Kette hat mehr Einfluss auf den Klang. Da vertraue ich gerne auf die Erfahrung einer deutschen Hifi-Manufaktur, die seit mehreren Jahrzehnten einen erstklassigen Ruf hat. Und wen es dann auch noch ein Gerät ist, das sich eigentlich schon seit mehr als zehn Jahren auf dem Markt befindet, in dieser Zeit aber laufend gepflegt und vorsichtig verbessert wurde, dann darf man gute Qualität erwarten.

Hinter dem RESTEK MINIRIA steckt wahre Leidenschaft für Musik von der Schallplatte, eine Leidenschaft die älter ist, als der momentane Vinyl-Hype. Und tatsächlich hat der Gründer, Inhaber, Entwickler und „Mastermind“ von RESTEK, Adrianus Elschot nie aufgehört gute Schallplatten zu hören. Und das hört man dem MINIRIA einfach an.

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Auch die digitalen Müllberfge wachsen

Auch die digitalen Müllberge wachsen

Der Seufzer von Siemens-Chef Heinrich von Pierer ging um die Welt: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß“, so der legendäre Vorstandschef, „dann wären unsere Zahlen noch besser.“ Das war auf der Bilanzpressekonferenz von Deutschlands größtem Technologiekonzern in München – im Jahre 1995!

Tatsächlich schlummern in jeder Firma ungeahnte Schätze in Form von digitalen Informationen. „Daten sind das Erdöl des 21sten Jahrhunderts“, schrieb der niederländischen Gründer und Finanzier Joris Tonders von Yonego, einem Spezialisten für Internet-Marketing, unlängst im amerikanischen Kultmagazin Wired.

Leider sehen das viele Unternehmer und Manager nicht so. Für sie ist das Sammeln und Verarbeiten von Daten kein Teil der Gewinnstrategie, sondern ein Kostenfaktor. Doch damit kommt man im Digitalzeitalter nicht weiter. Daten sind heute ein Teil des Betriebsvermögens, wie Maschinen, Gebäude, Rohstoffe und Fahrzeuge.

Das Problem ist nur: Daten kommen heute in vielen Formen und Formaten daher: als Einträge in Datenbanken, aber auch per Mail, Fax oder als Tonaufnahmen, etwa von Unterhaltungen zwischen Kunden und Callcenter-Mitarbeitern. Fachleute sprechen von „nichtkodierbaren Daten“, und sie liegen in fast jedem Unternehmen bis heute brach, sozusagen riesige digitale Mülldeponien, ungenutzt und ungeliebt. Weiterlesen

Windows 10 Migration ohne Migräne: Ein Gespräch mit Thomas Koll, Inhaber von Laplink über Windows 10 und PCmover

Thomas Koll

Thomas Koll, Inhaber von Laplink und früher VP von Microsoft, im Video-Interview mit Michael Kausch

Windows 1, 2, 386, 3, WfW, 95, 98, NT, XP, Vista, 7, 8, RT und jetzt 10: ich hatte sie alle! Ab 1987 habe ich so oft von Windows auf Windows migriert, wie es nur möglich war. Ich bin ein Microsoft User mit Migrationshintergrund. Manchmal war auch ein Downgrade notwendig, weil Microsoft mal wieder seine Kunden als unfreiwillige Beta-Tester nutzte oder weil wichtige Lösungen auf der neuen Windows-Version einfach nicht zum Laufen zu bringen waren.

Und jedes Upgrade, jeder Wechsel von einer laufenden Windows-Version auf eine neue unbekannte war ein Abenteuer. Wer fast dreißig Jahre jeden Kurswechsel von Microsoft mitgemacht hat, der braucht keine Computerspiele. Jede Windows-Migration war ein perfektes Adventure. Schließlich ist Windows nicht irgendeine Software. Windows ist seit vielen Jahren auf unzähligen Computern die Basis für alles.

Windows 1

Aller Anfang war Windows

Wie oft habe ich erlebt, dass sich irgendeine Applikation mit einer neuen Version des Microsoft-Betriebssystems nicht vertragen wollte. Wie oft schon spielte ein Stück Hardware einfach nicht mit beim großen Migrationszirkus. Wer wie ich noch einen wunderbaren Nikon Coolscan Diascanner nutzt, hat schon mehrere Windows-Versionen gründlich verflucht. Und wenn ich mich an die vielen aufwendig selbst gestrickten Lösungen erinnere, die meinen IT-Tagesablauf ein wenig automatisieren sollten – und das dann auch taten, bis zum Wechsel der Windows-Version, wenn ich mich erinnere, wieviele Tage ich in unzählige Windowsmigrationen investiert habe, dann bleibt ein Gefühl zurück, dass als Mischung aus Defätismus und heiligem Zorn noch am ehesten beschrieben werden kann.

An der Windows 10 Migration kommt man wohl nicht herum

Und nun also Windows 10! Glaubt man den freiwilligen Beta-Testern kommt Microsoft Ende Juli mit einer neuen Windows-Version heraus, die man unbedingt mitnehmen, sprich installieren sollte:

  • 64Bit-Applikationen laufen schneller und stabiler denn je
  • Das Start-Menü ist wieder da
  • Apps werden besser integriert
  • Perfekte BING-Integration
  • Virtuelle Desktops
  • Verbesserte Durchgängigkeit über unterschiedliche Hardwareplattformen, vom Mobiltelefon bis zur Workstation

Nicht nur für mich dürfte die erstmalige Unterstützung des FLAC-Formats im neuen Media Player von Bedeutung sein.

Wie schreibt die Zeitschrift PC Welt so schön: Windows 10 hat das „Potential zur neuen Nummer 1 unter den Windows-Systemen aufzusteigen“.

Na gut. Ich steige also um. Und auf. Also auf Windows 10. Und hoffentlich steige ich nicht gleich wieder aus mit all dem bekannten Migrationsärger der letzten 30 Jahre.

Laplink, der Freund aller Windows-Migranten

Aber hat man für solche Herausforderungen nicht gute Freunde? Ja, die hat man. Und ich habe seit vielen Jahren einen, der in Bezug auf die Migration auf Windows 10 der wertvollste ist, den man sich erträumen kann: Thomas Koll, ehemaliger Microsoft-Kollege in Deutschland, dann Microsoft Vice President in Redmond und heute Inhaber und Big Boss der amerikanischen Softwarefirma Laplink.

Und was macht Laplink? Neben vielen anderen hilfreichen Dingen hat Laplink ein Programm namens PCmover entwickelt. Und dieser PCmover soll und wird mir die Migrationsängste nehmen. Und selbstlos wie ich bin, will ich diese Sorgen-Frei-Lösung nicht für mich behalten. Deshalb habe ich am Wochenende mit Thomas bildschirmtelefoniert, also geskypt. Und hier gibt’s einen Ausschnitt des Gesprächs:

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Der Duft der Arbeit – Multisensorik-Studie erklärt, was den Menschen in der Arbeit stinkt

Der Duft der Arbeit

Der Duft der Arbeit

Multisensorik liegt ja gerade wieder einmal im Trend bei allen Marketingstrategen. Bislang ging es dabei aber vor allen Dingen um die kaufstimulierende Wirkung von Gerüchen am PoS, am Point of Sale. In der Gemüse-Abteilung duften ja häufig nicht die Karotten so verführerisch, sondern die Stoffe, mit denen der Marktbereich beduftet wird. Vor einigen Wochen hatte ich mal ein diesbezüglich sehr aufschlussreiches Gespräch mit einem Multisensorik-Spezialisten zum Thema „Wie darf eine Fisch-Kühltheke riechen, damit man dort Lust auf Fisch bekommt?“ Nach Fisch natürlich nicht, nach einer frischen See-Brise schon eher.

In den Sanitärräumen wird die Frage nach den besten Düften auch schon lange gestellt. Der dort häufig anzutreffende „natürliche“ Geruch ist ja meistens nicht so erbaulich. Deshalb haben Duftzerstäuber dort schon lange eine durchaus wohltuende und wichtige Funktion. Römische Sitten sind inzwischen leider ein wenig aus der Mode geraten. Denn wie heißt es bei Heinrich Heine so schön im Wintermärchen:

„Birch-Pfeiffer söffe Terpentin,
Wie einst die römischen Damen.
(Man sagt, daß sie dadurch den Urin
Besonders wohlriechend bekamen.)“

Statt Terpentin in die Benutzerin wird seit einigen Jahren gerne Rosen- und Veilchenluft in die Toiletten geblasen. Aber dabei soll es nicht bleiben.

Erstmals widmen sich heute die Multisensoriker nicht nur dem POS und den Sanitärräumen, sondern dem Arbeitsplatz.

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