Alle Beiträge von Ossi Urchs

Ossi Urchs bloggt auch auf F.F.T. Medienagentur

Alle reden von Chrome …

… nur hier herrscht großes Schweigen im Wald. Ich glaube es nicht. Tim, hat es Dir die Sprache verschlagen? Auch ich habe mich auf meinem Blog bereits dazu geäußert,  möchte aber hier die Diskussion darüber entfachen. Deshalb einige (vorläufige) Thesen zu Chrome:

1. Chrome ist ein „moderner“ Browser wie viele andere auch, der mehr kann als nur Webseiten darstellen. Chrome ist vielmehr eine Software zur Verarbeitung von in Webseiten enthaltenen Applikationen – und damit ein weiterer Schritt zu einem webbasierten „Betriebssystem“ …

2. Chrome zeigt damit, dass das Zeitalter der verschiedenen (PC-) Betriebssysteme sich langsam dem Ende zuneigt, das OS jedenfalls kein marktrelevantes „Differenzierungsmerkmal“ mehr darstellt.

3. Chrome zeigt (einmal mehr), dass Google keine Design-Company, nicht einmal design-orientiert ist und niemals einen Design-Preis gewinnen wird, sondern ein immer noch technologiegetriebenes Software-Unternehmen darstellt.

4. Chrome zeigt auch, dass Google weder die Welt- noch die Webherrschaft zu übernehmen droht, sondern den Wettbewerb im Web befördert: Die Nutzer haben die Wahl.

5. Chrome liefert das „Blueprint“ für das Web-Interface von „Android“, Googles offenes Betriebssystem für mobile Endgeräte, wird also für noch mehr Wettbewerb im „Mobilen Web“ sorgen.

Das Loch im Eimer namens Datenschutz

Zuerst war noch die Rede von einigen Tausend Datensätzen: Personen- wie auch Konto-Daten, die auf einer CD in Umlauf gebracht wurden. Dann sollten es, nach einem „Scheinkauf“ durch Datenschützer schon Millionen sein, und nun melden FTD wie Spiegel Online in fast gleich lautenden Artikeln und unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung, dass die Daten der gesamten Bevölkerung Deutschlands, genauer die von ca. „20 Millionen Haushalten“ in Deutschland im Umlauf und käuflich für Marketing- und andere Zwecke zu erwerben seien. Weiterlesen

Macht Der Spiegel Doof?

Das große deutsche Nachrichten-Magazin schockte diese Woche die verbliebene, gerade nicht urlaubende Zielgruppe mit dem in Frageform gekleideten Gottseibeiuns: „Macht Das Internet Doof?“

Dabei ist nicht mal die Frage originell. Allerdings lieferte der Titel- und Stichwortgeber, das US-(Online-) Magazin „The Atlantic“ sie etwas präziser aus: „Macht Google uns dumm?“ Wahrscheinlich sind dessen Verwertungsbeziehungen zum Online-Marketing-Giganten weniger intim als die der Hamburger Kollegen. Aber das macht die Frage auch nicht besser.

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Böse! Olympia, China und das Internet …

(c) Ammer in Wiener Zeitung / CWS/Cartoon Arts International

(c) Ammer in Wiener Zeitung / CWS/Cartoon Arts International

Chinas Weigerung die „Great Chinese Firewall“ wenn schon nicht einzureißen, dann doch wenigstens für die (Olympischen) Spiele(r) ein wenig zu öffnen, beherrschte den wochenendlichen Blätterwald wie das TV-Programm und so gut wie alle medienaffinen Websites und Blogs. Daher stellvertretend hier nur ein Link auf den entsprechenden Artikel bei Spiegel Online. Und angesichts der globalen Aufregung fragt man sich unwillkürlich: Ja, was habt Ihr denn gedacht, wehrte Kollegen?
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„Cuil“ – What kinda „cool“ is THAT supposed to be?

Eine neue Suchmaschine ist an den Start gegangen. Und selbstverständlich ist sie der nächste „Google-Kiler“ (so die Erwartung der Mainstream-Medien wie der Blogosphere) – zumal die Begründer alle Ex-Googler sind. Sie heißt „Cuil„, was man, so die Initiatoren, wie „cool“ aussprechen solle. Aber warum schreibt man sie dann nicht auch so? Oder sucht sich einen passenderen Namen? Und die eigentliche Frage: ist sie wirklich „cool“?

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Öffentlich-Rechtlicher (Online-)Rundfunk, die Zwoote

Angesichts der erfreulich angeregt geführten Diskussion um die Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet erlaube ich mir einfach noch einen Nachschlag zum Thema. Nicht nur weil dabei so wunderbar die kontroversen Positionen auf der Plattform selbst (siehe die Kommentare von Tim Cole, Michael Kausch und Christoph Witte) und weit darüber hinaus (Dank an Stephan Fink et al.!) deutlich wurden, sondern weil mir im Verlauf der Debatte auch einige neue Ideen und Anregungen durch den Kopf gingen, die die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema vielleicht ja noch weiter anregen könnten.

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Öffentlich-Rechtlicher Rundfunk, Verleger und das Internet

Da haben sich also in München die Vertreter der großen deutschen Verlage von Springer über Gruner & Jahr bis zu Burda zusammen getan und eine „Münchner Erklärung“ formuliert. Ziel dieses Papiers (sic!): Die Online-Aktivitäten der Öffentlich-Rechtlichen Rundfunkanstalten in Deutschland einzudampfen und radikal zu beschränken. Deren Angebote dürften im Web weder journalistischen Charakters sein, noch Ratgeber-Funktionen beinhalten und auf gar keinen Fall mit Werbung garniert werden, in jedem Fall aber nach 7 Tagen zu löschen sein. Eigentlich, so der Tenor der Erklärung, sollte das ZDF in Zukunft am besten nur noch die Mainzelmännchen im Internet zur Verfügung stellen.

Grund des grotesk anmutenden Ansinnens: Das bekanntlich aus Zuschauer-Gebühren finanzierte öffentlich-rechtliche Angebot gefährde die publizistischen Aktivitäten der privatwirtschaftlichen Presse im Internet. Mann will sich also einen unliebsamen Wettbewerber vom Hals schaffen. Verständlich – zumal keiner der erklärenden Verlage bislang auch nur ansatzweise ein ähnlich gelungenes, modernes und multimediales, zugegeben: auch aufwändiges Informations- und Unterhaltungsangebot im Internet an den Start gebracht hat, wie etwa die „Mediathek“ des ZDF.
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Web 2.0 am Ende?

Die „Financial Times Deutschland“ stellte kürzlich, zwar nicht ins Blatt, aber immerhin in die Online-Ausgebe, eine bemerkens- und bedenkenswerte Frage in den Raum, nämlich ob die „Web-2.0-Euphorie“ nun langsam am Ende sei. Grund der bangen Annahme: Das Geschäft mit Widgets halte nicht, was die Hersteller sich einmal davon versprachen.

Das mag traurig stimmen, liebe Kollegen, geht aber dennoch messerscharf am Phänomen Web 2.0 vorbei: Erstens ist das kein Geschäftsmodell, worauf schon der Urheber des Begriffs, Tim O’Reilly gern hingewiesen hat, sondern eine (neue) „Haltung“ („attitude“) der Nutzer und zweitens ist der Gedaanke so unsinnig, als wenn jemand 1998, bevor Google seinen Siegeszug antrat, behauptet hätte, die „Euphorie“ um Suchmaschinen im Web sei beendet, weil die damaligen Akteure noch keine gewinnbringende Strategie für die Monetarisierung ihres Angebots gefunden hatten.

Merke: Im Internet geht es immer zuerst, um die Entwicklung eines erfolgreichen, weil für die Nutzer hilfreichen, Angebots und dann erst um dessen Monetarisierung. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, beweist nicht zuletzt Google selbst. Richtig ist allein die nicht eben originelle Beobachtung, dass Web 2.0 in allen seinen Ausprägungen noch nach einem ebenso innovativen wie erfolgreichen Geschäftsmodell verlangt. Wer das zuerst gefunden hat, der könnte zukünftig vielleicht sogar in der Google-Liga spielen.