Digitales Leben

Von Nischen und Mäusen


Vielleicht kommt es ja doch auf die Schwanzlänge an. Jedenfalls hat Wilfried Ruß von der Münchner Firma 1stPlan auf seinem Firmen-Blog eine interessante Diskussion vom Zaun gebrochen über Sinn oder Unsinn der Long Tail-Theorie, nach der ein Anbieter im Internet durch eine große Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen kann, weil die geographischen Beschränkungen, die in einem konventionellen, realen Markt die Kosten, um Nischen anzubieten und zu erreichen, zu sehr in die Höhe treibt. Im (globalen) Internet dagegen sei die Nachfrage theoretisch so gut wie unbegrenzt, die Chancen, den einen Kunden zu erreichen, der ausgerechnet dieses äußerst esoterische Produkt besitzen will, sehr groß.

Alles Quatsch, behauptet nun die Harvard-Professorin Anita Elberse in einem Artikel für die Harvard Business Review („Should You Invest in the Long Tail?“). Nischenmärkte sind reine Zeitverschwendung, erfolgreiche Unternehmer sollen sich weiterhin auf Bestseller konzentrieren. Gut, sie sagt es sehr viel nunacierter, aber das ist jedenfalls die Botschaft, die bei mir angekommen ist.

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„Cuil“ – What kinda „cool“ is THAT supposed to be?

Eine neue Suchmaschine ist an den Start gegangen. Und selbstverständlich ist sie der nächste „Google-Kiler“ (so die Erwartung der Mainstream-Medien wie der Blogosphere) – zumal die Begründer alle Ex-Googler sind. Sie heißt „Cuil„, was man, so die Initiatoren, wie „cool“ aussprechen solle. Aber warum schreibt man sie dann nicht auch so? Oder sucht sich einen passenderen Namen? Und die eigentliche Frage: ist sie wirklich „cool“?

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massenentführung im web 2.0

twitterspam

techcrunch berichtete gestern von einer neuen spam-alternative: erstmals sind nicht mailsysteme betroffen, sondern twitter. so verfolgen bereits 7.000 unschuldige zwangsstalker johng77536, mehr als 9.000 sogar jpmogan.

das web 2.0 verliert seine unschuld.

siehe auch http://www.techcrunch.com/2008/07/27/who-is-johng77536-and-how-did-he-game-twitter/ und http://upload-magazin.de/?p=987.

Vibrio und die französische Krankheit

Von Vibrio bedroht: französische Auster
Von Vibrio bedroht: französische Auster

Wenn mir Michael Kausch andichtet, ich würde mich für den französischen „Playboy“ ausziehen, dann dürfte dahinter ein großangelegtes Ablenkungsmanöver stecken.

Er, Chef der PR-Agentur Vibrio, ist nämlich wahrscheinlich für das massenhafte Sterben unschuldiger französischer Austern in den Bänken des Bassin d’Arcachon verantwortlich! Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe berichtet gehen Wissenschaftler inzwischen davon aus, dass „die Jungaustern einem dem Herpes verwandten OHS-V1 Virus in Kombination mit dem Bakterium Vibrio splendidus zum Opfer fallen“. Vibrio sei, so das Blatt wörtlich, „eine notorische Gefahr für die Austernbestände“.

Als ob wir es nicht geahnt hätten…

Steve Jobs und das Recht auf Information

Okay, für einen, dessen Verhältnis zu Apple erklärtermaßen zerrüttet ist (siehe meinen Kommentar auf den Czyslansky-Blog von Christoph Witte vom 8. Juli („Springer kauft Apple-Geist„), beschäftigt mich die causa Steve Jobs im Moment vielleicht etwas übermäßig, aber was da gerade abgeht ist einfach zu faszinierend, als dass ich stillhalten könnte.

Vorgestern habe ich („Wie ein Arschloch Apples Börsenkurs runterzieht„) über Steves langes Schweigen zum Thema Krebs und die Folgen für Apples Marktwert gebloggt. Mein Punkt war, dass der Gesundheitszustand eines so exponierten Menschen wie Jobs keineswegs seine Privatsache ist, weil es unmittelbaren Einfluss auf den Aktienkurs des Unternehmens hat. Das glaubt auch der berühmte Wirtschaftskolumnist Joe Nocera, der das Thema heute in der New York Times noch mal aufgreift („Apple’s Cult of Secrecy„). „Jobs hat mehr Wert geschaffen und mehr Innovation angetrieben als irgendein anderer in der Branche“, sagt Nocera. Seiner Meinung nach wäre Apple sogar börsenrechtlich verpflichtet, den Anlegern eine Verschlechterung im Gesundheitszustand des CEOs zu melden, und zwar gleich aus drei Gründen:
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Ist systematische Pressearbeit verwerflich?

Gibt es eigentlich Black Hat Pressearbeit?

Als alter Suchmaschinist habe ich oft, zum Verständnis bei Vorträgen, eine Analogie zwischen Suchmaschinenoptimierung und PR Arbeit  gezogen.

Grundsätzlich: Für mich gibt es zwischen Suchmaschinenoptimierung und PR viele Parallelen. Man definiert welches relevante Suchbegriffe sind (Auswahl der Zielmedien), bereitet gute und strukturierte Inhalte auf (Pressetexte und Hintergrundinformationen). Die Suchmaschinen (Redakteure) beurteilen wie relevant die Inhalte für Nutzer sind und definieren die Position innerhalb der Suchergebnisseiten (Die Top Position bei Google entspricht bei dieser Analogie der Titelseite einer Zielpublikation).

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Der Krake Google wächst weiter

Also zuerst mal ein Bekenntniss: Beim Frühstücken lese ich jeden morgen Zeitung. Ich stehe dazu sogar extra früher auf. Ich finde es – Webzeitalter hin oder her – sehr viel angenehmer in einer Zeitung zu blättern, als schon in der Früh auf einen Bildschirm zu glotzen.

Im heutigen Feuilleton der Süddeutschen veröffentlicht Bernd Graff, Stellvertreter des Chefredakteurs der SZ Online, unter dem Titel „Das Monopooool“ einen kritischen Kommentar zu Google. Ich teile Grafs Ansicht zum Wikipedia-Konkurrenten, den Google gestern als öffentliche Beta ins Netz entließ nicht.

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Wie ein Arschloch Apples Börsenkurs runterzieht

Steve Jobs - vorher/nachher

Nachtrag zum Post von gestern über Apples etwas unerklärlichen Kursrutsch an der Börse, nachdem das Unternehmen gerade hervorragende Quartalszahlen (39% Umsatzplus!) bekannt gegeben hatte. Eine mögliche Erklärung sind die Sorgen der Anleger über den Gesundheitszustand von „Mr. Apple“, Steve Jobs.

Seitdem lesen sich die Blogs der Apple-Beobachter und die Artikel in den Wirtschaftsteilen der Tageszeitungen fast wie Fachaufsätze in irgendwelchen Ärzteblättern. Dass Steve vor vier Jahren wegen Krebs der Bauchspeicheldrüse behandelt wurde, dass er seitdem als beschwerdefrei gilt, dass er letztes Jahr nochmal unters Messer kam, um ein nicht näher beschriebenes Problem mit seinem Verdauungstrakt zu beheben: Darüber zerbrechen sich gerade Leute den Kopf, die sonst bei Betriebssystemen oder Bilanzzahlen zu Hause sind.

Gut, Steve sieht wirklich ziemlich mitgenommen aus, wie diese beiden Fotos aus den Jahren 2005 und 2008 beweisen. Weiterlesen

tim cole zieht sich für den französischen playboy aus

ich weiss, die überschrift verspricht wieder einmal mehr, als dieser kleine eintrag halten kann. doch bin ich auf dieses erratische versprechen gestossen, als ich heute morgen bei arbeitsbeginn – den tag beginne ich meist mit kleinen fingerübungen am netz – ein kleines phantastisches tool, das eigentlich zur vorbereitung von brainstormings entwickelt wurde, austestete: http://www.oamos.com/

dabei handelt es sich um einen kleinen automaten. man gibt oben einen begriff oder eben einen namen ein – ich habs mit „tim cole“ versucht, und die maschine gibt einem seltsame fundstücke aus dem netz zurück: texte, bilder, töne. die innere logik – oder ist es ein zufallsgenerator? – der maschine gab mir dann eben jenes grauenhafte versprechen zurück, das ich als überschrift dieses kleinen tipps nicht verschmähen konnte.

oamos ist ein werkzeug das spass macht. man darf nur nicht allzu schreckhaft sein. probieren sie’s doch einfach mal aus.