Alle Beiträge von Michael Kausch

Michael Kausch bloggt auch auf vibrio, Digisaurier, Travellers Insight, twittert unter www.twitter.com/michaelkausch, facebookelt hier und googelplusst hier.

der google-hupf des augenblicks

augen

holger schmidt berichtet in der aktuellen ausgabe seines f.a.z.-blogs als netzökonom (immer lesenswert!) über eine aktuelle rezeptionsstudie von google. dabei hat google die augenbewegungen von google-usern analysiert. viel überraschendes ist nicht dabei herausgekommen: das hauptaugenmerk der user fällt auf die oberen drei fundstellen. die anzeigen fallen kaum auf, was aber regelmäßige GoogleAds-kunden auch schon wissen. bei meiner eigenen anzeige haben bislang über 8 millionen impressions zu gerade einmal 300 klicks geführt. und 2/3 dieser klicks kommen aus content-bezogener werbung, nicht aus google selbst.

googlead 

der augenblick hüpft erst nach durchschnittlich 10 sekunden auf die rechte anzeigenspalte und erst nach 15 sekunden auch auf die unteren fundstellen.

interessant vielleicht: wer "sich informieren möchte, schaut bevorzugt auf die oberen suchtreffer. wer eine transaktion ausführen möchte, lässt den Blick stärker auf die unteren suchtreffer und die rechte anzeigenspalte schweifen." wers genauer wissen möchte, der gucke hier.

mozart googlen

mozartkugel

gemeinsam komponieren im internet: das konzerthaus dortmund – im unterirdischen kennt man sich dort ja aus – bietet mit seinem web-angebot die nievollendete jetzt diese möglichkeit. der online-komponist wählt dabei zeitmaß, melodie und musikalische struktur aus fünf vorgaben aus und erhält im anschluss eine reihe von musikschnipseln, die er flexibel zusammenkleben darf.

ich habs natürlich gleich ausprobiert:

der nachwuchsmozart darf sich entscheiden zwischen allegro, andante, barock, grave und fuge. als arroganter tastenklopfer hab ich mich natürlich gleich in der königsdisziplin der fuge versucht. meine letzte fuge – eher ein fügchen – datiert übrigens auf das jahr 1973 und war ein werk für eine kofferorgel und zwei schnelle finger.  bei meinem aktuellen opus "czyslansky seine fuge" handelt es sich um ein gewagtes werk, das die grenzen des barock aber auch so was von auslotet. der geneigte leser mag zum hörer werden und durch einen klick sich dem monstrum aussetzen. viel spaß!

ps: man sollte sich von der langsamen website nicht irritieren lassen. bis man im odeon seinen platz findet dauerts ja auch ein weilchen. eine chance zur kontemplation, ehe sich die gestärkte seele den gezeiten des musikalischen genius ausliefert.

kleindatenhaltung – hätte czyslansky doch nur rechtzeitig das patent angemeldet …

in deutschen blogs machen derzeit zahlreiche unsinnige und obskure blogger namens „kleindatenhaltung“ auf sich aufmerksam. gleichzeitig erscheinen aufschlussreiche geschichten rund um die offenbar allgemein angesagte kleindatenhaltung. wer wissen will, was man unter einer „kleindatenhaltung“ eigentlich  versteht, der findet bei goggle aktuell 2.960 fundstellen. seltsam nur, dass bis vor zehn tagen der begriff „kleindatenhaltung“ noch gar nicht zu googeln war …

des rätsels lösung: ein wettbewerb zur suchmaschinenoptimierung von webmasterpark.net. gesucht wird im rahmen dieses virtuellen rennens die website, die es schafft, am stichtag (17.11.2008) bei der suche nach dem begriff „kleindatenhaltung“ durch suchmaschinenoptimierung in google ganz oben zu stehen.

auf http://kleindatenhaltung.mit-oder-ohne.de/ werden inzwischen tools zur kleindatenhaltung vorgestellt und die österreicher (!) haben sogar eine kleindatenhaltungsfarm aus dem steirischen boden gestampft.

ein irrsinn mit methode. die ganze sache erinnert heftig an die alte c’t-aktion um die „hommingberger gepardenforelle„. im jahr 2005 hat das magazin c’t eigentlich genau das gleiche gemacht, nur dass der damalige suchbegriff eben die besagt hommingberger gepardenforelle war.

eigentlich könnte mir die ganze kleindatenhalterei am a… vorbei gehen, wenn da nicht unser guter alter czyslansky wäre:

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komm, wir spielen social net

xbox2

spielekonsolen entwickeln sich immer mehr zum begleitmedium für das klassische fernsehen. so sehen es nach einem bericht des wall street journals zumindest die analysten von jupitermedia. damit eröffnen sich den vermarktern der konsolen natürlich völlig neue möglichkeiten als werbeplattform. warum soll sixt den neuen heesters spot nicht auf der xbox, statt im fernsehen schalten? jopi in der xbox – völlig neue perspektiven für kreative werbevermarkter in redmond.

laut jupitermedia nutzen immer mehr anwender der microsoft spielekonsole xbox den mit dieser konsole verbundenen live-service als social community plattform. sie eröffnen online spiel-sessions nur um miteinander zu chatten und ihre meinungen und empfehlungen zum aktuellen fernsehprogramm auszutauschen. eigentlich war social networking gar nicht als anwendung für spielekonsolen vorgesehen. microsoft will aber nun die nächste version von x-box live serienmässig mit einem chat-programm ausrüsten, das dann auch den einfachen austausch von bilddateien erlauben wird. avatare können in virtuellen umgebungen miteinander kommunizieren. auch sony plant für die playstation die einführung virtueller welten.

social networking wird zum spiel. und die konsolen zur abspielbasis für klassische fernsehwerbung.

mit 104 im cabrio durch die innenstadt

ich gebe zu: ich liebe die sixt-werbeanzeigen von jung von matt. laut horizont schicken sie uns jetzt den 104jährigen johannes heesters im schicken cabrio mit dem spruch "in einem sixt-cabrio fühl ich mich wieder wie 99". möge ihm der fahrtwind nicht den zylinder vom kopf reissen!

mir war ja lange schon klar, dass es mit der rente ab 65 endgültig vorbei ist. aber welche perspektiven tun sich für die senioren plötzlich auf: mccain im weissen haus, ron wood und mick jagger lassen die künstlichen hüftgelenke kreisen, reich-ranicki kandidiert als zdf-intendant, barbara rütting (spielte schon 1956 zwar nicht die gailtalerin, aber immerhin die nicht minder berühmte "geier-wally") eröffnet den neugewählten bayerischen landtag (das ist da, wo die csu künftig mit blockparteien regiert), genscher und schmidt könnten nochmal in berlin ran und hans meyer trainiert die borussen.

doch, lieber jopi, bitte bedenke, was ratiopharm empfiehlt: "kein älterer kraftfahrer ist verpflichtet, bedenken an seiner fahreignung einer behörde zu melden und seinen führerschein abzugeben … eine generelle beratung … ist fast nur bei spezifischen krankheiten wie einer demenz sinnvoll." also jopi: falls du wiederholt bei deinem navigationssystems den hinweis auf eine fähre übersiehst …

Automobile, travel

… oder beim rückwärtsparken in schwierigkeiten gerätst …

Automobile, travel

… dann gib dein cabrio einfach zurück und eröffne irgendeinen landtag.

eine letzte träne an die SYSTEMS – (k)ein nachruf

tschüss SYSTEMS. du warst meine erste it-messe als besucher (irgendwann anfang der 80iger jahre) und meine erste als aussteller (mit microsoft os/2 in halle 6 auf dem alten münchner messegelände im oktober 1987). ich weine eine kleine virtuelle träne um dich und freue mich sakrisch auf den nächsten herbst.
denn heute, am 22. oktober 2008 hat die messe münchen bekanntgegeben, dass es im nächsten jahr keine SYSTEMS mehr geben wird – sondern etwas völlig neues.
der security-teil der SYSTEMS wird erweitert und gemeinsam mit dem bisherigen partner – dem secumedia verlag – zu einer kompletten und eigenständigen security-messe mit termin im juni ausgebaut.
im herbst wird es an der stelle der SYSTEMS etwa völlig neues geben. es hat noch keinen namen, aber schon eine hübsche gestalt.
ich habe an anderer stelle – in der dampflog – ein wenig zur vermutlichen gestalt des neuen events geschrieben. das ist nicht viel mehr, als die messe selbst heute in einer kleinen presseveranstaltung bekannt gegeben hat. und es ist abgrundtief parteiisch. aber wer will, darf es natürlich trotzdem lesen.
mag jemand mit mir die SYSTEMS ein wenig still und diskret beweinen? für den fall sei hier noch ein wunderschöner link auf den letzten weg mitgegeben: http://bestatterweblog.de.

blogger – das sind vielleicht typen …

blogger gibt es viele, allein: was haben sie eigentlich miteinander gemein? im gegensatz zur den journalisten, die von „bild-zeitung“ bis zu „rute und raute“ zumindest noch das volontariat und der presseausweis verbindet, fassen wir unter blogger menschen zusammen, die nichts, aber auch wirklich gar nichts miteinander zu tun haben.

eine recht brauchbare gleichwohl nicht ganz vollständige kategorisierung des chaos schlägt michael haller in message online vor. in anlehnung und erweiterung an seinen unbedingt lesenwerten beitrag werfe ich folgende kategorien einmal in die debatte (wobei ich um nachsicht bitte, wenn ich heute mal bei mir selbst abschreibe):

a) narzistenblogger, also freizeit-selbstdarsteller mit starkem ego und ausgeprägtem eskapismus. das ist die mehrheit. thematisch interessieren sie sich vor allem für das was sie vermeintlich können: fürs bloggen.
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czyslansky deckt auf: grüne mit eigenem kandidaten zum bundespräsidenten

(copyright orf)

nachdem die linke nun kommissar ehrlicher als kandidaten für das amt des bundespräsidenten benannt hat, scheinen auch die grünen über einen eigenen kandidaten mit hinreichend fernsehruhm und besonderen kompetenzen in der inneren sicherheit nachzudenken. nach informationen des czyslansky-teams planen einige grüne abgeordnete einen kandidaten ins rennen zu schicken. der name des kandidaten wird zwar noch als verschlusssache gehandelt, doch konnte czyslansky soviel schon in erfahrung bringen: er hat offensichtlich einen deutlichen bezug zum namen des berliner amtssitzes des bundespräsidenten. wir tippen auf kommissar rex!

reich-ranicki, der fernsehpreis, angler und der blaue bock

reich

das war fürwahr ein fest für die sinne: marcel reich-ranicki lehnt spontan vor dem grössten deutschen anglertreffen den deutschen fernsehpreis ab. der "literaturpapst" (sorry alexander: es kann nicht nur einen geben …) erklärt sichtlich erregt über den "blödsinn, den wir hier heute abend zu sehen bekommen haben": "ich gehöre nicht in diese reihe. ich finde es schlimm, dass ich das hier heute abend erleben musste." und das beste: das publikum – diese versammlung von  b-picture-humoristen und show-gören – sitzt mit weit geöffneten mündern und großen augen und zur hälfte mit ebenso geöffneten und grossen dekolletés da und klatscht beifall ohne ende. man sieht: da klatscht eine branche applaus, die ihre eigenen produkte nur mit grossem zynismus zu stande bringt. ganz im geiste des formaligen rtl-erfinders helmut thoma, der einst die programmqualität seines programms mit den ebenso unsterblichen wie unverschämten worten erklärte: "der fisch muss dem wurm schmecken, nicht dem angler".

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