winnenden für jeden: apple killerspiel machts möglich?

zombieschool

ein fall, den man nicht undiskuktiert zensursula überlassen sollte: techcrunch berichtet heute von einem „spiel“ namens „zombie school“ für das iphone:

„It let’s you turn your classmates or teachers into zombies, after which you can use a machine gun, bow or grenades to kill them.“

der entwickler dieses nun wirklich extrem geschmacklosen „spiels“ für apples iphone bewirbt die anwendung auf online-foren mit dem hinweis, dass man mit „zombie school“ schon mal die cheerleader in tausend teile schießen kann. dabei handelt es sich nicht um irgendeine software, die händler unter dem ladentisch vermarkten, sondern laut techcrunch um ein programm, das man auf apple’s eigenem online store kaufen kann.

techcrunch deckt auch auf, dass ein mitarbeiter der firma, die das „spiel“ entwickelt hat, auf iphoneworld diese perfide „winnenden-simulation“ zynisch bewirbt, in dem er sich über den perversen charakter des spiels ereifert. hier ist nicht nur das spiel menschenverachtend, sondern auch die kommunikationspolitik des herstellers. ich meine, es wird höchste zeit, dass apple sich davon distanziert und die verbreitung dieser software nicht länger unterstützt.

darf und soll man das spiel verbieten? oder wenigstens nicht vertreiben? zumindest letzteres sollte möglich sein, liebe apfelmännchen! macht mir die zensursula!

6 Gedanken zu „winnenden für jeden: apple killerspiel machts möglich?“

  1. Ich finde, dass sich das Spiel echt cool anhört.

    Wenn nicht Apple, dann hätte sowieso irgendwann jemand das erste Spiel herausgebracht, wo reale Welt und virtuelle Welt miteinander verschmelzen.
    Wenn ich mich recht erinnere gab es bereits einen Helm, der reale Objekte erkennt, und aus ihr eine Spielwelt zaubert, die allerdings einige Verbesserungen benötigt.

    Ich bin mir zu 100% sicher, dass es in naher Zukunft Helme geben wird, die aus der Realität eine „voll funktionsfähige“ Spielwelt machen, mit denen man sich in seinem eigenen Haus um die Ecken schleichen muss, um die Angreifer zu töten.

    Oder natürlich auf seine Haustiermonsterchen aufpassen muss, dass sie nicht die Milch vom Tisch klauen..oder ähnliches.

    Gefördert wird dies sicherlich vom Militär…in den USA wurde vom Militär bereits ein „Killerspiel“ entwickelt, mit dem neue Rekruten angeworben werden. Zu so einem Zweck finde ich Spiele echt uncool, aber für Spielspaß…dann bewegen sich die fetten Computerkinder (zu denen ich mich selbst auch zählte) wenigstens mal.

    Außerdem müssen sie nicht erst in den Waffenschrank vom Papa, die ganzen schweren Waffen in die Schule tragen um dort Mitschüler umzubringen, das geht alles virtuell und schmerzfrei. Ist doch eine Win-Win Situation in meinen Auen 😉

  2. Wenn man alles verbietet, was geschmacklos ist, bleibt nicht mehr viel. Wieso vertrauen wir eigentlich nicht auf den Geschmack an sich? Je lauter über sowas geredet wird, desto interessanter wird es doch, und kurz vor der Zensur wird es ein Verkaufsschlager!

    Hey, es gab mal ein Spiel namens X-Roaches. Da kam unter jedem X11-Fenster Kakerlaken raus, wenn man es wegnahm. Die konnte man dann mit der Maus zerquetschen und es blieben tote Kakerlaken auf dem Desktop zurück.

    Irgendein Mensch mit zuviel Zeit hat die Roaches mit Babys ausgetauscht. Dann konnte man halt Babys zerquetschen auf dem Schirm. Das mit den Kakerlaken fand ich lustiger. Das mit den Babys fand ich blöd. Ich wäre dennoch nicht im Traum auf die Idee gekommen, nach einem Verbot zu rufen. Übrigens fand das mit den Babys irgendwie jeder blöd. Ist doch ganz beruhigend, oder?

  3. Ein Spiel aus der Frühzeit der Computerspiele (Mitte der Achtziger) hat in Sachen „Schlechter Geschmack“ schon auf dem Commodore kaum erreichte Massstäbe gesetzt.
    Es hiess „KZ-Manager“ oder so ähnlich und war in Basic geschrieben und den damals recht beliebten Wirtschaftssimulationen nachempfunden. Man musste SS-Leute engagieren, Gas einkaufen u.s.w.
    Ich weiss nicht ob das Spiel verboten war, vermutlich war das Phänomen Computerspiele den Behörden damals gar nicht bekannt

    Manche Dinge verschwinden auch ohne Zensur, weil sie einfach Scheisse sind.

  4. vielleicht war ich nicht klar genug: ich würde mir von den apfelmännchen wünschen, dass sie mir die zensursula machen. apple muss sich doch wirklich nicht als vertriebspartner hierfür hergeben? apple lehnt alle möglichen programme für das iphone ab, z.b. einen c64 emulator! wohl weil das kein apple-standard ist. dieses spiel sollte man aus rücksicht auf die opfer nicht unterstützen. „nicht unterstützen“ heisst nicht „verbieten“.
    mik

  5. Michael, vielleicht war ich nicht klar genug: Apple sollte meines Erachtens ausschließlich technische Maßstäbe anlegen.

    Ich bleibe bei meiner Aussage: Lassen wir dem Geschmack eine Chance, sich evolutionär durchzusetzen. Sonst stirbt er aus(!). Wenn Apple sich auf inhaltliche Diskussionen einläßt, wo sie quasi Monopolisten sind(!), ist unproduktiver Ärger vorprogrammiert, Apple kommt in Teufels Küche.

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