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Die Landkarte der Zeit

Morgen wird heute gestern sein. Oder etwa nicht? Was, wenn wir durch die Zeit reisen könnten? Dieses Thema hat schon viele Autoren zu so vielen Büchern inspiriert – niemals hätte ich gedacht, daß mich ein weiteres Zeitreisebuch so in seinen Bann schlagen würde wie „Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma, genial übersetzt aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen.

Die eigentliche Zeitreise macht der Leser. Bereits nach wenigen Seiten befinden wir uns im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, in London, dem damaligen Nabel der Welt. Wir lernen Andrew kennen, einen jungen Mann und Sohn eines wohlhabenden Fabrikanten. Doch dann tritt Jack the Ripper auf, ermordet Marie, Andrews große Liebe und stürzt ihn in tiefe Trauer, so sehr, daß ihm nur der Selbstmord zu bleiben scheint. Da tritt George auf den Plan, der angeblich oberflächliche, aber dann doch so mitfühlende und geistreiche Cousin, der mit ihm zu „Zeitreisen Murrays“ geht. In der Vergangenheit, so hoffen sie, können sie Marie vor ihrem schrecklichen Schicksal bewahren.

Nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft sucht währenddessen Claire ihr Heil. Sie hat keine Lust, sich als Ehefrau im viktorianischen Zeitalter zu Tode zu langweilen, und wünscht sich ins Jahr 2000. Ob „Zeitreisen Murray“ ihr helfen kann? Inspektor Garrett hat in seiner Gegenwart ein Problem zu lösen: Er hat Morde aufzuklären. Die tödlichen Wunden der Opfer stammen von einer Waffe, die noch nicht erfunden ist. Er hat diese Waffe aber schon einmal gesehen, in der Zukunft.

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Zeitreisende auf Zelluloid

Es geistert seit längerem ein Video durchs Netz auf dem eine ältere Dame mit einem Mobiltelefon am Ohr durch das Footagematerial eines Charly Chaplin Filmes von 1928 läuft.


Die Erklärung von Filmemacher George Clarke , dem Entdecker dieses Phänomens, ist, dass dort eine Zeitreisende auf Zelluloid festgehalten worden sei. Diese Erklärung ist natürlich komplett absurd, denn ein Zeitreisender hätte ja zusätzlich zu seinem Handy auch noch einen Sendemast und einen Wandler ins analoge Festnetz mitnehmen müssen, um im Hollywood der 1920er Jahre telefonieren zu können. Ausserdem gibt es kein „vodafone Zeitreiseversprechen“. Die Roaminggebühren hätten bei weitem die Kosten der Entwicklung einer Zeitmaschine übertroffen und hätten unweigerlich zur Insolvenz des Zeitreisenden geführt.

Vielmehr wurde endlich der Beweis erbracht, dass Czyslansky das Mobiltelefon erfunden hat. Auf dem Film sehen wir die Mutter des gleichermassen genialen, wie auch verkannten Erfinders, die mit ihrem Sohn mit einem der ersten Prototypen telefoniert. Es gibt ein Gesprächsprotokoll zu diesem ersten mobilen Telefonat. Der als äusserst gewissenhaft bekannte Czyslansky hat die ersten Telefonate mitgeschrieben, um die korrekte Sprachwiedergabe seiner Geräte zu kontrollieren.

Für den 26. März 1928 hat er folgendes notiert:

Mama: „Gut dass ich dich erreiche, Häschen.“
Ich: „Was gibt’s Mutti“
Mama:“Du weisst doch, dass ich heute bei der Premiere von Onkel Charlies Film „Der Zirkus“ bin.
Ich: „Ja, Mama“
Mama:“Bitte sei doch so gut und geh mal eben in die Waschküche und sieh nach, ob ich die heissen Kohlen aus dem Bügeleisen rausgenommen habe.“
Ich: „Ach, Mama. Du wirst immer vergesslicher. Aber ich werde nachsehen“
Mama:“Vielen Dank, mein Hase“
Ich: „Kein Problem, viel Spass im Kino und grüß‘ Onkel Charlie“
Mama: „Danke, mach ich. So ich muss jetzt Schluss machen, es geht gleich los“

Dieses Protokoll enthüllt nicht nur die Urheberschaft Czyslanskys an dem Mobiltelefon, sondern auch, dass er ein Neffe oder Grossneffe von Charlie Chaplin war, sowie die Tatsache, dass ihn seine Mutter „Hase“ genannt hat.