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Weiße Frauen, schwarze Reifen, helle Lichter, dunkle Forste

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Polizei-Pressefoto von einem tödlichen Unfall im Ebersberger Forst im April 2009.

Glaubt man Welt der Wunder, dann gehört der Ebersberger Forst zu den zehn gruseligsten Orten Europas. Dabei ist das große Waldstück östlich von München, eingeklemmt zwischen den Ortschaften Anzing, Forstinning, Hohenlinden und eben Ebersberg eigentlich ein beliebtes Ausflugsziel: Forsthaus, Biergarten, Wildpark, Spazier- und Wanderwege… Das alles findet tagsüber großen Anklang.
Aber Nachts meiden die Einheimischen den Forst wie der Teufel das Weihwasser. Sie wissen genau, warum, denn dann geht im Forst die Weiße Frau um.
An der Staatsstraße 2080, die quer durch den Forst verläuft, erscheint sie plötzlich wie aus dem Nichts am Waldrand. Vorbeifahrende Autofahrer erschreckt sie. Und das nicht nur: Plötzlich sitzt sie auf dem Beifahrer- oder Rücksitz des Fahrzeugs, greift ins Lenkrad und verursacht schwere Unfälle.
Eine andere Variante erzählt, dass nachts immer wieder Irrlichter im Wald zu sehen sind, plötzlich die Weiße Frau vorbeifahrende Autofahrer durch heftiges Winken zum Halten auffordert, wortlos einsteigt, ein Stück mitfährt und ganz plötzlich verschwindet. Wer aber nicht anhält, sondern sein Heil im Durchtreten des Gaspedals und der Flucht sucht, dem erscheint sie im Fahrzeug, greift ihm ins Steuer und lenkt den Wagen gegen einen Baum (siehe Foto). Weiterlesen

Gut ordnen oder lieber gut kotzen?

Knapp daneben ist auch vorbei.
Auf alle Fälle daneben aber ist, was die britische Fa. Leitz, Tochter des mittlerweile an den Esselte-Konzern verkauften Familienunternehmens Leitz aus Stuttgart vor drei Wochen an Werbung im Markt platziert hat. Gekotzt wird nicht später: Gekotzt wird sofort – und zwar mehrfach. Dazu gibt’s das passende Youtube-Video auf dem Channel der Firma, die einst mit dem Aktenordner mit Griffloch (das erst seit 1911 lt. Wikipedia) die Büroablage revolutionierte.


Für alle, die das Ganze etwas unappetitlich finden und sich das Video ersparen wollen, hier die Storyline: Ein Geschäftsmann besucht eine Firma und wundert sich zunächst, dass dort alle Mitarbeiter mit riesigen Kaffeeflecken auf der Brust herumrennen. Die Auflösung folgt mitten im Meeting. Dort nämlich schießt braune Kaffebrühe aus allen Mündern, jeder kotzt fontänenartig auf jeden. Und warum? Dazu drehe man das Rad der Geschichte (und das tut der Spot dann auch) um drei Tage zurück: Der Grund des kollektiv erruptiven Erbrechens liegt darin, dass der Einkäufer bei der Büromaterialbestellung nur auf das Schlüsselsignal „Cheap“ geachtet hat… Billig, billig, billig muss es sein. So auch der Kaffee und darum die fröhliche Kotzerei. Weiterlesen

Empört Euch – „Science: it’s a girl thing“

Science is a girl’s thing lautet die Kampagne der EU-Kommission, deren Ziel es ist, vor allem Mädchen, Schulabgängerinnen und junge Frauen für eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz in der Wissenschaft zu interessieren. Immerhin sind Wissenschaft und Forschung noch immer weitgehend in Männerhand und der Mangel an guten und qualifizierten Forschern ist riesig. Wo, wenn nicht bei den Schulabgängerinnen, qualifizierten Nachwuchs suchen und ausbilden?

Soweit die Theorie.

Kaum ist jedoch der dazu gehörige Videoclip ins Netz gegangen, donnern Kritik und Häme aus allen Ecken: Die österreichische Zeitung Der Standard beschreibt die Kampagne so: Was die Macher der Kampagne allerdings präsentiert haben, ist eine Ansammlung von Stereotypen und sexistischen Bildern: In einem pink-lastigen Werbespot staksen drei junge Frauen perfekt gestylt in Highheels durch ein Labor, posieren dort wie Models und das Logo der Kampagne wird von einem Lippenstift gekrönt. Dann verweist der Standard auf die zahllosen höhnischen Kommentare, die der Spot bei Youtube mittlerweile eingefahren hat.


Thats a rather odd looking kitchen. schreibt dort ein User, ein anderer This is a fucking disgrace  ein Dritter Get back in the garage and get me a beer!

Wie zu erwarten, sind von den Kommentaren nicht nur Häme und Spott zu lesen. Umgehend  kam auch der Sexismus-Vorwurf aufs Tapet. Der W&V-Branchendienst fasst zusammen: Bunte Farben, heiße Feger, Miniröcke, Stöckelschuhe, coole Fotos in lässigen Posen vor ausgefallener Kulisse, dazu ein Lippenstift-Logo. Viele Stimmen im Netz beklagen sich, einmal mehr reduziere das Frauen darauf, dass sie heiß zu sein hätten und weiter nichts.

Gleichzeitig melden sich im Netz Wissenschaftler zu Wort, die kritisieren, diese Kampagne habe mal rein gar nichts mit ihrem Berufsbild zu tun.  Das wundert nicht, Weiterlesen