Schlagwort-Archive: Welttag des Mannes

Weltmännertag? So ein Unsinn, heute ist Welttoilettentag

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Liebe Jungs von Czyslansky (wobei Jungs die Sache nicht so ganz trifft),

Ihr seid echt nicht auf dem Laufenden. Der Weltmännertag ist echt überholt. Alles kalter Kaffee, was Ihr dort zusammengetextet habt. Heute ist nicht nur Männertag, heute ist auch Welttoilettentag. Kein Witz. Das ist seit 2001 so, wurde von der Welttoilettenorganisation ausgerufen und soll – so Wikipedia – die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft wachrütteln. Er will Tabus beseitigen, statt weiterhin zu verdrängen, dass das Toilettenproblem für einen Großteil der Menschheit nicht gelöst ist. Von den nationalen Regierungen wird gefordert, mindestens drei Prozent ihrer Ausgaben für Sanitär- und Wasserversorgung aufzuwenden, aber auch die Korruption im Wassersektor zu bekämpfen.

Jetzt wisst Ihr Bescheid. Das ist also ernst gemeint und verdient es, sich mit dieser Problemstellung auseinanderzusetzen. Wissen wir doch alle, dass auf dem Lokus gut denken, neuerdings auch gut twittern oder chatten ist – ein Ort der Kreativität, der Nachdenklich- und Besinnlichkeit, der es verdient hat, gewürdigt zu werden. Ist zum Beispiel die Latrine der Ort reformatorischer Erkenntnis, wie die Lutherforschung sinniert, um nur ein Beispiel zu nennen? Weiterlesen

Von Harrison Ford bis Lady Gaga – Anmerkungen zum Weltmännertag (6)

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Heute ist internationaler Männertag. Ich habe bisher von der Existenz dieses – was eigentlich? Gedenktages? Freudentages, Trauertages? – nichts gewusst. Habe in fröhlicher Unkenntnis und Bewusstlosigkeit mein Dasein als Mann gefristet, nicht gewahr, dass meinem Geschlecht schon ein Tag angewiesen ist – ähnlich wie bedrohten Arten, Randgruppen oder auch Frauen. Seit 1999 (Danke, Wikipedia) gibt es den Tag schon. Eingeführt in der Karibik (wahrscheinlich unter Abrauchen einer dicken Tüte) und inzwischen von der Unesco anerkannt (wahrscheinlich ohne Tüte). Weiterlesen

Be- und Enthaarung – Anmerkungen zum Weltmännertag (5)

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„Immerhin,“ so hört man von seinen Geschlechtsgenossen immer wieder „…müssen wir uns täglich rasieren.“
Diese völlig überflüssige Erwiderung folgt meistens, wenn Frauen sich über die enorme Lästigkeit der monatlichen Menstruation beschweren. Dabei besteht doch gar keine Notwendigkeit für uns Männer, sich hier quasi tröstend und entschuldigend zu äußern. Warum? Ich verstehe das nicht. Zu allem Überfluss ist diese Feststellung auch noch völlig falsch. Männer müssen sich nicht rasieren, Frauen hingegen schon:
Wenn Männer wollen, können sie oberhalb der Kehle Wildwuchs bis hin zum khomeini-artigen Barte des Propheten wachsen lassen. Gerade die Generation U30 gefiel sich ja in jüngster Zeit mit Versuchen, flauschige Flickerlteppiche um Wangen, Kinn und Oberlippe sprießen zu lassen. Das macht sie allerdings, wie man in den Pendel-U-Bahnen zur Universität beobachten kann, nicht unbedingt männlicher. Es lässt sie eher alt aussehen, aber vielleicht ist das ja so gewollt. Weiterlesen

„Pull Over“ – Sieben Erklärungen für den wahren Unterschied zwischen Mann und Frau – Anmerkungen zum Weltmännertag (4)

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Das terziäre Geschlechtsorgan des Menschen ist der Pullover. Nirgends sonst zeigen sich tradierte geschlechtsspezifische Verhaltensmuster und Rollensets klarer. Dieser kleine Video zeigt, was ich meine:

 

 

Herzlichen Dank meinen „Rollen-Models“ Annika und Markus von vibrio.
Während fast 100 Prozent aller Frauen ihren Pullover von unten nach oben ausziehen, streifen vier von fünf Männern ihren Pullover mit gekralltem Kragen über den Kopf. Was will uns dieses offenbar tief verwurzelte Verhalten sagen?

Die zu überprüfenden Hypothesen sind an dieser Stelle leider nur allzu zahlreich:

1. Frauen stülpen gerne ihr Innerstes nach außen. Deshalb entledigen sie sich ihres Pullovers indem sie ihn auf links wenden. Sie entblößen sich körperlich UND seelisch.

2. Frauen sind „links“ und zeigen dies zumindest beim Ausziehen ihres Pullovers,  indem sie ihn auf links wenden.

3. Frauen sind „linkisch“ und zeigen dies zumindest beim Ausziehen ihres Pullovers,  indem sie ihn auf links wenden.

4. Männer sind borniert: „Was rechts war muss auch rechts bleiben!“. Das Wenden eines Kleidungsstücks auf links kommt gar nicht in Frage.

5. Männer gehen rücksichtsloser mit ihrer Kleidung um. Denn natürlich verzieht das grobe Stülpen der Männer jeden formschönen Pullover auf Dauer zu einem unwirtlichem Klumpen Stoff.

6. Männer denken synchron. Wenn beim Anziehen der Pullover mit dem unteren Rand zuerst den Hals passiert, dann soll beim Ausziehen der untere Rand dem Kragen folgen. Wer vorwärts einparkt, der muss eben mit dem Heck zuerst ausparken. Ist doch logisch.

7. Frauen können nicht parken und DESHALB auch keine Pullover korrekt ausziehen. Ist doch logisch.

Jedenfalls bekenne ich: ICH ziehe meine Pullover IMMER so aus, wie es einem Mann geziemt: mit grobem Schwung und dem unteren Rand zuerst!

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Alle Beiträge in der Übersicht:

(1) von Bomhard, Sebastian: Baumärkte, Big Data und Penis
(2) Broy, Alex: Jeder Tag ist ein Tag von irgendeinem Scheiss
(3) Cole, Tim: Wie schön es ist, eine Frau zu sein! Oder ein Hund…
(4) Kausch, Michael: „Pull Over“ – Sieben Erklärungen für den wahren Unterschied zwischen Mann und Frau
(5) Prauser, Lutz: Be- und Enthaarung
(6) Witte, Christoph: Männer: Von Harrison Ford bis Lady Gaga

Wie schön es ist, eine Frau zu sein! Oder ein Hund… – Anmerkungen zum Weltmännertag (3)

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Ich finde es toll, ein Mann zu sein. Und eine Frau. Oder ein Hund. Von mir aus auch eine Horde tobender Achtklässler. Zum Glück gibt mir das Internet die Möglichkeit dazu, denn ich kann mich dort digital verkleiden und meine geheimsten Fantasien ausleben. Ich kann mich aber auch vor den widerlichen Spähnasen von der NSA verstecken oder auch nur Schabernack mit meinen Freunden oder mit Leuten spielen, die mir weniger sympathisch sind und vor denen ich mich deshalb nicht komplett outen will.

On the Internet, nobody knows you're a dog

 

In einer Welt der totalen Transparenz und Offenheit kann die Anonymität ein Rückzugsraum sein, ein digitaler Schleier, den man sich vors Gesicht ziehen kann, wenn man gerade keine Lust hat, den Einblick in sein Intimleben freizuschalten. Arabische Frauen, die durch Tradition oder Gesetz gezwungen sind, verschleiert zu gehen, sind manchmal zwiegespalten: Ja, der Schleierzwang ist eine Form der männlichen Unterdrückung, gleichzeitig ist  er aber auch ein Schutz gegen die Außenwelt. Manche Burkaträgerin empfindet die Ganzkörperverhüllung als „regelrecht befreiend, weil sie vor gierigen Blicken schützt“, wie im Juli 2010 in der „Zeit“ zu lesen war. Weiterlesen

Jeder Tag ist ein Tag von irgendeinem Scheiss! – Anmerkungen zum Weltmänndertag (2)

Czyslansky-MannJeder Tag ist ein Tag von irgendeinem Scheiss! Der heutige Scheiss ist der Mann. Welttage des ***** wurden von PR-Agenturen erfunden. Sie geben ihnen die Möglichkeit immer mal wieder ein paar Kunden ins Gespräch zu bringen, für die sich sonst keine Sau interessiert. Die Journalisten haben dann ihren aktuellen Aufhänger und wieder kann irgendein Scheiss über irgendeinen Scheiss geschrieben oder gesendet werden. „Zum Welttag des Hundes pflanzt die Schreinerei Möbelheimer einen Baum“ oder „Zum Welttag des Baumes gibt es vom VerlagXYZ ein Buch auf holzfreiem Papier an jeden Hundebesitzer“  Diese Beispiele waren jetzt vermutlich Mist, aber Sie wissen schon was ich meine, so ein mittelkreativer Aktionskäse eben.

Beim heutigen Tag des Mannes ist das allerdings ganz anders. Der ist wirklich wichtig, während nämlich weder Baum, Hund, Kaffee, Frauen oder Kinder wirklich bedroht sind, gehören Männer tatsächlich auf die rote Liste bedrohter Arten. Dass es so ist, kann man schon daran erkennen, dass immer mehr „Männer-Lookalikes“ durch die Metropolen laufen. Diese tragen lange Vollbärte, derbe Arbeitsstiefel und raue Denimklamotten. Ihr Erscheinungsbild soll den oberflächlichen Betrachter glauben lassen, dass es tatsächlich noch ein paar echte Kerle gäbe. Enttäuschend ist nur, dass diese vermeintlichen Holzfäller doch nur metrosexuelle Webdesigner sind. Zottelige Vollbärte und grossflächige Tätowierungen bei Typen, die im Kreissaal weinen, Elternzeit nehmen und ihre Notebooks nach Gewicht auswählen. Weiterlesen

Ankündigung: Czyslansky zum Thema „Von der Lust, ein Mann zu sein“

Czyslansky-Mann

Der Tag des Mannes – am kommenden Dienstag ist es so weit. „Endlich,“ jubelt Czyslanky-Autor Sebastian von Bomhard und hat schon mal die Feder gespitzt bzw. das Laptop aufgeklappt, Lexika und Wörterbücher gewälzt und sich so seine Gedanken gemacht zu diesem Thema. Mit seinem Beitrag eröffnen wir kommenden Dienstag eine kleine Reihe:  Von der Lust, ein Mann zu sein – Anmerkungen zum Weltmännertag.

Sechs Männer äußern sich zu diesem bewegenden und wichtigen Thema, sechs echte Kerle, sechs Experten – denn sie alle sind Männer und daher per se präsidiniert, unseren Senf dazu abzugeben. Und wir alle sind seit Jahrzehnten Männer, da ist viel Senf zusammengekommen. Lediglich unsere Quoten- und damit Alibifrau Vicky Lieks hat Schreib- und Redeverbot, aber das hat sie schon länger…

Jeder Einzelne von uns hat seine ganz persönlichen Ansichten davon, wie schön es ist, ein Mann zu sein. Und jeder hat sie in Buchstaben gegossen. Sie kennen Czyslansky, also erwarten Sie keine männerbewegten Bauchnabelschau oder Zerknirschungsbeiträge, Genderisierung und #Aufschrei ist unsere Sache nicht – und wenn wir das hier thematisieren, was oft genug passiert, dann nur, um überambitionierten Aktionismus in seiner ganzen Lächerlichkeit zu zeigen. Der Kaiser trägt leine neuen Kleider, er ist nackt.

Während Sebastian von Bomhard also jubelt, hat sich Tim Cole von Carl-Maria von Webers Freischütz inspirieren lassen und ist schließlich auf den Hund gekommen. Alex Broy, Christoph Witte und Mick Kausch durchforsten noch ihre Zettelkasten auf der Suche nach Inspirationen, wir wissen (noch) nicht, was dabei herausgekommen ist. Ich selbst habe mich auf eine haarige Frage eingelassen. Derweil rückt der Weltmännertag unaufhaltsam näher, wir kommen und vergehen, ohne dass sich die Welt etwas schneller oder langsamer dreht.

Beginnend um 8.00 Uhr morgens werden wir im Zwei-Stunden-Rhythmus unsere sechs Beiträge hier hochladen. Freuen Sie sich drauf… oder auch nicht. Das liegt ganz bei Ihnen.

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Alle Beiträge in der Übersicht:

(1) von Bomhard, Sebastian: Baumärkte, Big Data und Penis
(2) Broy, Alex: Jeder Tag ist ein Tag von irgendeinem Scheiss
(3) Cole, Tim: Wie schön es ist, eine Frau zu sein! Oder ein Hund…
(4) Kausch, Michael: „Pull Over“ – Sieben Erklärungen für den wahren Unterschied zwischen Mann und Frau
(5) Prauser, Lutz: Be- und Enthaarung
(6) Witte, Christoph: Männer: Von Harrison Ford bis Lady Gaga