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Weltmännertag? So ein Unsinn, heute ist Welttoilettentag

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Liebe Jungs von Czyslansky (wobei Jungs die Sache nicht so ganz trifft),

Ihr seid echt nicht auf dem Laufenden. Der Weltmännertag ist echt überholt. Alles kalter Kaffee, was Ihr dort zusammengetextet habt. Heute ist nicht nur Männertag, heute ist auch Welttoilettentag. Kein Witz. Das ist seit 2001 so, wurde von der Welttoilettenorganisation ausgerufen und soll – so Wikipedia – die Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft wachrütteln. Er will Tabus beseitigen, statt weiterhin zu verdrängen, dass das Toilettenproblem für einen Großteil der Menschheit nicht gelöst ist. Von den nationalen Regierungen wird gefordert, mindestens drei Prozent ihrer Ausgaben für Sanitär- und Wasserversorgung aufzuwenden, aber auch die Korruption im Wassersektor zu bekämpfen.

Jetzt wisst Ihr Bescheid. Das ist also ernst gemeint und verdient es, sich mit dieser Problemstellung auseinanderzusetzen. Wissen wir doch alle, dass auf dem Lokus gut denken, neuerdings auch gut twittern oder chatten ist – ein Ort der Kreativität, der Nachdenklich- und Besinnlichkeit, der es verdient hat, gewürdigt zu werden. Ist zum Beispiel die Latrine der Ort reformatorischer Erkenntnis, wie die Lutherforschung sinniert, um nur ein Beispiel zu nennen? Weiterlesen

Hacken statt kacken – Sicherheitsrisiko bei Toiletten-App

Gibt es eigentlich in unserem Alltagsleben irgendeinen Ort, der noch nicht von der Digitalisierung durchdrungen ist?
Sie denken: Ja!
Ich wär mir da nicht so sicher.
Selbst der stille Ort, der Lokus, ist längst digitalisiert.
Seit Jahr und Tag bieten Android und Apple „Toiletten-Finder-Apps“ an. Das ist ein Segen für die Menschheit, denn wer jemals verzweifelt mit prall gefüllter Blase oder jammernden Kindern in einer fremden Stadt unterwegs war und ein WC suchen musste, der weiß diese geniale Hilfe zu würdigen.
Notausgang_WCHat man aber endlich eine Toilette gefunden, kann der Fluch der Digitalisierung unbarmherzig sein. Schlangen haben sich gebildet, jedem einzelnen steht das Wasser in den Augen, während hinter verschlossener Kabinentür ein Irgendwer seinen Beziehungsstatus per WhatsApp ausdiskutiert, Aktienpakete vertickt, sein Flugticket umbucht oder 47mal „Gefällt mir“ bei Facebook klickt.
Auf dem Klo wird gechattet und gepostet, getwittert und gemailt, was das Zeug hält. Hin und wieder auch telefoniert. Egal, ob man auf der Toilette im Nobelhotel oder im Festzelt auf dem Oktoberfest unterwegs ist, Klos sind längst Kommunikationszentralen geworden – aber das waren sie ja schon immer. Oder haben Sie niemanden in der Familie, der sich eine Stunde mit einer Zeitung aufs Häusl hockt? Wer einmal drin ist, den brauchen die Wartenden draußen vor der Tür nicht zu kümmern. Da ist es völlig unerheblich, wenn z.B. Wiesnwirte per Plakat die Toilettenbenutzer bitten, die Kabine nicht zur Telefonzelle umzufunktionieren…
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Vom Telefonieren auf der Toilette–Eine Studie fürs Klo

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Die amerikanische Agentur 11mark hat jetzt 1.000 US-Bürger nach ihren Telekommunikationsgewohnheiten auf Toiletten befragt. Das Ergebnis ist markerschütternd:

75 Prozent aller Amerikaner, die über ein Handy verfügen, nutzen es auch auf der Toilette. Jeder fünfte Mann führt dort auch geschäftliche Telefonate, das “kleine Geschäft” sozusagen. 41 Prozent der Männer browsen durch das Internet, 36 Prozent der Frauen tun es ihnen gleich. Interessant: der Anteil der Klo-Surfer ist unter Android-Nutzern höher, als unter iPhone-Usern: 87 Prozent stehen hier gegen 77 Prozent. Gegen Android kann Apple einfach nicht anstinken.

Beim Einkaufsverhalten sieht dies übrigens anders aus:

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Bald die papierlose Toilette?

Das papierlose Büro hat sich ja, wie wir wissen als Mythos herausgestellt. Die Computer konnten das Papier in den Büros nicht überflüssig machen, denn kaum hatte der Mensch den Computer erfunden, erfand er gleich darauf den Drucker.

Wenn ich vom Papier-Sterben auf Toiletten spreche, assoziiert vermutlich der eine oder andere in eine völlig andere Richtung. Ich spreche nicht von leeren Klorollen, sondern in erster Linie vom Sterben der gedruckten Klolektüre.

Mal abgesehen von dem ein oder anderen Mittelstands-Manager, der sich E-Mails und Tweets von seiner Sekretärin ausdrucken und auf den Lokus legen lässt, wird das iPhone, Blackberry oder andere Smartphone ein immer wichtigerer Bestandteil des stillen Ortes der Besinnung. Stapelten sich noch vor Jahren die Illustrierten, Bücher, Zeitschriften, Versandhauskataloge und Tageszeitungen auf unseren Aborten, wird dort inzwischen die Auswahl immer dünner. Beim Studium des Sortiments der Villeroy & Boch Bibliotheken unserer Mitmenschen konnte man oft sehr genau den Grad der Intellektualität des „Besitzers“ beurtelien. Heutzutage müsste man schon den Cache seines Smartphones scannen um auf die Lesegewohnheiten zu schliessen.Wir verzeichnen also einen erhöhten Grad an Privatsphäre, das ist eindeutig positiv zu bewerten, aber leider langweilig. Der Schutz von Privatsphäre führt leider immer zu einer Verringerung des Unterhaltungswertes der Mitmenschen, das ist aber anderes Phänomen, was wir an anderer Stelle betrachten wollen.

Wäre es nicht großartig mal in einer ausgedehnten wissenschaftlichen Studie die Entwicklung der Lesegewohnheiten auf Toiletten zu betrachten?

Wer nutzt alles einen Kindle, oder überhaupt eBook-Reader? Wer twittert gern über die Beschaffenheit seines Stuhlgangs? Wer liest in Foren, oder arbeitet mit seinem Blackberry E-Mails ab? Und was geschieht mit den Printmedien auf unseren Toiletten?