Schlagwort-Archive: System Schirrmacher

Die Schirrmacher-Story, oder: Von der Relevanz des Bloggens

Wir Blogger müssen uns langsam echt die Frage stellen, ob wir relevant sind. Diese Frage drängte sich mir auf, als ich einen Beitrag von Florian Ranner auf dem von mir sehr geschätzten Blog „grenzposten.de “  las, der sich mit meinem Zwist mit Frank („mein Kopf kommt nicht mehr mit“) Schirrmacher befasste, dem ich ja vorwerfe, in seinem diversen Büchern und Zeitschriften eine an nationalsozialistische Propaganda erinnernde Argumentationsweise zu verwenden.

Notabene: Ich sage nicht, Schirrmacher sei ein Nazi. Ich sage nur, er verwendet die gleichen Techniken, die Nazi-Propagandamacher (und nicht nur die) in der Vergangenheit verwendet haben, nämlich: grobe Vereinfachung (Schwarzweiß-Malerei), fahrlässiger Umgang mit Fakten und Zitaten (wir Journalisten sagen dazu augenzwinkernde „Fakten schönen“) und vor allem: Angstmacherei.

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Henkel zu Gast bei Czyslansky: Das System Schirrmacher

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Der Täter und sein Opfer? Hans-Olaf Henkel (li.)

geht mit Frank Schirrmacher hart ins Gericht

Journalisten betrachten sich gerne als Aufseher, als Kontrollinstanz, als neutrale Schiedsrichter bei gesellschaftlichen Auseinandersetzungen. „Unabhängig, überparteiisch „: Die Worte prangen explizit  vom Titelblatt der „BILD-Zeitung“, und implizit umweht dieses Motto jede Ausgabe beispielsweise der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und insbesondere des dortigen Feuilletons. Auch der oberste FAZ-Feuilletonist Frank Schirrmacher sieht sich als Ober-Aufseher, wobei er seine Wortgewalt nach gusto auch über Dinge ausgießt, die strenggenommen nicht dem deutschen Literaturgeschehen, seinem eigentlichen Kompetenzfeld, zuzuordnen sind. Dabei ist er in der Wahl seiner Medthoden nicht besonders zimperlich. Wer ihm in die Quere kommt, der kann sein blaues Wunder erleben.

Czyslansky.net hat sich zu einer Art zentraler Anlaufstelle für die Kritik an Schirrmacher und seinen Methoden entwickelt, seitdem dieser sich angemaßt hat, ein Buch über die digitale Zukunft zu schreiben, obwohl er vom Digitalen völlig überfordert ist, wie er selber schreibt. Dass er Millionen von Menschen mit kulturpessimistischen Floskeln wie „Multitasking ist Köprerverletzung“verängstigt und damit beschädigt, dass er die Akzeptanz des Digitalen insbesondere in der deutschen Wirtschaft um Jahre zurückwirft, ficht ihn nicht an, den „wilden Mann von Main“, wie ihn Hans-Olaf Henkel nennt.

Henkel ist einer von vielen Opfern Schirrmachers und seines Systems, das auf Vereinfachung, Veriwirrung und Angstmachen beruht. Er, einer der geachtesten Manager Deutschlands, langjähriger Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) und der Leibnitz-Gesellschaft, Träger des Internationalen Buchpreises Corine für sein Buch „Die Ethik des Erfolgs“, ausgerechnet ihn stellte Schirrmacher an den Pranger als einer derjenigen, die ein „Zeitalter des Unglücks“ über Deutschland hereinbrechen ließen, indem sie uns sehenden Auges in die größte Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit manöverierten.

Die meisten Opfer Schirrmachers halten sich bedeckt. Zu groß ist die Macht des FAZ-Chefs und seiner Schranzen, als dass man sich trauen würde, offen über die Methoden zu reden, mit denen er seinen Anspruch auf die intellektuelle Lufthohheit in Deutland verteidigt. Hans-Olaf Henkel gehört nicht zu den Ängstlichen. Er hat eine bislang unveröffentlichte Abrechnung mit dem „System Schirrmacher“ verfasst, die er uns zur Verfügung gestellt hat und die wir gerne in unserer losen Reihe „Zu Gast bei Czyslansky“ wiedergeben.

Denunziation ist eine unheimliche, schleichende, bisweilen tödliche Waffe. Kafka hat sie in seinen Romanen beklemmend beschrieben. In der Geschichtswissenschaft gilt Verdächtigung und Verleumdung als Spezialität der Presse in totalitären Systemen. Bevor man seine Gegner „erledigt“, zerstört man via Medien ihren Ruf. Dass dies auch in einer moderne Demokratie geschehen kann, habe ich selbst – sozusagen am eigenen Leib – am 18. September 2008 erlebt. Unter dem Titel „Das Zeitalter des Unglücks“ behandelte der Herausgeber der FAZ, Frank Schirrmacher, die globale Wirtschafts- und Finanzkrise aus der Sicht des Feuilletonisten. Es ging Schirrmacher, einem der einflussreichsten deutschen Journalisten, nicht um Ursachenforschung, die man auch eher aus seinem Wirtschaftsressort erwartete, sondern um Namhaftmachung der Schuldigen. Unter diesen fand ich meinen Namen an prominenter Stelle wieder.
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