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Islamistisch? Katholistisch? Terror kennt keinen Glauben!

islamNein, ich bin kein Anhänger sklavischer political correctness. Ich kenne keine „Afrodeutschen“. Und der Streit um das Blog, der Blog oder die Blog lässt mich auch eher ungerührt. Aber vom „islamistischem Terrorismus“ will ich nichts mehr hören. Das war kein „islamistischer Terrorist“, der vor drei Tagen in Sousse 38 Menschen ermordete. Es war ein einfacher Mörder. Man darf Mörder und Terroristen nicht mit einem Hinweis auf den Islam „adeln“. Diese Menschen mögen unter Hinweis auf diverse Tötungsgebote gegenüber „Ungläubigen“ im Koran morden. Die Geschichte des Christentums kennt ebenfalls Massenmorde, Totschlag, Vernichtung von Andersglaubenden und auch noch das Ausradieren nichtchristlicher Kulturgüter.

Ägypten

Von Christen zerstörte Kulturgüter in Ägypten.

Man sehe sich nur die gesichtslosen ägyptischen Monumentalplastiken am Nil an. Das waren Täter, die glaubten in christilicher Mission zu handeln, wenn sie altägyptische Kunstwerke schändeten.

In Zeiten von Aufklärung und Globalisierung kann es keine Rechtfertigung für die Vernichtung von Menschenleben und Kulturgütern unter dem Banner eines Glaubens mehr geben.

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Jenseits aller Wirklichkeit: Hans Zehetmairs Vorschläge

Si tacuisses, philosophus mansisses.

„Wenn du geschwiegen hättest, so wärest du ein Philosoph geblieben.“ So manches Mal möchte man Boethius  Sinnspruch diversen Menschen ins Stammbuch schreiben – uns selbst nicht ausgenommen. Schweigen aber ist eine Kunst, die man vor allem dann beherrschen sollte, wenn man von bestimmten Dingen keine Ahnung hat. Sehr viel einfacher hat es der Linux-Pinguin mit der charmanten Synchro-Stimme von Dieter Nuhr vor einigen Jahren ausgedrückt:



Dieser Clip ist zwar mittlerweile uralt, aber die Botschaft trifft noch immer den Nagel auf den Kopf.

Weniger treffsicher war, was der oberste Gralshüter der deutschen Sprache, der ehemalige bayerische , einst bayerischer Bildungsminister, heute Vorsitzender des Deutschen Rechtschreibrates Hans Zehetmair kurz vor Weihnachten von sich gegeben hat. Spiegel online zitiert ein Interview, das Zehetmair der dpa gegeben hat, mit den Worten: „Die deutsche Sprache wird immer weniger gepflegt“, beklagte Zehetmair in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Deutsche verarme in den neuen Medien zu einer „Recycling-Sprache“, werde immer mehr verkürzt und vereinfacht und ohne Kreativität wiedergekäut. Weiterlesen

Entzweit uns Pluseins?

Ja, ich bekenne mich schuldig. In meinem aktiven deutschen Wortschatz befinden sich ein paar Wörter und Wendungen, die von zweifelhafter sprachlicher Schönheit sind und sicher noch ein paar Jahre brauchen, um von der Dudenredaktion geliked zu werden. (Oops!)

Ja, ich habe schon gedownloadet, etwas geupdatet und auch schon das eine oder andere gebackupt oder heruntergestreamt. Dass ich ständig was google ist selbstverständlich und das ist inzwischen ja schon salonfähig.

Beim Liken tu ich mich noch etwas schwer, aber dass ich etwas Pluseinse? Das geht mal gar nicht, wie man heute so schön sagt. Oder heisst es +1sen? Für die unter Ihnen, die noch nichts gepluseinst haben, +1 ist ein neuer Dienst von Google, der die Googlesuche um ein soziales Empfehlungs-Element bereichern soll.

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Zwischen den Jahren

Das Jahr 2010 ist noch nicht vorbei – aber das hat das Fernsehen nicht daran gehindert, bereits jede Menge Jahresrückblicke zu senden. Was passiert eigentlich, wenn noch was passiert? Fällt das dann in die Zuständigkeit des Rückblicks 2011? Oder ist das wie im Alten Rom, wo nach dem Januar die Consuln die Arbeit einstellten, damit zu Jahresbeginn, also damals am 1. März, das neue Team sofort loslegen konnte und sie sich nicht mit Altlasten ihrer Vorgänger herumschlagen mußten. Daher stammt übrigens auch der Name Ianuarius: Der römsiche Gott Janus hatte vorne und hinten ein Gesicht und konnte gleichzeit nach hinten sehen, ins Amtsjahr des scheidenden Consuls, und nach vorne,  ins Amtsjahr des kommenden. Mögliche wichtige Ereignisse zwischen Januar und März wurden so auch von der Geschichtsschreibung ignoriert. Passiert ist vermutlich tatsächlich nicht viel, die Römer feierten ausgelassen und recht alkoholreich das kommende Jahr. Ab März war alles anders. Da der März der erste Monat war, ist auch klar, wie die Monate September bis Dezember zu ihren Namen kamen, es waren wirklich die Monate sieben bis zehn.

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