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Jenseits aller Wirklichkeit: Hans Zehetmairs Vorschläge

Si tacuisses, philosophus mansisses.

„Wenn du geschwiegen hättest, so wärest du ein Philosoph geblieben.“ So manches Mal möchte man Boethius  Sinnspruch diversen Menschen ins Stammbuch schreiben – uns selbst nicht ausgenommen. Schweigen aber ist eine Kunst, die man vor allem dann beherrschen sollte, wenn man von bestimmten Dingen keine Ahnung hat. Sehr viel einfacher hat es der Linux-Pinguin mit der charmanten Synchro-Stimme von Dieter Nuhr vor einigen Jahren ausgedrückt:



Dieser Clip ist zwar mittlerweile uralt, aber die Botschaft trifft noch immer den Nagel auf den Kopf.

Weniger treffsicher war, was der oberste Gralshüter der deutschen Sprache, der ehemalige bayerische , einst bayerischer Bildungsminister, heute Vorsitzender des Deutschen Rechtschreibrates Hans Zehetmair kurz vor Weihnachten von sich gegeben hat. Spiegel online zitiert ein Interview, das Zehetmair der dpa gegeben hat, mit den Worten: „Die deutsche Sprache wird immer weniger gepflegt“, beklagte Zehetmair in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Das Deutsche verarme in den neuen Medien zu einer „Recycling-Sprache“, werde immer mehr verkürzt und vereinfacht und ohne Kreativität wiedergekäut. Weiterlesen

Happy Birthday SMS

„Merry Christmas“ – falls Sie mal bei Günther Jauch gefragt werden sollten – war der Text der allerersten SMS, die heute vor 20 Jahren verschickt wurde. Am 03. Dezember 1992 übermittelte der Ingenieur Neil Papworth von einem PC aus die erste Kurzmitteilung in das britische Vodafone-Netz: An einen Vodafone-Mitarbeiter, der sich auf einer Weihnachts befand.
Der Durchbruch der Erfindung von Friedhelm Hillebrand, die bereits aus den 80er Jahren stammte, ließ dann aber noch mal ein paar Jahre auf sich warten. Aber er kam, und dann mit Macht.
Die Bitkomm schätzt, dass 2012 in Deutschland 58 Milliarden SMS abgesetzt werden. Damit wäre – allen Unkenrufen zum Trotz – die Tendenz nach wie vor steigend. Zwar haben What’sApp und ähnliche Dienste die Kommunikation der Nutzer mobiler Endgeräte wieder auf einen anderen Standard gebracht, doch sind SMS-Benachrichtigungen mittlerweile ein probates Tool auch in der Business-Welt: Flugdatenverschiebungen, Buchungsbestätigungen, Tickets, Gutscheine – vieles wird den Nutzern per SMS auf’s Handy gespielt.
Man kann mit ihnen Alarmanalgen und Garagentore steuern, in Vorarlberg Busfahrern mitteilen, dass er an einer Bedarfshaltestellen anhalten soll oder in Dörentrup in Nordrhein-Westfalen vorübergehend die Straßenbeleuchtung einschalten.
Und dann gibt es ja noch die Generation, die es schafft, mehrere hundert SMS am Tag abzuetzen und dafür eine eigene Sprache bzw. ein Abkürzungsjargon entwickelt hat. Denn in 160 Zeilen passt sonst vielleicht nicht alles.
HGW – SMS. Hdgdl <3

WM-Nachrichten

sms vs joyn

Volltreffer oder Rohrkrepierer?

Die Deutschen sind bekanntlich Weltmeister in vielen Dingen, nur leider schon länger nicht mehr im Fußball. Sie sind aber Export-Weltmeister, Urlaubs-Weltmeister und, ja, auch SMS-Weltmeister. Kein anderes Volk schickt so viele Kurznachrichten vom Handy wie wir. Das ist für die Telefongesellschaften ein Milliardengeschäft.

Da war nicht immer so. Der damalige Telekom-Chef Helmut Ricke nannte SMS 1992 bei der Vorstellung des ersten GSM-Netzwerks ein „unerwartetes Nebenprodukt“. Aber irgendwann kam jemand auf die Idee, Geld dafür zu verlangen, obwohl es den Betreiber ja eigentlich gar nichts kostet. Und wir „SMSen“ trotzdem fleißig: 41 Milliarden solcher Mini-Nachrichten  waren es 2011, so der IT-Branchenverband BITKOM.

Dass es auch heute immer noch kostenlos  geht, beweisen aber solche „Messenger Apps“ wie „Whatsapp“, Pinger, Viber und natürlich auch die Kurztext-Funktion von Skype, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Das ist den Telefonkonzernen ein Dorn im Auge, also haben sie „Joyn“ erfunden. Weiterlesen

Aktion saubere Tweets

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Die nächste Sperre kommt bestimmt!

Gesperrte Websites, zensierte E-Mails: Die Machthaber in Peking haben schon eine Menge getan, um die Ausdrucks- und Meinungsfreiheit im Reich der Mitte zu zügeln. Jetzt haben sie eine weitere Lücke im staatlichen Überwachungsnetz entdeckt: Twitter.

Im Rahmen ihrer Kampagne gegen Pornografie, wie der Maulkorberlaß euphemistisch genannt wird, sollen die chineischen Telefongesellschaften in Zukunft alle gesendeten Text-Botschaften von Handys und Festnetztelefone routinemäßig nach verbotenen Begriffen scannen. Wird in einem Tweet oder einer SMS etwas gefunden, dass der  regierungsamtlichen Definition von „illegalem oder ungesundem Inhalt“ erfüllt, soll dem Besitzer die Leitung oder der Zugang zum Mobilfunknetz gekappt werden.

Aber warum nur Texte? Man könnte doch auch gleich die ganzen Gespräche abhören (geschieht whrscheinlich ohnehin schon) und ebenfalls nach verbotenen Wörtern durchsuchen lassen. Weiterlesen

Twitter macht blind

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Na, siehst noch was, du alter Säufer?

Es wurde ja auch mal Zeit. Endlich haben sich, wie der Nachrichtendienst pressetext.de vermeldet, Mediziner mit dem Phänomen SMS befasst, vor allem unter Jugendlichen. Und wir können deshalb auf der Grundlage gesicherter Erkenntnisse behaupten, dass SMSen schlecht ist für die Gesundheit. Die Kids kriegen Hals- und Schulterschmerzen, was Rachel Gold, Leiterin des Labors für Ergonomie und Arbeitsphysiologie an der Temple University in Philadelphia auf die schlechte Körperhaltung beim Verfassen von Texten am Handy zurückführt.

Zwar beschränkt sich die Studie ausdrücklich auf das Phänomen des “texting”, wie die elektronischen Kurznachrichten auf Englisch heißen, aber es ist davon auszugehen, dass die Forschungsergebnisse sinngemäß auch für Twitter-Nachrichten gelten, womit der Beweis erbracht ist: Twittern macht krank!

Ich musste beim Lesen dieser Nachricht unwillkürlich an meine Mutter denken, Gott hab sie selig, die mir im Pickelalter die  ersten zaghaften Experimente mit der Autoerotik mit der ernsthaften Warnung auszutreiben versuchte, Onanieren mache blind. Ich habe das auch geglaubt, was mich zwar nicht davon abhielt, es stundenlang unter der Bettdecke zu treiben, aber wenigstens hatte ich dabei ein schlechtes Gewissen. Ich nehme an, das war es, was Frau Mama wollte, aber da ich werde wohl meinen Therapeuten nochmal fragen müssen.

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Die Evolution des Handy-Daumens

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Schnell: Mit welchem Finger drücken Sie die Haustürklingel? Mit dem Zeigefinger? Dann sind Sie über 30. Junge Menschen benützen den Daumen, weil sie mit Handy und PDA aufgewachsen sind. Das behauptet jedenfalls Alice Rawsthorn in einem Beitrag für in Paris erscheinende die International Herald Tribune. Dank der ständigen Verwendung bei der Texteingabe sei der Daumen junger Menschen heute stärker, beweglicher und ausdauernder als früher, was sie als Beweis für die These zitiert, dass sich der Mensch unter dem Einfluss seiner Technologie evolutorisch weiterentwickelt. Das gelte nicht nur für die physikalischen, sondern auch für die mentalen Eigenschaften junger Menschen, die angeblich inzwischen die Fähigkeit des Multitasking erlernt haben: Sie können gleichzeitig ein Gesrpäch führen und eine Textnachricht tippen, während sie sich gleichzeitig aus den Ohrknöpfen ihrer iPods die neuesten Musikstück ins Hirn pusten.

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