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Warum ich keine Bahnhöfe rezensiere und Facebook keine Ahnung hat…

Ich habe keine Ahnung, wie man einen S- oder U-Bahnhof rezensiert, egal, ob der unterm Hauptbahnhof liegt oder sonst wo auf dieser Welt.
Aber Facebook, meint, ich könne das.
Und noch mehr.
Facebook meint, ich solle das tun.

Schließlich möchte Facebook, dass all seine Nutzer alle Orte, die sie in ihrem Leben besucht haben bzw. auf denen sie sich bei Facebook als Da war ich schon vermerkt haben, rezensieren. Und bei mir ist das eben die S-Bahnhaltestelle am Münchner Hauptbahnhof.
Screenshot_2014-04-27-17-36-19-1

Nicht, dass das der einzige Ort wäre, den ich im Leben besucht hätte… Nur teile ich eben weder Facebook noch meinen dortigen Freunden mit schöner Regelmäßigkeit mit, wo ich mich gerade in der Weltgeschichte herumtreibe. Ok, hin und wieder stelle ich ein Foto ein und verrate, wo das aufgenommen wurde. Aber ich vermeide es, generell meinen Standort per GPS bestimmen zu lassen und in die Facebook-Beiträge gleich mit eintragen zu lassen. Aus gutem Grund, wie der Screenshot oben dokumentiert. Denn nun muss ich all diese Orte rezensieren, an denen ich jemals laut meiner Facebook-Chronik gewesen bin. Es ist egal ob Strandbad oder Restaurant, Geschäft, Kino oder Museum – oder eben Bahnhof.
Also einen Bahnhof rezensieren…

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Die Landkarte der Zeit

Morgen wird heute gestern sein. Oder etwa nicht? Was, wenn wir durch die Zeit reisen könnten? Dieses Thema hat schon viele Autoren zu so vielen Büchern inspiriert – niemals hätte ich gedacht, daß mich ein weiteres Zeitreisebuch so in seinen Bann schlagen würde wie „Die Landkarte der Zeit“ von Félix J. Palma, genial übersetzt aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen.

Die eigentliche Zeitreise macht der Leser. Bereits nach wenigen Seiten befinden wir uns im ausgehenden neunzehnten Jahrhundert, in London, dem damaligen Nabel der Welt. Wir lernen Andrew kennen, einen jungen Mann und Sohn eines wohlhabenden Fabrikanten. Doch dann tritt Jack the Ripper auf, ermordet Marie, Andrews große Liebe und stürzt ihn in tiefe Trauer, so sehr, daß ihm nur der Selbstmord zu bleiben scheint. Da tritt George auf den Plan, der angeblich oberflächliche, aber dann doch so mitfühlende und geistreiche Cousin, der mit ihm zu „Zeitreisen Murrays“ geht. In der Vergangenheit, so hoffen sie, können sie Marie vor ihrem schrecklichen Schicksal bewahren.

Nicht in der Vergangenheit, sondern in der Zukunft sucht währenddessen Claire ihr Heil. Sie hat keine Lust, sich als Ehefrau im viktorianischen Zeitalter zu Tode zu langweilen, und wünscht sich ins Jahr 2000. Ob „Zeitreisen Murray“ ihr helfen kann? Inspektor Garrett hat in seiner Gegenwart ein Problem zu lösen: Er hat Morde aufzuklären. Die tödlichen Wunden der Opfer stammen von einer Waffe, die noch nicht erfunden ist. Er hat diese Waffe aber schon einmal gesehen, in der Zukunft.

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Rezensionen nichtgelesener Bücher – Nr.1

Beginnen möchte ich die neuen Czyslansky-Reihe „Rezensionen nichtgelesener Bücher“ mit dem neuen Buch von Tim Cole und das hat mehrere Gründe: Erstens hat er mir das Buch geschenkt, was schon mal ein sehr  guter Grund ist und zweitens ist es ganz neu und deshalb für mich nicht ganz so peinlich, dass ich es nicht gelesen habe. Ausserdem bin ich wahrscheinlich das einzige Mitglied der Czyslansky-Gesellschaft, das es es noch nicht gelesen hat, was ja die Grundvoraussetzung für diese Kolumne ist.

Tim Cole: Unternehmen 2020 – Das Internet war erst der Anfang. Praxiskonzepte für den Mittelstand

Dieses unverzichtbare Handbuch für jeden Unternehmer oder Manager, der die Zukunft nicht verschlafen will, ist gelb. Ein schönes Gelb. Es hat sogar ein leichter Verlauf von einem zarten Orange (oben) in ein sattes Gelb (unten).
Es hat 142 Seiten und auf dem Schutzumschlag ist sogar ein Foto von Tim.

Das epochale Werk ist ein Wegweiser in die Zukunft unseres Arbeitslebens. Der Autor erklärt nicht nur, wie sich Unternehmen durch die weiter fortschreitende Vernetzung verändern, sondern auch wie sich das auf uns als Mitarbeiter, Kunde und Mensch auswirkt – ein ausserordentlich spannendes Thema.
Trotz allem Wohlwollen muss ich auf einen eklatanten Fehler bereits im ersten Kapitel hinweisen: Tim spricht von den zwei Vätern des Internets, obwohl er weiss, dass das Internet drei Väter hatte, oder vielleicht besser zwei Väter und eine Mutter: Czyslansky!

Mein Fazit: Unbedingt kaufen