Schlagwort-Archive: Pressekonferenz

Angst essen Freiheit auf

„Ein Teil meiner Antwort würde die Bevölkerung verunsichern!“ – Ein denkbar unglücklicher Satz, den Thomas de Maiziere gestern abend auf der Pressekonferenz anlässlich des abgesagten Fußballländerspiels vor laufenden Kameras gesagt hat. Hätte er – was er auch gemacht hat – auf die Frage, wie akut denn die Terrorbedrohung in Deutschland sei – lediglich geantwortet, dass er dazu aus ermittlungstechnischen Gründen nichts weiter sagen könne: Es hätte gereicht, und jeder hätte es verstanden.
Stattdessen hat er eben genau das getan, was er besser nicht hätte tun sollen: Mit dieser Formulierung den diffusen Ängsten in der Bevölkerung Nahrung gegeben, Journalisten zu Spekulationen aufgefordert und den rechten Flügel im Land befeuert, dass man hierzulande bedroht sei.
Denn er – so klingt es – weiß etwas, was er nicht sagen will: Und das ist ganz sicher nichts Gutes. Und gleichzeitig stellt er die Bevölkerung selbst als unmündig und unfähig dar, offene und klare Antworten zu verstehen. Einem kleinen Kind darf man eben keine Angst machen…
Wer die Pressekonferenz gesehen hat, der weiß, dass deMaiziere in dem Moment wohl selbst gemerkt hat, dass er etwas gesagt hat, was er so besser nicht geäußert hätte. Es ist eben was anderes, mit vorbereiteten Texten vor die Presse zu treten, als sich frei äußern zu müssen.

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Kick it & Klick it (Teil 6) – Ein Neuer und schon wieder Ärger

27. Januar 2011 – München
Schüsse, die nach hinten losgehen, nennt man in der Fußballsprache Eigentor. Ein solches schoss der FC Bayern im Januar 2012. Das ist zwar schon eine Weile her, aber man erinnert sich gern…

Anfang des Jahes ließ der Verein seine Fans wissen, es gebe eine Pressekonferenz, die live bei Facebook zu verfolgen sei. Und hier werde der Verein seinen neuen Offensivspieler vorstellen. Schon wieder ein Neuer?

Gut gedacht...

Der Ärger um die Verpflichtung des Schalker Torwarts war noch in bester Erinnerung. Rebellierende Fans mit dem Schild Koa Neuer in der Südkurve, Schmährufe, ganz großes Gezeter.  Anderseits zeigte sich der Verein in einer Formkrise, Abhilfe und Ablenkung war dringend erforderlich. Das wussten auch die Fans. Begierig warteten alle auf Rettung, da kam die Ankündigung gerade recht. Tausende zog es vor die Rechner, doch sie sahen nur eines: Ein Bild von Christian Nerlinger, dem Sportdirektor der Münchner, der ein Portrait des neuen Spielers präsentierte:  Facebook spielte das Bild des jeweiligen Users auf die Seite ein.
Der neue und wichtige Offensivspieler, das ist der Fan. Das wollte der Verein seine Fans wissen lassen, nicht mehr und nicht weniger.
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