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Die Zukunft des Handels: Point & Click & Buy

Gekauft wie gesehen! (Foto: The Verge)

Gekauft wie gesehen! (Foto: The Verge)

Man muss es dem alten Fuchs Jeff Bezos lassen: Er und seine Firma Amazon verstehen es immer wieder, dem etablierten Einzelhandel den Nachtschlaf zu rauben. Nicht nur den Buchhändlern: Die haben seit Jahren kein Auge mehr zu gemacht, wenn sie in an Amazon denken in der Nacht. Aber Jeff und seine Leute haben ja kein Geheimnis daraus gemacht, dass sie nicht damit zufrieden sein würden, den größten Buchladen der Welt zu erbauen: Sie wollen der größte Händler der Welt sein – Punkt! Und diesem Ziel sind sie jetzt einen großen Schritt näher gekommen mit dem „Fire Phone“, das neue Mobiltelefon von Amazon, von dem Jeff selbst zugibt, dass Telefonieren so ziemlich das langweiligste ist, was man damit tun kann.

Der Fire Phone besitzt nämlich ein Feature namens „Firefly“, das jeden Einzelhändler vor Neid erblassen lassen muss: Mache mit der eingebauten Kamera ein Bild eines Produkts – sagen wir mal eine Dose Nutella, eine Packung Kinderwindeln, eine DVD oder die neueste Spiegelreflexkamera von Sony – und drücke dann auf einen Knopf. Das Telefon sagt dir sofort, was es kann, was es kostet und fragt dich, ob du es gleich bestellen willst. Der Smartphone wird auf diese Weise zum verlängerten Ladentresen von Amazon, so nach dem Motto: „Point & click & buy“.

Ich finde das einfach genial. Vor allem gibt es dem Begriff „Kundenbindung“ eine völlig neue Dimension: Amazon fesselt seine Kunden sozusagen digital und drahtlos an sich, denn natürlich sieht man auf seinem Fire Phone nur Sachen, die Amazon im Angebot hat. Weiterlesen

Wohnen Sie auch in einem Logistikzentrum?

(Quelle: swisslog)

Warum ähnelt eigentlich mein Wohnzimmer immer mehr einem Hochregallager? Und das hat gar nichts mit Weihnachten zu tun. Oder zumindest fast nichts. Eher schon mit der Tatsache, dass man früher zum Einkaufen in ein Geschäft ging, später das Geschäft zu mir nachhause kam, und neuerdings die Hersteller bei mir zuhause ihre Zwischenlager einrichten.

Schuhe („traumhaft – gerade im Angebot“), Handtaschen („echt günstig“), Kleider („das war vorher viel viel teurer“) stapeln sich heute turmhoch in allen Ecken. Dabei schaffen Frauen es spielend die Logistik auch ohne IT-Unterstützung zu optimieren. Links der Wareneingang, rechts die geplanten Rücksendungen (gefühlt rund 90 %). Bis vor einem Jahr hätte ich „Zalando“ noch als vom Aussterben bedrohtes südamerikanisches Faultier bei einer Jauchschen 8.000-Euro-Frage durchgehen lassen. Heute kennt man schon die Fahrer aller relevanten Paketzusteller und ihre aktuellen Urlaubsplanungen (der Netteste ist der Lette von TNT).

Ich stelle mir ernsthaft die Frage, ob ich der besten aller Frauen zu Weihnachten ein Hochregalsystem schenken soll? Mit Kragarmregalen und Caddys, farblich abgestimmt auf die Mode der Saison. Sowas muss doch zu bekommen sein.

Moment, es klingelt draußen …

… ah, Herr Skapcek von UPS. Ja, bringen Sie die Kisten einfach rein. Wo die Warenanlieferung ist? Eine Euro-Palette? Passt nicht so einfach durch die Tür?

— N…E…I…N … bitte nicht auf die kleine Schachtel. Das ist doch meine Schallplattenlieferung … H …I…L…F…E …