Schlagwort-Archive: Online-Marketing

Viel zu viel Profil

Foto: Christine Matouschek

Langsam hat es sich auch bis in die letzten Winkeln der Marketingabteilung herumgesprochen, dass die Tage der Gießkannenwerbung vorbei sind. Schließlich hat uns Amazon ja schon vor Jahren gezeigt, wie man mit Hilfe von Profilmarketing, kollaborativen Filtersystemen, Business Intelligence und CRM die totale Konsumententransparenz schaffen und dem Kunden vorauseilend alle Wünsche von den Augen ablesen kann. Ja, hier und dort erhebt noch eine Kulturpessimist müde die Stimme und beklagt den „gläsernen Verbraucher“, aber wir Insider wissen doch schon längst, wohin die Reise geht: „Jeder Kunde ist eine Zielgruppe“, so lautet die Losung in der Welt von Web 2.0 und „Personal Marketing“.

Doch halt! Kann es sein, dass wir mit der Personalisierung übers Ziel hinausgeschossen sind? Weiterlesen

Anpöbeln per Internet

Dümmer geht’s nümmer…

Die Angst geht um im Internet, die Angst davor, als „gläserner Verbraucher“ ausspioniert zu werden. Und da ist was dran. Natürlich weiß ich, dass ich eine digitale Spur hinterlasse, jedes Mal wenn ich einen Webshop besuche oder auf eine Online-Anzeige klicke. Ich erzähle auch oft und gerne die Geschichte von Amazon, die mich mittlerweile so gut kennen, dass ich meine eigene Homepage bei denen habe, in dem es nur um mich geht und das, was ich mag oder was Amazon denkt, das mir gefallen könnte – und sie haben fast immer Recht damit!

Ich fühle mich von Amazon nicht belästigt, sondern gut bedient. Service nennt man so was – leider in Deutschland häufig immer noch ein Fremdwort, auch 15 Jahre nachdem Minoru Tominaga mit einem Bestseller den Begriff „Servicewüste“ geprägt hat. Und in all den Jahren, in denen ich bei Amazon einkaufe, habe ich nicht ein einziges Mal das Gefühl gehabt, dass die irgendwelchen Schindluder mit meinen persönlichen Daten betreiben. Sie zum Beispiel an andere Unternehmen verkaufen, damit die versuchen können, mir etwas zu verkaufen, das ich gar nicht will. „Kluge Unternehmen sind die besten Datenschützer“, sage ich manchmal in meinen Vorträgen, und meine Zuschauer nicken dazu.

Es gibt aber nicht nur kluge Unternehmen. Es gibt zum Beispiel die Firma booking.com in Amsterdam, die ausweislich ihres deutschen Impressums von einem Geschäftsführer namens Darren R. Huston geleitet wird – und der hat überhaupt nichts kapiert!

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Keine Werbung für Czsyslansky!

In letzter Zeit treten immer häufiger Interessenten an die Gesellschaft der Freunde Czylanskys mit dem Ansinnen heran, Werbung auf der Website des genialen Vordenkers der digitalen Revolution schalten zu dürfen. Dies hat eine durchaus kontroverse Diskusssion ausgelöst, die stellenweise das übliche Dekorum des ansonsten der reinen Lehre Czyslanskys geweihten Quorums zu stören droht.

Da einerseits die Gesellschaft dank der Tantienmen aus den unzähligen Erfindungen des großen Meisters (das Internet, die Coca Cola-Formel, das Perpetuum Mobile et al.) finanziell unabhängig ist, die Gesellschafter andererseits dem Lebensmotto Czyslanskys verpflichtet sind („Geld macht nicht glücklich, aber es finanziert die Illusionen“), wären Werbeeinnahmen aus der Vermarktung der überaus erfolgreichen Online-Präsenz willkommen. Andererseit ist ein gewissenes Enui einzelner Gesellschafter unüberhörbar, etwa Michael Kausch („… das bringt ja nur geld und wir wissen dann nicht wohin damit“).

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schluss mit messenavigation im rösselsprung – messe münchen ersetzt die alte SYSTEMS durch einen themenorientierten multifunktionalen event

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unter dem titel „discuss & discover“ und dem claim „beyond bits and bytes“ kündigte die messe münchne heute den nachfolger der SYSTEMS, der ältesten computermesse deutschlands, an. und wenn es einen schönheitspreis für die beste namensfindung gäbe, so hätte ihn die computerwoche eindeutig gewonnen. die cowo titelte heute schon um 13:47: „Dittrichs digitale Denkfabrik“. und weiter: „Klaus Dittrich, Geschäftsführer der Messe München, baut die Veranstaltung zu einer All-in-one-Kommunikationsdienstleistung für IT-Entscheider um.“ und so ist es!

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Auf den Hund gekommen

Ich fülle dauernd irgendwelche Online-Formulare aus, um mir Zugang zu irgendwelchen mehr oder weniger nützlichen oder unterthaltsamen Websites zu beschaffen oder um etwas in einem E-Shop zu bestellen. Und da heißt es jedesmal von Neuem: Name eintragen, Strasse, Postleitzahl, Wohnort, Telefonnummer, E-Mail, manchmal wollen die auch noch die Faxnummer (obwohl ich seit Jahren kein Fax mehr gesendet habe und nur selten einen bekomme), häufig auch mein Geburtsdatum, beim Online-Einkauf natürlich auch die Kreditkartennummer. Und falls ich mein Passwort einmal vergessen sollte, werde ich häufig auch nach dem Geburtsnamen meiner Mutter oder dem Vornamen meines Hundes gefragt.

Leider habe ich gar keinen Hund, aber ich sollte mir vielleicht einen zulegen. Den könnte ich dann auf solche Leute wie den Betreiber von Vistaprint hetzen.

Eigentlich ist Vistaprint eine ganz tolle Firma: Es handelt sich um eine Druckerei, die Visitenkarten, Briefbögen und andere unverzichtbare Kommunikationsmittel liefert. Man kann dort per Internet bestellen, tippt (wieder mal) seine persönlichen Daten ein und bekommt das Gewünschte pünktlich und zu einem wirklich günstigen Preis ins Haus geliefert.

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Zuhören will gelernt sein

Eines der neuen Gesetze der Sozialökonomie lautet: Erfolgreich ist nur derjenige, der seinen Kunden kennt. Wissen um den Kunden ist die neue Währung im Online-Zeitalter. Dieses Wissen lässt sich am besten durch intelligentes Zuhören sammeln. Weshalb das noch recht junge Feld des Dialog-Marketings schon seit geraumer Zeit als ein entscheidendes Wachstumsfeld erkannt worden ist. Jedenfalls von einigen.

Doch selbst wenn altgedienten Marketingprofis Worte wie „Web 2.0“ oder „Mitmach-Internet“ ganz schön flott über die Lippen kommen, sieht die Praxis leider noch ganz anders aus. Der Online-Vermarkterkreises (OVK) im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat in seinem letztes Halbjahresreport festgestellt, dass die klassischen „Push“-Formen der Online-Werbung wie Banner und andere grafische Werbeelemente mit mehr als 1,8 Milliarden Euro der Löwenanteil der Werbeinvestitionen ausmacht – wie in den Vorjahren. Suchmaschinenoptimierung liegt an zweiter Stelle. Von Dingen wie Dialogmarketing oder Interaktion ist aber in den Bericht noch keine Rede.
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Auf nach Düsseldorf

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44 Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr – welche Messe kann zur Zeit schon solche Erfolgsmeldungen präsentieren? Die online-marketing-düsseldorf, die morgen ihre gar nicht virtuellen Türen öffnet, scheint sich in diesem Jahr endgültig zum Pflichttermin für alle Online-Profis zu entwickeln. Die Schwerpunktthemen: Mobiles Marketing, Vod- und Podcasts, Social Networking und In-Game-Advertising. Aufhorchen lässt auch die Ausstellerliste, die neben den üblichen Verdächtigen von 1&1 über Google und Microsoft bis Yahoo! auch große Provider und Player wie die Deutsche Telekom, freenet und Vodafone umfasst.

Spätestens am Freitag werde ich berichten, was Sie verpasst haben. Oder treffen wir uns? Vielleicht gar abends in der CIGARWORLDLounge in der Düsseldorfer Burghofstrasse? Denn wie heisst es so schön in der Art of Smoke: „Wenn Zigarre rauchen ein Gespräch mit den Göttern ist, dann ist die Cigarworldlounge die derzeit größte Kirche für ein Gespräch mit dem Herrn!“