Schlagwort-Archive: Obama

Warum will uns Obama weiter abhören? Weil er es kann!

Wer kann, der kann!

Wer kann, schafft an!

Business as usual, also, bei NSA & Co. Barack Obama hat, wie kaum anders zu erwarten, die Praktiken seiner Datenschnüffler verteidigt und versprochen, weiterhin weltweit Telefone und E-Mails abhören zu lassen, wann immer es den Amerikanern in den Kram passt. Warum er das weiterhin tun will, hat er auch, wie in der New York Times zu lesen stand,  mit entwaffnender Ehrlichkeit verraten: Weil er’s kann! O-Ton:

„The power of new technologies means that there are fewer and fewer technical constraints on what we can do.“

Dass man vielleicht den einen oder anderen Zügel („curbs“) anlegen müsse, sei richtig, aber dafür seien andere – der Congress, die Geheimdienste selber – zuständig: Sollen die es doch bitteschön untereinander austragen. Weiterlesen

Immer mehr Amerikaner sauer auf die Datenschnüffler

Die Amerikaner verstehen die ganze Aufregung um die Spionagepraxis des NSA überhaupt nicht, sagen viele hierzulande, was auf einen fundamentalen Unterschied in der Haltung der Menschen auf beiden Seiten des Atlantik in punkt Privatheit und Datenschutz schließen lässt. Die Europäer sollten sich nicht so haben, so lautete beispielsweise die (stark verkürzte) Antwort von NSA-Chef Keith Alexander vor dem Geheimdienstausschuss des US-Repräsentantenhauses. Wenn das stimmt, dann besteht die Gefahr, dass sich die Welt in zwei Lager spaltet: Hier diejenigen, die sich Sorgen um die ausufernde staatliche Datenschüffelei machen und diejenigen, die das völlig in Ordnung finden. Schließlich gilt es hier ja, zwei sich gegenseitig ausschließende Rechtsgüter abzuwägen: Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung (das in Deutschland Verfassungsrang genießt) und das Recht auf Sicherheit vor Terror, das in einem Land, das am 9. September 2001 Opfer des bislang spektakulärsten Angriffs von Extremisten in der Geschichte geworden ist.

Aber stimmt dieses Bild überhaupt? Sind die Amerikaner tatsächlich so unbekümmert, dass ihnen die alles durchdringende Sammelwut staatlicher und privater Institutionen am Arsch vorbei geht?

Die New York Times bringen in ihrer heutigen Ausgabe einen bemerkenswerten Artikel, in dem behauptet wird, dass immer mehr einzelne Bundesstaaten von sich aus Gesetze zum Schutz der Bürger vor der ausufernden Bespitzelung durch Papa Staat erlassen haben oder solche planen. Das Blatt zitiert einen gewissen Johnathan Stickland, Abgeordneter im Parlament des erzkonservativen Bundesstaates Texas, mit diesen Worten: „Der Congress hat ganz offensichtlich kein Interesse daran, diese Dinge zu verbessern oder die Privatheit zu schützen. Wenn sie es nicht machen, dann müssen es eben die Bundesstaaten tun.“ Weiterlesen

Yes, we scan…

Snowden, PRISM, Barack Obama, NSA, Hans-Peter Friedrich…

Sie können es nicht mehr hören?

Das ist verständlich. Alle Medien haben darüber berichtet. Wieder und wieder und wieder. Seit Wochen sind die Nachrichten voll davon, es droht der thematische Overkill. Auch Czyslansky hat sich – trotz vornehmer Zurückhaltung – schon einmal mit dem Thema beschäftigt: Siehe Tim Coles Beitrag Die spinnen ja doch nicht, die Amerikaner.

Jetzt juckt es mich in den Fingern, im Auftrag Czyslanskys einen kurzen Blick auf diejenigen zu werfen, die das Ganze unmittelbar betrifft. Erstaunlich wenig hört und liest man in den sogenannten führenden Medien, wie denn eigentlich die so genannte Netzgemeinde weltweit auf diese Bespitzelung reagiert. Dabei treiben Empörung, Wut und ein latentes Gefühl der Ohnmacht angesichts solcher Unverfrorenheit wunderbare Blüten. Und die Waffe der Netzgemeinde ist messerscharf und doch frustrierend stumpf zugleich: Zynismus.

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Auch im Internet werden Korane verbrannt

Reitet den Typen der Teufel, oder was?

Und wieder stehen die Anhänger Voltaires („Ich verabscheue das, was Sie sagen, mit ganzem Herzen, aber ich wäre bereits, Ihr Recht es zu sagen, mit meinem Leben zu verteidigen“) vor einer schweren Gewissensprüfung.

Terry Jones, der offensichtlich derangierte „Pastor“ aus Gainesville in Florida, will zum Jubiläum des Anschlags auf das World Trade Center in New York gemeinsam mit den rund 80 Mitgliedern seiner „Dove World Outreach Center“ Korane, das Heilige Buch des Islam, verbrennen.

Der Aufschrei ist riesig und weltweit: Obama sagt, damit würde die Zahl derjenigen wachsen, die bereit seien, sich in Amerika in die Luft zu sprengen. General Petreus, der Oberbefehlshaber in Afghanistan, sagt, das sei Wind in den Segeln der Taliban und würde amerikanische Soldatenleben gefährden. Frau Clinton nennt Jones „abartig“. Der oberste katholische Bischoff in Amerika sagt, Jones sei kein Christ. Sogar aus dem fernen Deutschland hat sich Charlotte Knobloch, die Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, zu Wort gemeldet und gesagt, dass sie Koranverbrennungen „schrecklich und abstoßend“ findet.

Wir sind uns also alle einig, oder? Der Typ gehört in die Zwangsjacke. Aber darf man ihm deshalb die Website sperren?

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twitter-imagetracker sagt: mond besser als obama, microsoft schlechter als google!

tweetfeel

a propo apollo 11: haben sie schon mal obama mit dem mond verglichen? tweetfeel macht es möglich: dieses seltsame tool wertet tweets aus – vor allem aus dem amerikanischen raum – und zählt positive gegen negative, zustimmende gegen kritische tweets zum suchbegriff. so kommt der mond derzeit auf eine zustimmungsrate im twitter-weltall von 90 prozent, obama hingegen nur auf 65 prozent.

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SZ Online: Heute steht drin, was gestern passierte…

Was für eine Wahl: Screenshot der SZ-Onlineausgabe vom 30.3.09

Was für eine Wahl: Screenshot der SZ-Onlineausgabe vom 30.3.09

Es ist auch unter den Anhängern Czyslanskys immer wieder ein Klagen und Lamentieren über den Niedergang des deutschen Qualitätsjournalismus und über die Fehlsichtigkeit deutscher Verleger und Redakteuren gleichermaßen in punkto Online-Chancenerkennung zu vernehmen. Und dass sich die gute, alte Tante SZ im Internet nicht gerade mit Ruhm bekleckert, war schon mal Thema an dieser Stelle (siehe „Die Süddeutsche hat das Internet verpennt“ vom 4.12.08). Falls es noch eines weiteren Anschauungsbeispiels bedarf, empfehle ich einen Blick auf die aktuelle Online-Ausgabe von Münchens Vorzeigeblatt.

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Obama darf seinen Blackberry behalten

Obama und sein Lieblingsspielzeug

„They’re going to pry it out of my hands.“ (Barak Obama am 13. Januar 2009. Foto: AP)

Die digitale Glaubensbemeinschaft kann aufatmen: Obama kriegt seinen geliebten Blackberry wieder zurück! Nicht nur Czyslansky war entsetzt, als die Nachricht durchsickerte, dass Amerikas COPAZ („coolster Präsident aller Zeiten“) seinen ständigen elektronischen Begleiter an der Tür zum Weißen Haus abgeben sollte (siehe „Kein Blackberry für Obama„). Doch nun meldet das angesehene Politikmagazin „The Atlantic“ Entwarnung: „Obama Keeping His Blackberry After All„.

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so muss eine interaktive tagesschau aussehen

obama

meine liebe kollegin susanne müller-zantop hat mich heute auf eine wirklich phantastisch gelungene aufbereitung der gestrigen inaugurationsrede von barack obama hingewiesen: die new york times hat die komplette rede nicht einfach online gestellt, sondern neben den vodcast das komplette manuskript der rede eingestellt, dass sich parallel zum fortschritt der videomitschnitts durchscrollt. dabei ist das manuskript über eine volltextrecherche durchsuchbar. man kann zu jedem suchergebnis im manuskript und damit auch im video springen. das manuskript ist sauber gegliedert und wurde um sinnvolle links auf ergänzende informationen erweitert. so lässt sich einerseits der vortrag bestens analysieren. und andererseits wird diese wunderbare rede (ja tim: ich finde ihn auch großartig!) tatsächlich zum ausgangspunkt weiterer recherchen.

ja – genau so muss eine interaktive tagesschau künftig aussehen. schaut doch einfach mal rein:

http://www.nytimes.com/interactive/2009/01/20/us/politics/20090120_INAUGURAL_ANALYSIS.html?hp#

das beste aber ist: die nyt kommuniziert das ganze im gewohnt ruhigen und klassischem design. man möchte seinen fernseher samt diesem unsäglich kunterbunten heute journal glatt eingraben.

Kein Blackberry für Obama

Die Nachricht des Tages trifft uns Techies hart: Obama („The Chosen One“) muss seinen Blackberry an der Eingangstür des Weißen Hauses abgeben!

Die Vorstellung war einfach zu schön, um wahr zu sein: Ein US-Präsident, der per E-Mail regiert, der regelmäßig surft! Das Oval Office als papierloses Büro! Das erste Staatsoberhaupt mit einem eigenen Profil auf Facebook. POTUS postet auf Twitter! Das wäre wirklich Politik 2.0 gewesen.

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Das Internet hat gewonnen!

Barack Obama / DC Examiner
Quelle: The DC Examiner

Der Sieg Barack Obamas ist auch ein Sieg des Internet.

Während Politologen und Wahlstrategen noch monate- oder jahrelang darüber debattieren werden, wie es der schlacksige Nobody mit den abstehenden Ohren geschafft hat, sich in kürzester Zeit bis zum wohl mächtigsten Mann der Welt empor zu boxen, ist eines klar: Ohne die Macht der Neuen Medien wäre er niemals so weit gekommen.

Obama und seine Berater sind vielleicht die ersten echten Vertreter einer ganz neuen Politikergeneration die verstanden hat, dass Politik in Zukunft nicht mehr von oben nach unten, sondern von unten nach oben funktionieren wird. Ja, es gab schon lange den Begriff „Graswurzelbewegung“, aber das war ungefähr so ehrlich gemeint wie die Floskel „König Kunde“. In Wahrheit haben die Politiker dem Bürger gesagt, was er zu wollen hat. Dafür bekommen ja bei uns jetzt insbesondere die SPD-Oberen ganz deutlich die Quittung. Man stelle sich vor, Frau Ypsilanti hätte ihre Parteibasis erst mal online diskutieren lassen, bevor sie sich auf das Abenteuer mit den Linken einließ…

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