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Wenn der „Vati“ leckt…

Ein Leak, da sind sich von Langenscheidt bis Beolingus alle professionellen Übersetzungshilfen einig, ist ein Leck, eine undichte Stelle. Etwas, das außen ist, sollte dort bleiben, aber es dringt durch ein Leck hinein. Bootsfahrer kennen das Problem. Sie bekommen plötzlich nasse Füße und müssen die Lenzkellen zücken.
Andersherum dringen durch ein Leck auch Dinge nach außen, die dort nicht hingehören: Öl von Tankern leckt in’s Meer, Sauerstoff von Ramschiffen ins Weltall, Peinlichkeiten aus der Kabine des FC Bayern in die Münchner Abendzeitung. Beispiele gibt es viele.
Nun also leckt’s in Rom.Verfolgt man derzeit die Gazetten Italiens, dann fällt auf, dass dort schon lange nicht mehr über Berlusconis Triebe, dafür umso mehr über Vatileaks geschrieben wird.  Vatileaks ist ganz offensichtlich eine Anspielung auf Julian Assanges Wikileaks.
Zerlegt man diesen wunderbaren Neologismus in seine Bestandteile, dann wäre die korrekte Übersetzung Der Vatikan leckt. Flachwitzler könnten an dieser Stelle sofort eine Bemerkung einschieben, dass dies angesichts sexueller Umtriebigkeit in priesterlichen Kreisen ja nichts Neues sei. Aber nein: Auf dieses Niveau begeben wir uns nicht.

Nicht ganz dicht: Der Vatikan. Foto:L. Prauser

Noch viel weniger wollen wir uns Gedanken machen, was – löst man die Abkürzung Vati  für Vatikan nicht auf -, ein eingedeutschtes Vati leckt bedeuten könnte, was Mutti dazu sagt, oder was ein Vati läuft aus bedeutet angesichts der fortschreitenden Volkskrankheit Inkontinenz. Doch lassen wir das.
Die Sache ist ernst.

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