Schlagwort-Archive: Marktforschung

Achtung: IM Radio – der Spitzel in der Mittelkonsole

Es gibt so Momente, da bin ich nicht sicher, ob ich das, was ich zu hören bekomme, witzig und genial finden soll oder einfach nur unverschämt. Vergangene Woche war so einer – und nein: Es geht nicht um mich. Niemand war ungehörig zu mir, nicht mal die eigenen Kinder, und das will was heißen.
Es geht lediglich um Werbung…
Worum ging’s?
Sie kennen sicher die Empfehlung, in der digitalen Welt bei der freiwilligen Bereitstellung der eigenen Daten Vorsicht walten zu lassen. Das ist nicht unbegründet, muss an dieser Stelle allerdings nicht zum 100. Mal wiederholt werden. Die Warnung der Web-Kritiker reicht bis zur totalen persönlichen Apokalypse, weil man auf irgendwelchen Party-Pics volltrunken die Hosen heruntergelassen hat. Das schlimmste aller Dinge, die passieren können, aber ist: „Wer alles von sich preis gibt, muss sich nicht wundern, wenn er zielgerichtet auf sein Profil Werbung ins Haus bekommt.“
Was, so frage ich mich, ist so schlimm daran? Bin ich nicht alt genug, zu entscheiden, ob ich ein Produkt kaufe oder nicht, und wenn die Werbung noch so auf mich zugeschnitten ist. Noch bin ich derjenige, der den analogen oder digialen Warenkorb füllt.
Jedes Mal, wenn ich den Fernseher einschalte und ein bestimmtes Programm anschaue, läuft Werbung, die speziell für mich und meines gleichen in diesem Umfeld eingebucht wurde. Jede Anzeige richtet sich an die Leser der Zeitung, die ich gerade in der Hand halte. Und trozdem: Ich allein treffe die Entscheidung und muss sie verantworten, ob ich aufgrund einer zielgerichtten Werbebotschaft etwas kaufe oder nicht. Was soll also das ganze Geschnattere?
Und hier kommt ein Beispiel von Marktforschung und wir kehren zurück zur einleitenden Frage „Ist es genial oder ist es unverschämt?“

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Es gibt sie wieder: die DDR als Offline-Land

Chart: D21 Entwicklung Internetnutzung_2011

Dies ist eine interaktive Info-Grafik. Wenn Sie den Doppelstrich innerhalb des Scrollbalkens neben der Grafik bedienen, können Sie den Betrachtungszeitraum variieren. Wenn Sie mit der Maus über die Datenreihen fahren, erhalten Sie die genauen Werte der einzelnen Datenpunkte. Außerdem können Sie in der unteren Menüleiste Datenserien ein- und ausblenden sowie die Grafik als Bild speichern oder ausdrucken. Wenn Sie diese Info-Grafik in Ihre Webseite einbinden möchten, können Sie sich dafür mit einem Klick auf den Menüpunkt „Einbinden“ den Embed Code kopieren.
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D21 Entwicklung Internetnutzung_2011

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Folgt man den aktuellen D21-Zahlen zur Internet-Nutzung in Deutschland, dann muss man erkennen, dass das Wachstum der Nutzerzahlen rückläufig ist, und dass vor allen Dingen die Anzahl der “Nutzungsplaner” deutlich zurück geht: Wer ins Netz will, der ist zumeist schon drin. Für Deutschland zeichnet sich damit ein “Bodensatz” von rund 20 Prozent Online-Verweigerern ab.

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Sage mir, was du suchst und ich sage dir, wer du bist

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Voller Durchblick – oder nur eine Fliege unterm Mikroskop?

Lawrence Summers, der ehemalige amerikanische Finanzminister und heutige Nationale Wirtschaftsberater von Barak Obama, will das moderne Gegenstück zum delphischen Orakel entdeckt haben: Google. Summers hat herausgefunden, dass im Frühjahr 2009 besonders häufig der Suchbegriff „Great Depression“ eingegeben worden ist, inzwischen aber kaum noch. Für ihn ist das ein eindeutiger Wirtschaftsindikator und Beweis dafür, dass die Wirtschaftskrise vorbei ist.

Nun ist Summers nicht der erste, der Suchanfragen als Mittel der Marktforschung benützt. Google selbst betreibt eine Seite namens „Google Zeitgeist“ mit Trendauswertungen und einer Liste der „Top 100“-Suchbegriffe. Die so genannten Trends sind allerdings äußerst kurzlebig. Als ich heute morgen nachschaute, lag ein gewisser Casey Kotchman auf Platz eins, weil er von der Baseballmannschaft von Atlanta nach Boston zu den Red Sox wechselt. Ob morgen noch ein Hahn nach ihm kräht, ist eher zweifelhaft, aber wie sagte doch Andy Warhol, jeder wird einmal für 15 Minuten berühmt sein.

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