Schlagwort-Archive: Marketing

Das Ende von eBay

eBay hat sein Geschäftsmodell verraten – und damit seine Kunden und Partner!

Wie die New York Times heute berichtet, hat der neue eBay-Chef John Donahue heimlich einen Mega-Deal mit dem Marktplatzbetreiber Buy.com abgeschlossen, der diesem erlaubt, die Seiten von eBay mit Millionen von Festpreisangeboten zu überfluten und damit kleineren Händler („Power Seller“) quasi das Wasser bis an den Hals steigen zu lassen.

Der Handelsriese Buy.com mit seinen knallhart kalkulierten Margen bekommt offenbar deutlich bessere Konditionen als die bisherigen Partner und kann mit Lockangeboten wie kostenloser Versand, Rücknahme- und Telefonservice kleinere Händler ausstechen.
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Himmel auf Erden

Heaven

Einmal im Jahr ziehen meine Frau und ich uns an den schönsten Ort der Welt zurück. Er heisst „Phenix“ und liegt an der zerklüfteten, menschenleeren Südwestküste Kretas, der so genannten Sfakia. In Phenix gibt es ein einfaches Gasthaus, das kleine Zimmer vermietet mit großen Balkonen, eine mit Weinreben umrankte Terrasse und einen halbmondförmigen Steinstrand – und sonst nichts. Und vor allem: Es gibt keinen Handyempfang!

Leider haben sie inzwischen einen Internet-Anschluß, aber der ist wahnsinnig langsam und tut auch nur sporadisch. Und das ist gut so, denn für mich gibt es nichts Erholsameres, als 14 Tage ohne Kommunikationsstress.
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Web 2.0 am Ende?

Die „Financial Times Deutschland“ stellte kürzlich, zwar nicht ins Blatt, aber immerhin in die Online-Ausgebe, eine bemerkens- und bedenkenswerte Frage in den Raum, nämlich ob die „Web-2.0-Euphorie“ nun langsam am Ende sei. Grund der bangen Annahme: Das Geschäft mit Widgets halte nicht, was die Hersteller sich einmal davon versprachen.

Das mag traurig stimmen, liebe Kollegen, geht aber dennoch messerscharf am Phänomen Web 2.0 vorbei: Erstens ist das kein Geschäftsmodell, worauf schon der Urheber des Begriffs, Tim O’Reilly gern hingewiesen hat, sondern eine (neue) „Haltung“ („attitude“) der Nutzer und zweitens ist der Gedaanke so unsinnig, als wenn jemand 1998, bevor Google seinen Siegeszug antrat, behauptet hätte, die „Euphorie“ um Suchmaschinen im Web sei beendet, weil die damaligen Akteure noch keine gewinnbringende Strategie für die Monetarisierung ihres Angebots gefunden hatten.

Merke: Im Internet geht es immer zuerst, um die Entwicklung eines erfolgreichen, weil für die Nutzer hilfreichen, Angebots und dann erst um dessen Monetarisierung. Wie erfolgreich dieser Weg sein kann, beweist nicht zuletzt Google selbst. Richtig ist allein die nicht eben originelle Beobachtung, dass Web 2.0 in allen seinen Ausprägungen noch nach einem ebenso innovativen wie erfolgreichen Geschäftsmodell verlangt. Wer das zuerst gefunden hat, der könnte zukünftig vielleicht sogar in der Google-Liga spielen.

Springer kauft Apple-Geist

Der Axel Springer Verlag setzt voll auf Apple. In den nächsten fünf Jahren tauscht er sämtliche Wintel-Rechner gegen Macs aus. Auch die Blackberry-Nutzer des Medienhauses dürfen auf das schickere Iphone von Apple umsteigen. Neben dem sicher günstigen Deal, den Springer mit Apple geschlossen haben muss, spielt offenbar auch das Image eine Rolle, das die Apple-Gerätschaften mitbringen und auf die Springer-Leute übertragen sollen. Zumindest Springerchef Döpfner hofft öffentlich, dass die Entscheidung pro Apple den kulturellen Wandel und die kulturelle Modernisierung seines Unternehmens fördert. Großes Publikum, große Geste. Aber durch den Kauf von Rechnern und Handys einen kulturellen Wandel herbeiführen zu wollen, ist doch arg naiv – oder verzweifelt. Mich erinnert es ein bisschen an die Kannibalen, die das Herz ihrer Feinde esssen, damit sich deren Mut auf sie selbst übertrage.
Döpfners Video-Botschaft:

Cyzslanskys Tante

Cyzslanskys Tante

Die Cyzlansky-Forschung steckt bekanntlich noch in den Kinderschuhen. Wir wissen noch viel zu wenig über diesen genialen Kosmopoliten und Vordenker des digitalen Zeitgeistes. Doch schon erste, zaghafte Spatenstiche in der Krume der den Czyslansky-Mythos überdeckenden Bodenschichten fördern geradezu erstaunliche Erkenntnisse zutage.

So sind im Nachlass von Arthur B. Rostenheimer, einem Nachbarn der Familie von Hermann und Pauline Einstein, den Eltern von Albert Einstein, kürzlich Briefe an dessen Oheim in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington aufgetaucht die belegen, dass eine gewisse Hindel Cislanski oder Czyslansky ungefähr um 1886 als Hausangestellte und später als Haushälterin im Anwesen der Familie im Hinterhof der Adlzreiterstraße 14 (heute: Lindwurmstraße 127) in München-Sendling beschäftigt gewesen ist.

Rostenheimer erinnert sich in einem Brief an „Tante Hindels legendären Satz, den sie, wie Ihr, lieber Oheim, sicher noch wißt, am Tage stets zu wiederholen pflegte, wenn der junge Einstein wieder einmal von seinem Vater beim Kirschenklauen oder einem der anderen Streiche erwischt wurde, zu denen ihn sein unbändiger jugendliche Übermuth hinriß: ‚Ach, gnädiger Herr, der kleine Farstinkener hat doch nichts Schlimmes getan. Ist doch alles relativ!’“
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Wir über uns

Was ist Czyslansky?

czyslansky.net ist 42, die Antwort auf alle Fragen, die schon vergebens gestellt und deshalb zu Recht vergessen wurden. Außer der einen: wie es möglich war, dass sieben so unterschiedliche Menschen mit so unterschiedlichen Erfahrungen, Meinungen und Frisuren die Digitalisierung der Welt überleben konnten? Was sind ihre Überlebensstrategien? Wie überdauern sie im Survival oft the Fittest? Warum stehen sie offensichtlich am besseren Ende der Nahrungskette? Und ist da noch Platz?

Wer sind die sieben Mitglieder der Czyslansky-Gesellschaft?

Nach willkürlich geschätzter Körpergröße sortiert handelt es sich um

Christoph Witte, Journalist, Blogger, Sprecher und PR-Berater (www.wittcomm.de). In früherem Leben langjähriger Chefredakteur/Herausgeber der Computerwoche und Herausgeber des CIO Magazin: wittes-welt.eu/blog/

Alexander Broy, Autor, Designer, Künstler  Kameramann und der einzige Czyslansky-Jünger der weiß, wie WordPress funktioniert: www.broy.de

Lutz Prauser, hat irgendwas mit Film zu tun, und mit Marketing, und mit dem Anzapfen von Fördertöpfen. Außerdem Autor, Blogger auf www.zwetschgenmann.de „ Freizeitherpetologe, Schildkrötenfan und leidenschaftlicher Schwimmer.

Tim Cole, relativ selbstständiger Publizist, Speaker, Analyst und Amerikaner: www.cole.de.

Sebastian von Bomhard, (vor-)denkendes „Internet-Urgestein“ und ein Pionier unter den deutschen Internet-Providern: www.svb.bayern.net

Michael Kausch, PR- und Marketing-Mann, Gründer der Agentur vibrio: www.vibrio.eu/blog/ und viel zu selten mit der Leica unterwegs: www.kausch-im-netz.de.

und natürlich Vicky Lieks

Warum sind es deren sieben?

Weil Czyslansky selbst das so verfügt hat: „Es mögen sieben um mich sein, keiner mehr. Auch möge nicht einer fehlen.“ Schließlich habe die Woche sieben Tage, die Welt sieben Wunder. Es gebe die Wolke Sieben, die sieben Siegel, die sieben Göttinger, die sieben Zwerge, die sieben Schwaben, die sieben Apostel. Und berichte die alte irische Ballade nicht von den „seven drunken nights“? Eben. Selbst die Wikipedia postuliert ja treffend: „Sieben ist der Nachfolger der Sechs und der Vorgänger von Acht“. Auch im Brockhaus stehe nichts Gegenteiliges. Czyslansky habe dies anhand seiner Handbibliothek – so berichtet er – überprüft.

Um was geht es Czyslansky?

Um das Leben im Digitalen. Was macht die Digitialisierung mit uns? Und wer macht Digitalisierung mit uns? Wie geht das: Digitales Wirtschaften, digitales Marketing, digitales Leben. Welche neue Formen der Kommunikation, der Arbeit, der Kultur blitzen am digitalen Firmament auf (und verglühen vielleicht auch…)? Was wird aus der Null-Blog-Generation? Wie viral ist Politik? Braucht ein gutes Blog Frauen?

Ob die Sieben jemals diese Fragen auf Czyslansky beantworten werden, oder ob sie diese Fragen überhaupt stellen werden, wir wissen es nicht. Aber wir werden es sehen. Und lesen. Und schreiben.

Alexander Broy

widmete sich als Schüler hauptsächlich der Malerei und lebte lange in einer Badehütte am Ammersee, arbeitete nach dem Abi als Knecht in der fränkischen Landwirtschaft und übte in dieser Zeit Kunst in einem ehemaligen Kuhstall aus. Es folgte eine bunte Karriere als Film- und Multimediaproduzent, Internetdesigner und Agenturchef. Mit dem New-Economy-Crash stürzte der, damals 34jähriger Vater von 3 Kindern, wie viele in ein finanzielles Desaster und rettete sich in einer kurzen aber heftigen Gastrokarriere als Barmann in diversen Cocktailbars. Im Juni 2006 vollendet er den Roman „Die Urlauber“. Heute lebt er als freier Autor, Designer und WEB 2.0 Berater in Fürstenfeldbruck.

Tim Cole

Die „Süddeutsche“ nannte mich vor Jahren schon den „Wanderprediger des deutschen Internet“, was ich Pastorensohn natürlich für ein großes Kompliment hielt. Seit 1990 lebte ich hauptberuflich von Artikeln, Kommentaren, Büchern, Vorträgen, Event- und TV-Moderationen zum Thema Digitalität und Vernetzung. Damit dürfte ich übrigens einer der dienstältesten Internet-Journalisten überhaupt sein. Als gelernter Wirtschaftspublizist bewege ich mich gerne an der Faltlinie zwischen Technik und Unternehmen. Jahrelang rückte die Steuerberater-Genossenschaft Datev meinen Kopf im Rahmen einer Testimonial-Kampagne auf ganzseitigen Anzeigen in die führenden deutschen Zeitungen, Zeitschriften und Wirtchaftsmagazinen ein, versehen mit dem (mehr oder weniger) schlauen Spruch: „Viel Information ist nicht viel Wissen!“ Qud erat demonstradum.

Michael Kausch

Geboren in der weiteren Umgebung des Frankenstadions (1.FCN) lebe ich heute zwischen den Städten Bordeaux (Wein), Havanna (Zigarren) und Frankfurt (Bücher). Nach dem Studium von Kommunikationswissenschaften, Volkswirtschaft, Soziologie, Psychologie und Billard in München habe ich ein paar Bücher gemacht, Bäume gepflanzt und auch sonst die Dinge getan, von denen es heißt, dass sie ein Mensch in seinem Leben tun müsse. In sechs Jahren Festanstellung bei Microsoft durfte ich als Pressesprecher Kontakte sammeln, als Bereichsleiter die Marketingkommunikation verantworten und als Tennispartner Bill Gates gewinnen lassen. Getreu dem Motto des unvergessen Groucho Marx „I don’t care to belong to a club that accepts people like me as members” blieb mir nach Microsoft eigentlich nur der Weg in die Selbstständigkeit. Dort angelangt gründete ich 1992 die Agentur vibrio. Weitere Infos hier

Sebastian von Bomhard

Mathematik! Das habe ich studiert und mich extra auf Logik spezialisiert. Als Diplom-Logiker, so hoffte ich, käme ich nie in die Verlegenheit, mich in die Niederungen angewandter Wissenschaften begeben zu müssen. Das Internet schien ähnlich exklusiv. 1993 wurde mein Vorschlag, meine Firma mit dem Zusatz „Gesellschaft für Internettechnik“ eintragen zu lassen, abgelehnt. Zu exotisch. Zu englisch. Wunderbar. Doch dann kam alles ganz anders als erwartet.

Christoph Witte

Ich mag Technik. Sie fasziniert mich. Eigentlich finde ich es immer noch wunderbar, dass Flugzeuge fliegen und wir nicht von der Weltkugel purzeln. Schwerkraft finde ich nach wie vor ein schwieriges Konzept. Vielleicht ist mir wegen dieses Unverstands mein Staunen geblieben, darüber beispielsweise, dass ich aus dem Flugzeug heraus direkt bloggen kann, oder wie Amazon es schafft, mir schon während meiner Buchbestellung zu zeigen, welche Bücher ich wahrscheinlich auch noch gut finde. Oder Skype, oder Google oder Blackberrys oder dass Container heute per RFID und GPS überall auf der Welt geortet und ihr Inhalt identifiziert werden können, oder, oder, oder.
Ich habe die letzten 19 Jahre für die IT-Zeitschrift Computerwoche gearbeitet, die bei IDG erscheint. Davon die letzten 13 Jahre als Chefredakteur und Herausgeber. Dort habe ich viel darüber gelernt, wie Fachmedien funktionieren, was Print- von Online-Publikationen unterscheidet und was sie gemeinsam haben. Spannend war das Ganze aber auch, weil mir diese Arbeit fast ungehinderten Zugang zu den großen und mittleren IT-Anwendern verschaffte. Ich habe viele Unternehmen und IT-Verantwortliche intensiv kennengelernt. Zwar aus der IT-Perspektive, aber die ist ja inzwischen in fast jeden Unternehmensbereich und Prozess eingedrungen. Außerdem bekomme ich seitdem Industrie-Informationen aus erster Hand. Vieles erfahren IT-Journalisten immer noch früher als andere, das heißt, sie können es eher weitererzählen. Das tue ich auch liebend gerne weiterhin.
Vor zwei Monaten habe ich die Chefredaktion der Computerwoche abgegeben und agiere jetzt als Herausgeber der Publikation. Das lässt mir Raum für neue Aktivitäten, dieses Blog, Recherchen zu meinem neuen Buch und Auftritte als Speaker.

Lutz Prauser

Geboren bin ich an der Schnittstelle zwischen Sauerland und Ruhrgebiet im unspektakulären Hagen, Westfale mit Migrationshintergrund (bayerischen und schlesischen Wurzeln), erdverbunden, stur, erfrischend direkt und mit einem Hang zum Niveaulosen. Ausgestattet mit dem Zynismus einer ganzen Region, der damals das Stahlwerk- und Zechensterben die Lebensadern zugedrückt hat. Kind aus’m Pott.
Aufgewachsen ebendort, fast eine Dekade studiert an der Ruhruniversität Bochum, als ewiger Student mit vielen lukrativen Nebenbeschäftigungen Geld und Erfahrungen gemacht, die Gold wert sind, aber dabei die Seele verkauft. Nach kurzem Intermezzo in der heimischen Kinobranche und einem Zwischenspiel in Frankfurt jetzt im Bayernland.
Wohnhaft bin ich mittlerweile in einem Dörflein in Altbaiern, inmitten von CSU-Stammwählern, Landwirten, Kiesgrubenbesitzern und Berufspendlern. Das konfrontiert mich mit der Situation, ein Protestant unter Katholiken und ein Preuße unter Bayern zu sein, was jenseits der Tore Münchens durchaus noch Relevanz und Konsequenzen hat. Das spüre ich manchmal als Gesinnungsroter im Schwarz-Gelben (politisch gesehen) oder als Schwarz-Gelber im Stammland der Roten (fußballerisch gesehen).