Schlagwort-Archive: Marketing

eine letzte träne an die SYSTEMS – (k)ein nachruf

tschüss SYSTEMS. du warst meine erste it-messe als besucher (irgendwann anfang der 80iger jahre) und meine erste als aussteller (mit microsoft os/2 in halle 6 auf dem alten münchner messegelände im oktober 1987). ich weine eine kleine virtuelle träne um dich und freue mich sakrisch auf den nächsten herbst.
denn heute, am 22. oktober 2008 hat die messe münchen bekanntgegeben, dass es im nächsten jahr keine SYSTEMS mehr geben wird – sondern etwas völlig neues.
der security-teil der SYSTEMS wird erweitert und gemeinsam mit dem bisherigen partner – dem secumedia verlag – zu einer kompletten und eigenständigen security-messe mit termin im juni ausgebaut.
im herbst wird es an der stelle der SYSTEMS etwa völlig neues geben. es hat noch keinen namen, aber schon eine hübsche gestalt.
ich habe an anderer stelle – in der dampflog – ein wenig zur vermutlichen gestalt des neuen events geschrieben. das ist nicht viel mehr, als die messe selbst heute in einer kleinen presseveranstaltung bekannt gegeben hat. und es ist abgrundtief parteiisch. aber wer will, darf es natürlich trotzdem lesen.
mag jemand mit mir die SYSTEMS ein wenig still und diskret beweinen? für den fall sei hier noch ein wunderschöner link auf den letzten weg mitgegeben: http://bestatterweblog.de.

Sind wir nicht alle ein wenig Afrika?

Die Photokina 2008 stand (und steht) ganz im Zeichen Afrikas. Denn unter diesem Codenamen hat Leica – für die meisten völlig überraschend – für die große Sensation dieser Messe gesorgt und eine Kamera angekündigt, die so revolutionär ist, dass sie das Zeug hat, Leica als rotgepunkteter Phönix aus der Krise zu ziehen.

leica_s2

Mit der S2 haben die Solmser eine Kamera mit den Innereien einer Mittelformatkamera im kompakten Gehäuse einer modernen Kleinbildkamera vorgestellt. Auf der Photokina kann man sie hinter Glas in einer Vitrine bewundern. Oder hinten im Gästecafé auch mal in die Hand nehmen. Dort wird sie von freundlichen Leica-Menschen ehrfürchtig und vorsichtig an den Tisch gebracht und liebevoll noch bei ihrem Kose- und Entwicklungsnamen genannt: AFRika (Auto-Fokus-Reflex-Integrierte-Kamera“.

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Auf nach Düsseldorf

duesseldorf

44 Prozent mehr Aussteller als im Vorjahr – welche Messe kann zur Zeit schon solche Erfolgsmeldungen präsentieren? Die online-marketing-düsseldorf, die morgen ihre gar nicht virtuellen Türen öffnet, scheint sich in diesem Jahr endgültig zum Pflichttermin für alle Online-Profis zu entwickeln. Die Schwerpunktthemen: Mobiles Marketing, Vod- und Podcasts, Social Networking und In-Game-Advertising. Aufhorchen lässt auch die Ausstellerliste, die neben den üblichen Verdächtigen von 1&1 über Google und Microsoft bis Yahoo! auch große Provider und Player wie die Deutsche Telekom, freenet und Vodafone umfasst.

Spätestens am Freitag werde ich berichten, was Sie verpasst haben. Oder treffen wir uns? Vielleicht gar abends in der CIGARWORLDLounge in der Düsseldorfer Burghofstrasse? Denn wie heisst es so schön in der Art of Smoke: „Wenn Zigarre rauchen ein Gespräch mit den Göttern ist, dann ist die Cigarworldlounge die derzeit größte Kirche für ein Gespräch mit dem Herrn!“

Was uns die Sterne über eBay sagen

Ich habe von eBay einen Stern bekommen, und darauf bin ich mächtig stolz. Dafür sollte sich eBay schämen.

Im Kindergarten bekamen wir, wenn wir den ganzen Tag brav waren, einen goldene Stern auf die Stirn gepappt. Tja, ich selbst habe das nicht allzu oft erlebt, aber meine Nachbarin Frusi kam beinah jeden Tag beklebt nach Hause, und da gab es dann nochmal Lob von Mami und Papi. So ein liebes Kind…

Vielleicht war ich deshalb im ersten Moment so beglückt als ich jetzt von eBay eine Mail bekam, in dem mir mitgeteilt wurde, dass ich einen türkisfarbenen Stern bekommen habe dafür, dass ich mehr als 100 positive Bewertungspunkte von anderen eBay-Kunden erhalten habe, mit denen ich in den letzten zwölf Monaten zu tun hatte. Konkret waren es 22, die etwas von mir gekauft haben oder die mir etwas verkauft haben. Und das Beste ist: Alle 22 waren offenbar mit mir zufrieden, denn mein Bewertungsprofil weist die Note „100%“ aus.

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alle lieben emily

emily

der SPIEGEL träumte gestern online von einer fortsetzung von CASABLANCA, natürlich mit humphrey bogart in der hauptrolle. möglich sei dies durch eine neue technologie, die es nun erstmals erlaubt virtuelle menschen wirklich fotorealistisch in hd-qualität zu „bauen“ und zu animieren. dabei geht es um das sogenannte „emily project“ des amerikanischen spezialisten von image metrics. mit emily wurde dort eine virtuelle frau geschaffen, deren mimik nicht mehr durch eine definierte anzahl von messpunkten auf den gesichtsvorlagen von schauspielern definiert wird. für emily wird die bewegung jedes bildpunkts aus dem abgefilmten portrait einer schauspielerin auf das gesicht emilys überragen. vom erschreckend echten realitätseindruck kann man sich in einem mustervideo einfach überzeugen.

affiliate marketing spezialist Josh Todd träumt angesichts von emily nicht vom schmachtenden bogart, sondern von der zukunft des online marketing. dabei gab es eine – jedenfalls in ihrer zielrichtung – ganz ähnliche entwicklung auch bis vor wenigen jahren in deutschland: unter dem label voxar entwickelte ein team um den deutschen animationsexperten winni obermüller eine software, die es erlauben sollte, aktuelle gesichtsmimiken zu erkennen und in echtzeit auf andere gesichter zu übertragen. die entwickler träumten von einer vermarktung an telefonsexagentinnen, die – in der realität wohl zumeist hausfrauen über vierzig! – per software zum model gestylt ihre dienste künftig über ip-tv  vermarkten könnten. leider ging voxar frühzeitig das geld aus und der erste und einzige kunde, der die technologie zum einsatz brachte waren münchner polizisten. diese testeten die software in einem pilotversuch zur erkennungsdienstlichen behandlung bei der sichtung von videoaufnahmen von demonstrationen …

na ja – vielleicht lassen sich ja mit emily-technik künftig auch die demonstrationen virtualisieren und man kann so den bayerischen beamten ein schnippchen schlagen. man stelle sich vor: 5.000 emilys, bogarts und marilyns protestieren auf münchen.de gegen bush. und beck könnte es als obama verkleidet zum kanzler schaffen. und tim im hohen alter nochmal in den playboy channel. here is looking at you!

Das Ende des Journalismus

Blogger und Bürgerreporter die Totengräber der Kultur?

Blogger, Bürger Reporter, You Tube und  Facebook – das Ende des kultivierten Journalismus? Als paradigmatisches Beispiel für den Niedergang des kultivierten Journalismus wird  in der heutigen  Ausgabe der Zeit, die Huffington Post aus Amerika  genannt. Das Konzept der Huffington Post kurz umrissen heißt user genrated content. Bürger Reporter, einige hochklassige Blogger – natürlich für lau – und das parasitäre Verlinken zu fünf Dutzend Zeitungen (frei  beschrieben nach Josef Joffe) – so einfach ist der langsame Niedergang des geschrieben Wortes zu erklären.

Weiter aus der Zeit: „Was macht ein richtiger Journalist ? Er trennt das Interessante vom Belanglosen und Blöden. Er sortiert und wählt aus. Er macht uns neugierig, aber nicht (oder nicht nur) mit der neuen Verlobten von Boris Becker – das als kurzes Zitat aus der heute  am 14. Auguts 2008 erschienenen Zeit – mit einem Leitartikel  von Josef Joffe.

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Von Nischen und Mäusen


Vielleicht kommt es ja doch auf die Schwanzlänge an. Jedenfalls hat Wilfried Ruß von der Münchner Firma 1stPlan auf seinem Firmen-Blog eine interessante Diskussion vom Zaun gebrochen über Sinn oder Unsinn der Long Tail-Theorie, nach der ein Anbieter im Internet durch eine große Anzahl an Nischenprodukten Gewinn machen kann, weil die geographischen Beschränkungen, die in einem konventionellen, realen Markt die Kosten, um Nischen anzubieten und zu erreichen, zu sehr in die Höhe treibt. Im (globalen) Internet dagegen sei die Nachfrage theoretisch so gut wie unbegrenzt, die Chancen, den einen Kunden zu erreichen, der ausgerechnet dieses äußerst esoterische Produkt besitzen will, sehr groß.

Alles Quatsch, behauptet nun die Harvard-Professorin Anita Elberse in einem Artikel für die Harvard Business Review („Should You Invest in the Long Tail?“). Nischenmärkte sind reine Zeitverschwendung, erfolgreiche Unternehmer sollen sich weiterhin auf Bestseller konzentrieren. Gut, sie sagt es sehr viel nunacierter, aber das ist jedenfalls die Botschaft, die bei mir angekommen ist.

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massenentführung im web 2.0

twitterspam

techcrunch berichtete gestern von einer neuen spam-alternative: erstmals sind nicht mailsysteme betroffen, sondern twitter. so verfolgen bereits 7.000 unschuldige zwangsstalker johng77536, mehr als 9.000 sogar jpmogan.

das web 2.0 verliert seine unschuld.

siehe auch http://www.techcrunch.com/2008/07/27/who-is-johng77536-and-how-did-he-game-twitter/ und http://upload-magazin.de/?p=987.

Der Krake Google wächst weiter

Also zuerst mal ein Bekenntniss: Beim Frühstücken lese ich jeden morgen Zeitung. Ich stehe dazu sogar extra früher auf. Ich finde es – Webzeitalter hin oder her – sehr viel angenehmer in einer Zeitung zu blättern, als schon in der Früh auf einen Bildschirm zu glotzen.

Im heutigen Feuilleton der Süddeutschen veröffentlicht Bernd Graff, Stellvertreter des Chefredakteurs der SZ Online, unter dem Titel „Das Monopooool“ einen kritischen Kommentar zu Google. Ich teile Grafs Ansicht zum Wikipedia-Konkurrenten, den Google gestern als öffentliche Beta ins Netz entließ nicht.

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Czyslansky und die Erfindung von PKI

Dass sich Czyslansky unendliche Verdienste auch im Bereich der IT Security erworben hat, ist natürlich unbestritten. Begriffe wie „Firewall“, „Pentration“ oder „back door“ lassen sich mühelos bis zu ihrer erstmaligen Verwendung in einigen seiner Schlüsselwerke zurückverfolgen, obwohl böswillige Kritiker immer wieder versucht haben, ihm die wohlverdienten Lorbeeren zu nehmen, indem sie die geistige Urheberschaft anderen Autoren zuschrieben wie etwa Willis H. Ware von der Rand Corporation, ein guter Freund Czyslanskys, mit dem ihn in den 70ern ein langjähriger Briefwechsel verband, oder Fred Cohen von der Hebrew University in Jerusalem, den legendären Entdecker des ersten Computervirus, den „Friday 13th virus“. Dass Czyslansky gemäß seinen Tagebuchaufzeichnungen den Abend des 12ten Mai 1988 mit Cohen in Mike’s Place, einer verufenen Spelunke am Zion Square, verbracht hat, lässt den Schluß zu, dass auch hier der große Vordenker seine Hand im Spiel hatte.
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