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Trumpft der Datenschutz das Strafrecht im Internet?

Irgendein Schwein hat meine Kreditkartendaten gehackt und ist damit auf Einkaufstour gegangen. Keine Ahnung, wie er es geschafft hat, aber im Internet ist das schnell passiert. Ich muss ja immerhin an allen Ecken und Enden meine Nummer eingeben, selbst wenn ich gar nicht vor habe, etwas zu kaufen, beispielsweise in irgendwelchen obskuren Apps. Das ist das Risiko, mit dem man leben lernt im Zeitalter der Digitalisierung, und ich kann damit eigentlich ganz gut umgehen.

Jedenfalls war ich sofort hellhörig, als ich meine E-Mail von Mastercard bekam, in der es hieß, jemand habe mit meiner Karte bei einer Firma TicketSwap in den Niederlanden eine Transaktion veranlasst. Der Betrag, um den es ging, war zwar „€0,00“, aber auch das kennt man ja: Damit versuchen Gauner, aber auch legitime Online-Händler zu testen, on eine Karte überhaupt gültig ist. Im nächsten Schritt buchen sie dann ab. Wieviel, das sagt mir Mastercard aber leider nicht.

Egal, ich weiß ja, was ich tun muss: Sofort die Hotline-Nummer anrufen und die Karte sperren lassen. Ist zwar ein bisschen ärgerlich, denn bis die neue Karte bis zu uns in den Lungau gelangt dauert es ein paar Tage. Und dann muss ich bei allen Online-Händlern, mit denen ich regelmäßig Geschäfte mache, die Nummer abändern, also bei Amazon, eBay oder bei der Lufthansa. Und ein paar Tage lang kann ich online überhaupt nichts bestellen, es sei denn, ich gebe eine andere Karte an, zum Beispiel die von Amexco. Weiterlesen

Geld und Geltung – Twitter und Dummheit

Business as usual?
Grenzenloses Vertrauen?
Grenzenlose Dummheit?
Man weiß es nicht, man kann nur vermuten.

Ein Trend jedenfalls, der sich derzeit bei Twitter breit macht und vor allem von Amerikanern intensiv verfolgt wird, macht stutzig: Warum in Gottes Namen laden Menschen – noch dazu scharenweise – Fotos ihrer Kreditkarte erst auf Insagramm oder Pinterest hoch und stellen dann den Link bei Twitter online?
Wozu soll das gut sein?

Das Ganze ist nicht nachvollziehbar, noch weniger, weil es sich in den meisten Fällen um ganz popelige Kreditkarten handelt. Kein AmericanExpress Centurion kein Diners Club Gold, nichts, womit man wirklich oder richtig angeben kann. Oder doch?
Manche Karten sind ja soooo cool. Lustige Comicfigürchen, zähnefletschende Hunde, niedliche bunte Blümchen oder besonders angesagte Onlineanbieter. Andere mögen vielleicht so unendlich stolz sein, endlich auch eine Kreditkarte zu besitzen, dass sie meinen, es der Welt mitteilen zu müssen. So, wie man früher seine Zeugnisse kopiert und sie dem Opa mit der Post geschickt hat…

Besonders dumm ist, dass bei den meisten Fotos sowohl der Name des Karteninhabers, die Kartennummer als auch die Gültigkeitsdauer ablesbar sind. Das ist schon mehr als nur die halbe Miete, die man braucht, um damit im Netz einkaufen zu gehen. Es ist dann nur noch ein kurzer Schritt nur bis zum Kreditkartenbetrug.
Sind der Geltungsdrang und das Mitteilungsbedürfnis mancher Menschen mittlerweile dermaßen groß, dass sie ihren Verstand komplett ausschalten? Stehen nicht Tag für Tag Warnungen im Netz, dass Bankdaten, auch Daten von Kreditkarten, sensibel sind und man diese nicht einfach überall hinterlegen soll?
Und damit nicht genug: Eine Twitter-Seite  sammelt all diese Einträge, wenn man nur die richtigen Hashtags gesetzt hat per Retweet. Das ist dann mal eine beeindruckende Bündelung von Dummköpfen.
Schön, dass wenigstens einige Menschen, die über die Retweet-Nachricht informiert wurden, dass ihr Tweet weiter verbreitet wurde, reagiert und das Bild gelöscht oder durch ein anderes ersetzt haben. Klickt man die älteren Tweets, meldet der Rechner zumeist, dass er die Seite nicht gefunden hat. Späte Einsichten eher beschränkt intelligenter Menschen? Schlau ist das nicht. Mitnichten.
Schlau wäre es gewesen, seine Kreditkarte einfach da zu lassen, wo sie hingehört: Im Geldbeutel, Portemonaie, in der Brieftasche oder wo auch immer: Jedenfalls nicht als Foto weltweit ungeschützt einsehbar für jedermann – und das ganz ohne, dass man einen eigenen Twitteraccount besitzen müsste.

So lange aber viele Menschen so bescheuert (Entschuldigung für diese direkte Qualifizierung) sind, fragt man sich, wie oft am Tag sich Datenschützer von Banken und Behörden, Unternehmen und Online-Shops an den Kopf fassen oder selbigen gegen den Türrahmen donnern wollen vor lauter Verzweiflung. Da mühen sie sich ab, Onlinebanking einigermaßen sicher zu machen, aber der Verbraucher konterkariert alle Anstrengungen.
Ein Zitat von Albert Einstein beweist sich wieder einmal als allzu wahr: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Wie viel Erdnüsse können sich die Banken noch leisten?

peanuts

Eine ernste Bedrohung

Eines der bestgehütetsten Geheimnisse der Kreditkartenbranche wurde gestern Abend ganz nebenbei auf einer Informationsveranstaltung in München gelüftet. Monika Kummer, Abteilungsleiterin Risikomanagement bei der Bayern Card-Service GmbH (eine Tochter der Bayerischen Landesbank und der Bayerischen Sparkassen) bezifferte auf einem Infroabend für Journalisten den Schaden, den Kartenbetrüger Jahr für Jahr anrichten, auf zwischen 0,2 und 0,3 Prozent vom gesamten Kartenumsatz. Dieser betrug bei BCS 2009 rund 16 Milliarden Euro. Gauner haben also rund 32 Millionen Euro erbeutet – Peanuts., könnte man meinen, jedenfalls aus Sicht der Bankenwelt.

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