Schlagwort-Archive: Islam

Islamistisch? Katholistisch? Terror kennt keinen Glauben!

islamNein, ich bin kein Anhänger sklavischer political correctness. Ich kenne keine „Afrodeutschen“. Und der Streit um das Blog, der Blog oder die Blog lässt mich auch eher ungerührt. Aber vom „islamistischem Terrorismus“ will ich nichts mehr hören. Das war kein „islamistischer Terrorist“, der vor drei Tagen in Sousse 38 Menschen ermordete. Es war ein einfacher Mörder. Man darf Mörder und Terroristen nicht mit einem Hinweis auf den Islam „adeln“. Diese Menschen mögen unter Hinweis auf diverse Tötungsgebote gegenüber „Ungläubigen“ im Koran morden. Die Geschichte des Christentums kennt ebenfalls Massenmorde, Totschlag, Vernichtung von Andersglaubenden und auch noch das Ausradieren nichtchristlicher Kulturgüter.

Ägypten

Von Christen zerstörte Kulturgüter in Ägypten.

Man sehe sich nur die gesichtslosen ägyptischen Monumentalplastiken am Nil an. Das waren Täter, die glaubten in christilicher Mission zu handeln, wenn sie altägyptische Kunstwerke schändeten.

In Zeiten von Aufklärung und Globalisierung kann es keine Rechtfertigung für die Vernichtung von Menschenleben und Kulturgütern unter dem Banner eines Glaubens mehr geben.

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Der Terror von Paris

Je_suis_Charlie.svgAm 7.1.2015 wurden in Paris zwölf Menschen von schwerbewaffneten Attentätern erschossen. Die Karikaturisten von Charlie Hebdo, aber auch zum Beispiel Polizisten, von denen diese beschützt wurden. Das war ein schlimmer Terroranschlag, und die meisten waren traurig und entsetzt darüber. Weltweit riefen Menschen „Je suis Charlie“ oder änderten ihre Profilbilder in den sozialen Netzwerken. Oder sie zündeten einfach Kerzen an. Nach dem ersten Schock kam das Nachdenken und Meinungen waren zu hören. Viel Empathie war zu finden, viel ehrlich empfundenes Mitgefühl. In der Rhein-Zeitung stand  für mich einer der bemerkenswerten Kommentare zum Thema:

Das Grausamste am Grauen von Paris ist: Dieser Anschlag ist ein Fiasko für alle auf beiden Seiten, die guten Willens sind. Den Extremisten unter den Muslimen vermittelt es ein fatales Beispiel scheinbarer Stärke, den islamfeindlichen Strömungen in ganz Europa wird es Zulauf bescheren. Und alle in der Mitte, die sich menschlichen Werten statt fanatisch überinterpretierten Koranzeilen verpflichtet fühlen, geraten von beiden Seiten unter Druck.

Ich verstehe, was der Autor sagen will und ich teile seine Verzweiflung. Nirgendwo konnte ich allerdings lesen, dass es sich vor allem um einen terroristischen Anschlag gehandelt hat. Wer hier unbedingt den Islam ins Spiel bringt, vermischt Ursache und Wirkung. Terror und politischer Mord lassen sich nicht rechtfertigen, und selbst die Ursachenforschung stößt oft an ihre Grenzen. Das ist klar, denn eine Ursache, und sei sie noch so abwegig, wäre zumindest der Ansatz einer Rechtfertigung.

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Salomon und Charlie

charlie homepage

Freiheit, aber für wen?

Wie viele Tausend andere war meine erste Reaktion auf die Nachrichten vom Anschlag auf die Redaktionsräume von Charlie Hebdo und den Mord an, unter anderen, Journalistenkollegen wie Stephane Charbonnier („Charb“), Jean Cabut („Cavu“) und George Wolinski (Wolin“), auf Facebook zu gehen und mein Foto mit dem schwarzen Plakat „Je suis Charlie“ zu ersetzen. Alle, die das gemacht haben, und die Tausende, die ihr „Like“ darunter setzten, wollten das Gleiche: Sich mit denen solidarisieren, die für das Recht auf Ausdrucksfreiheit gestorben waren.

Ich hatte vorher noch nie etwas von Charlie Hebdo gehört. Mein Französisch reicht auch nicht aus, um die Texte zu lesen, die dort abgedruckt werden. Und als ich die Cartoons sah, auf denen gegen religiöse Engstirnigkeit protestiert werden sollte, war meine erste Reaktion: „Mein Gott, das hätte ein Sechstklässler zeichnen können.“

Über Geschmack lässt sich bekanntlich prima streiten, fast so gut wie über Religion. Als bekennender Atheist ist mein Verhältnis zu Menschen, die unter Ausschaltung des Verstands an übernatürliche Kräfte oder Wesen glauben, ein eher mitleidiges. Aber ich bekomme immer noch eine leichte Gänsehaut, wenn ich den Voltaire zugeschriebenen Satz höre oder lese: „Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafür einsetzen, dass du es sagen darfst.“ Weiterlesen

Heute ein Hodscha

Vor Jahr und Tag hat mir ein lieber Mensch von einer seiner vielen Reisen einen Hodscha-Hut mitgebracht. Ein Hodscha (kasachisch Қожа, türk. hoca, von neupers. ‏خواجه‎ / ḫwÄǧa) ist ganz allgemein ein Lehrer, speziell ein islamischer Religionsgelehrter, z. B. ein Religionslehrer osmanischer Prinzen. So steht es auf Wikipedia

Die Kopfbedeckung sei ein Ausdruck für einen Gelehrten, einen Gebildeten, einen klugen Kopf. Ich nahm das Geschenk dankbar und geehrt an. Dann irgendwann verschwand der Hut in einer Schachtel im Schrank. Seit unserem Umzug steht er auf einem Kleinmöbel im Schlafzimmer. Natürlich ungenutzt, denn ich bin kein Hodscha, nicht mal Muslim.

hodscha

Nachdenklich habe ich ihn jetzt in die Hand genommen. Nachdenklich, weil ich vor kurzem ein unter Bloggern kursierenden Aufruf gelesen habe. Die Verfasserin Sherry fordert Deutschlands Blogger auf, ein deutliches Zeichen gegen Ausländerhass zu setzen: „Ja, ihr habt das Recht, eure Blogs und Medien frei von Schmutz zu halten, euch nicht mit allzu negativen Dingen in jedem Raum eures Lebens zu belasten. Aber ihr habt ein weitaus mächtigeres Mittel in der Hand, als ihr denkt: Ihr könnt anderen vermitteln, was das Richtige ist, ihr steckt die bereits vorhandenen ähnlichen Gedanken an, ihr zündet sie quasi an wie Fackeln, die in ihrer Mehrzahl mehr Licht spenden als allein und ungeäußert.“

Und ich lese in einem anderen Blog: Für tagespolitische Themen taugt mein Blog nicht; das können andere bedeutend besser als ich. Dennoch folge ich dem Appell  von Bloggerin Sherry. Sie hat recht — wenn ich schweige, setze ich dem Wahnsinn nichts entgegen.

Wie gern hätte ich gesagt: Meine Blogs eigenen sich auch nicht. Es geht in dem einen um Satire, um Spitzen, um die absurden Momente des Alltags. In dem anderen geht es um’s Schwimmen. Aber das wäre zu billig. Allenfalls hier im Czyslansky-Blog, an dem ich mitbeteiligt bin, könnte ich meine Meinung zum Thema äußern. Und genau das werde ich tun.

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So sehen Bestseller aus!

Wie sich die Bücher gleichen…

„Deutschland schafft an, müste der Titel von Thilo Sarrazins neuem Buch eigentlich lauten. Das Ding geht jedenfalls schneller weg als warme Semmeln. Wie eine dpa-Umfrage ergab, war das Buch bereits am Freitag bei vielen Buchhändlern vergriffen. DVA erklärte, das bereits 70.000 Bücher ausgeliefert wurden und am Montag bereits die vierte Auflage mit weiteren 80.000 Exemplaren folgen soll. Auch die fünfte und sechste Tranche sei schon in Auftrag gegeben, so eine Sprecherin der Deutschen Verlags-Anstalt in München. Die Gesamtauflage werde bei 250 000 Exemplaren liegen, denn das Buch sei ein grosser Verkaufsschlager.

Auf der Bestsellerliste von Amazon ist das Buch längst auf dem ersten Platz zu finden, gefolgt von dem Werk „Das Ende der Geduld“ von der verstorbenen Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig. Auch in meinem eigenen Online-Buchladen, wo das Werk von Sarrazin neben Schirrmachers Pestseller unter der Rubrik „schlechte Bücher – die man aber trotzdem gelesen haben muss, um mitreden zu können“ feilgehalten wird, liegt der Noch-Bundesbanker deutlich vorn: 2 Besucher meiner Website haben dort in dieser Woche den roten Einband bestellt, nur einer griff zu grün. Im Übrigen entschuldige ich mich jetzt schon, wenn es noch ein bißchen dauert: Laut dpa liegt die Wartezeit für die Auslieferung bei bis zu drei Wochen.

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