Schlagwort-Archive: Internet

Stell dir vor, alle machen Social Media Marketing und keiner weiß, wie’s geht!

Leider ist diese Überschrift so gar nicht übertrieben. Folgt man der „Marktforschungsstudie zur Nutzung Alternativer Werbeformen im Internet“ von webguerillas und GFK, dann muss man zur Einschätzung gelangen, dass Social Media Marketing zwar einen beispiellosen Boom erlebt, die strategische Kompetenz der Unternehmen, die sich auf diesem Gebiet tummeln, aber fürchterlich ist.

Hinter PR, Online-PR und klassischer Print-Werbung hat sich das Marketing über Blog und Facebook bereits den vierten Platz im Marketing-Mix erobert:

Aber gerade einmal 40 Prozent derjenigen Unternehmen, die Social Media Marketing betreiben, verfügen auch über eine Social-Media-Strategie.

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Digitale Steinzeit?

Endlich wurde Recht und Gesetz zum Durchbruch verholfen. Schon lange waren sie uns ein Dorn im Auge, die fies-gelbroten Packstationen der DHL Worldnet, vulgo Post. Dort wurden zwar auch regulär Päckchen abgegeben, aber schon lange war klar, daß dieser Dienst sehr gerne von Betrügern genutzt wurde, die dort mit gestohlenen Identitäten ihren krummen Machenschaften nachgehen konnten. Unerträglich die Tatsache, daß sich die Post an solchen Leuten bereichert.

Da die Post diesen Missbrauch nicht wirkungsvoll verhindern konnte, wurde ihr nun das Handwerk gelegt. Es half nichts, daß die Post beteuerte, daß ihre Dienste von vielen Menschen völlig legal genutzt würden und daß diese Menschen Packstationen äußerst praktisch fänden. Das Hanseatische Oberlandesgericht hat geurteilt, daß es nicht genüge, wenn man bei Bekanntwerden einzelner Vorfälle jeweils einschreite, nein, die Packstationen müssen selbst aktiv werden und alle Pakete aufmachen und reinschauen. Sollte es sich um illegale Machenschaften handeln, müsste die Post die Pakete von sich aus vernichten. Tun sie dies nicht, haften sie.

Nanu? Klingt ja reichlich abstrus! Ist es auch, Weiterlesen

Stirb langsam

Source: https://pod.geraspora.de/uploads/images/scaled_full_7... on TwitpicKönnen Sie sich noch an „Die hard“ (Stirb langsam) erinnern? Sicher doch, das waren diese grandiosen und extrem spannenden Filme mit Bruce Willis. Yippie-ya-yeah, Schweinebacke. Im dritten Film (Stirb langsam – jetzt erst recht) kommt John McLane in eine äußerst unangenehme Situation. Nein, nicht der Umgang mit Bomben in allen Größen, das kommt ja dauernd, nein, ich meine wirklich unangenehm: Er muss sich mit  einem Schild „I hate niggers“ ausgerechnet in Harlem hinstellen.

Um herauszufinden, wie man sich da genau fühlen könnte, hat ein gewisser Ansgar Heveling die Probe aufs Exempel gemacht: Weiterlesen

Wie Vannevar Bush im Sommer 1945 das Internet träumte

Vannevar Bush

Vannevar Bush, der schon im Jahr 1945 den PC, das Internet, Wiki, den Kindle und das ganze Zeug geträumt hat

Vor kurzem fiel mir die Kopie eines Aufsatzes von Bill Gates und Nathan Myhrvold in die Hände, den ich im Winter 1988/89 für die Zeitschrift “Spektrum der Wissenschaft” übersetzte und der dort in der März-Ausgabe 1989 unter dem Titel “Software für den Personalcomputer” erschienen ist. Beide Autoren entwarfen in diesem Beitrag das Modell des Hypertextes, das in den 90iger Jahren wesentlich für die Verfasstheit des Internet werden sollte. Und beide Autoren verweisen auf den eigentlichen Begründer dieses Konzeptes, einen amerikanischen Ingenieur namens Vannevar Bush. Dieser hatte im Sommer 1945 in der Zeitschrift “Life” seine Idee von einer persönlichen Rechenmaschine namens Memex vorgestellt. Der ganze Artikel ist hier dokumentiert. Im Folgenden habe ich einige Stellen zusammengestellt, die zeigen, dass Bush – nicht zufällig ein Zeit- und Geistesgenosse unseres großen Czyslansky – vor mehr als 60 Jahren schon recht genau beschreiben hat, was wir heute als Internet-Gesellschaft bezeichnen. Ich bediene mich dabei der Übersetzung von Regina Winter von der Universität Paderborn:

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Umfrage: Was hat das Internet mit Dir gemacht?

Frank Schirrmacher, der Herausgeber der F.A.Z., hat mich gebeten in einem kleinen Beitrag für die F.A.Z. einmal zusammenzufassen, was das Internet mit mir gemacht hat:

Bin ich auf Grund des Web besser informiert oder überfordert? Sind meine zwischenmenschlichen Kontakte intensiver oder oberflächlicher? Bin ich kreativer oder komm ich gar nicht mehr zum Schreiben? Haben sich Alltag oder Job verändert? Meine Denke? Vinyl oder MP3? Alte Freunde wieder getroffen? Unter Nervensägen gelitten? Ideen und Dissertationen erfolgreich geklaut? Spaß oder Frust?

Mein Artikel nähert sich der Finalisierung. Dabei habe ich bestimmt wieder ein paar Themen übersehen. Deshalb bitte ich Euch um Hilfe: was haben Internet und Social Media mit EUCH gemacht? Ich bin für jede Antwort, für jeden Kommentar auf diesen Eintrag hier dankbar.
Was hat das Internet mit Dir gemacht? Sag’s mir! Knackig und kurz! In maximal 130 Wörtern! Als Kommentar auf dieses Posting. Danke für Eure Hilfe.

Horst Köhler wird Ehren-Czyslansky?

stoppschild

Wer hätte das gedacht? Bundeshorst weigert sich das Internetsperre-Gesetz zu unterzeichnen, jenen Nachkommen von Zensursula, der nicht nur hier auf Czyslansky schon zu heftigen Diskussionen und Protesten geführt hat. Laut Spiegel hat der Präse die Regierung um „ergänzende Informationen“ zum „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ gebeten. Aber warum weigert er sich? Weil er rechtsstaatliche Bedenken hat?

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40 Jahre Internet – (k)ein Grund zum Feiern?

Hat das Internet heute Geburtstag oder nicht? Die Blogosphere ist heute voll von Posts zum Thema „40 Jahre Internet“.  Am 29. Oktober 1969 vernetzten US-Forscher erstmals zwei Computer per Fernverbindung über Modem und Telefonstandleitung. Damit war das Apranet geboren – „der direkte Vorläufer des Internet, wie silicon.de vermeldete. Nun ich möchte ja niemandem das Fest verderben, aber so richtig nach Feiern ist mir irgendwie auch nicht zumute. Erstens gab es vorher schon Verbindungen zwischen Computern. Lawrence G. Roberts und Thomas Merrill haben bereits 1965 den legendären TX-2 am MIT in Boston per Telefonleitung mit dem Q-32 am UCLA in Kalifornien verbunden (siehe ISOCs „History of the Internet“.

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Von den anderen lernen

wikileaksWie schön wäre es, das Thema ad acta legen zu können, aber es läßt uns nicht los. Die Familienministerin ist noch nicht fertig. „Wenn die Internetseitensperrung im Ausland funktioniert, wieso funktioniert sie nicht bei uns?“ – so war sie mehrfach zu vernehmen. Fundamentalopposition ist nicht konstruktiv. Wenn ich verlange, dass sich die Politiker mit den Argumenten derer auseinandersetzen, die sich auskennen, sollte ich mir die Argumente der Gegenseite ernsthaft anhören.

Nichts spricht dagegen, von den Erfahrungen im Ausland zu profitieren. Aber wer sagt denn, dass die Sperrung im Ausland das tut, was sie soll?

Beginnen wir in Finnland. Weiterlesen

Ich denke, also surfe ich

Das jüngste Opfer des Internet könnte das alte angelsächsische Rechtssystem werden. Und schuld ist unter anderen Twitter, der Blackberry und vor allem Google.

Vergangene Woche platzte in Florida ein großer Drogenprozess, weil ein Geschworener zugegeben hatte, Einzelheiten zu dem Fall im Internet recherchiert zu haben. Als der Bundesrichter, William J. Zloch, nachbohrte, stellte sich heraus, dass acht weitere Juroren ebenfalls die Beweislage online überprüft hatten. Da aber seit 1000 Jahren ehernes Gesetz ist, dass die Juroren nichts außer den ihnen im Gerichtssaal präsentierten Fakten und Beweisanträgen bei ihrer Urteilsbildung heranziehen dürfen, blieb Richter Zloch nichts anderes übrig, als die Geschworenen nach Hause zu schicken und einen neuen Prozesstermin anzuberaumen.

Wie John Schwartz von den New York Times berichtet, ist das beileibe kein Einzelfall. Weiterlesen