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Mythos #8: Alles, was von Komponisten geschaffen wird, muss geschützt werden

Der Begriff „Komponist“ ist sehr weit gespannt. Wovon leben klassische Komponisten? Urheberrecht hin oder her, die können von der Musik ohnehin nur leben, indem sie wohlbestallte Professoren an Musikhochschulen sind oder Virtuosen oder beides. Dann gibt es die modernen Komponisten, die man auch nicht direkt der Pop- oder Rockmusik zuordnen würde. Manche sind nur Spezialisten bekannt, dabei kennt jeder ihre Melodien. John Barry zum Beispiel, der am 30. Januar 2011 gestorben ist. Von ihm stammt das Thema zu „James Bond“, aber nicht nur das: Mehr als die Hälfte, nämlich zwölf der ersten 22 Bond-Filme nennen ihn bei den Komponisten der jeweiligen Titelmelodie. „A ViewTo A Kill“ zum Beispiel, gespielt von Duran Duran. „The Living Daylights“, aufgeführt von a-Ha. Ähnlich erfolgreich und vielleicht noch bekannter sind Filmkomponisten wie Ennio Morricone („Once Upon a Time in the West“ (Spiel mir das Lied vom Tod), „Once Upon A Time In America“), Vangelis Papathanassiou (Bladerunner, 1492 –  Conquest of Paradise), Henry Mancini (Breakfast at Tiffany’s, The Pink Panther), Harald Faltermayer (Beverley Hills Cop, Feuer und Eis), die Liste ist nicht vollständig. Alle hatten auch schon mal ein Stück, das es in die Charts geschafft hat, aber das beschreibt die Kraft ihrer Werke nur unvollständig – ein Großteil der Klassiker der letzten hundert Jahre stammt aus ihrer Feder, wobei das Werk meist bekannter ist als der Schöpfer.

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Die Piraten sind auch nicht mehr das, was sie mal waren

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Wann ist ein Pirat noch ein Pirat, und wann wird er zur Witzfigur? Johnny Depp scheint sich als Karibik-Pirat irgendwie an der Haarlinie zwischen beiden entlangzuhangeln. Der als Päderast verdächtigte SPD-Abgeordnete Jürg Tauss ist zur Piratenpartei gewechselt, was das Bild eines bürgerlichen Brillenträgers mit Augenbinde vor dem geistigen Auge entstehen lässt. Und nun will der Schwede Hans Panedya die quintessentielle Outlaw-Website „The Pirate Bay“ salonfähig machen. Er will den Download-Service für 60 Millionen Schwedenkronen kaufen und als legalen Service weiter betreiben. Störtebecker rotiert sicher schon im Grabe (oder wurde er auf See bestattet? Keine Ahnung…).

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