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Ausgetrickst – Ihr Luschen

Ein Misanthrop ist ein Misanthrop ist ein Misanthrop.
Also einer, der die Menschen hasst, zumindest aber ihre Nähe ablehnt. Und er tut gut daran. Denn Menschen sind bisweilen kolossal anstrengend. So sehr, dass man sich gern in ein Schneckenhaus zurückzieht, um seine Ruhe zu haben. Das hat nicht unbedingt was mit Soziophobien zu tun, das Ergebnis ist aber ähnlich. Während die einen den Wunsch verspüren, einfach nur in Ruhe gelassen zu werden, fühlen sich die anderen von ihren Mitmenschen eher überfordert. Und halten sich fern.
Das geht aber nicht, wenn man ein intensives Leben in den sozialen Netzwerken betreibt.
Nun ist das mit Twitter eine entspannte Sache – kaum einer kennt einen und weiß, wer wirklich hinter dem Account steckt. Bei Facebook ist das anders, da steht man mit seinem guten Namen da. Facebook wird ja nicht müde, Accounts zu jagen, die unter Pseudonym geführt werden, und die Betreiber zu zwingen, ihre Klarnamen zu verwenden. Selbigen müssen sie, einmal von Facebook aufgespürt, sogar mit einem amtlichen Dokument nachweisen, wollen sie nicht, das Mark Zuckerberg den Account persönlich still legen lässt.
Aber darum geht es eigentlich gar nicht…

Worum dann?
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40 Zündkerzen für 40 Jahre Zündfunk

Zündfunktorte

40 Zündkerzen für den Zündfunk sind für den Audio-Freund natürlich Audioröhren

Heute feiert der Zündfunk – ein wenig verspätet – offiziell seinen vierzigsten Geburtstag. 40 Jahre Zündfunk – das war der „Blaue Bock“ meiner Generation, eine manchmal krude und stets innovative Mischung aus gehobener Rockmusik und Pop, aus Politik und Wahnsinn. Mit dieser Jugendsendung des Bayerischen Rundfunks bin ich nicht sehr groß, aber in Würde alt geworden. Überhaupt dürfte der Hörerkreis des Zündfunks sich heute aus einer wilden intergenerationellen Mischung aus Zwanzig- bis Mittefünzigjährigen zusammensetzen.

Mein Rückblick – nein, mein Rückhör auf 40 Jahre Zündfunk!

Da ich meine Jugend in der westlichen Provinz Mittelfrankens  vergeudet habe, bin ich unter dem Kuratel eines schwäbischen Störsenders aufgewachsen. So verfolgte ich ab 1974 zwar immer wieder auch den Zündfunk, mein Stammsender aber war Mitte der Siebziger Point, das 1975 etablierte Jugend-, Pop- und Rockmagazin des Stuttgarter SDR. Der Zündfunk als bayerische Alternative hat sich aber schon bald durchgesetzt, war er doch frecher, kritischer und in den ersten Jahren auch deutlich politischer.

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Happy Burzzeltag – Du blaues F

Was ist nicht alles über Facebook geschrieben worden…

fb_icon_325x325Von Datenschützern und Kulturpessimisten, von Weltverschwörungstheoretikern und Politagitateuren, von Zukunfstforschern, Internetexperten, von Bloggern und Diktatoren. Die Liste der Vorwürfe, die der sozialen Plattform mit dem großen, blauen F entgegen gehalten wird, ist ellenlang: Verdummung, Datensammelwut, Konzentratiosnschwäche, Bildungsverweigerung, eskalierende Parties, Volksaufwiegelung…
Sie kennen das. Mühselig, das Ganze zu wiederholen.
Und doch gilt: Nichts, was sich im Netz entwickelt hat, ist umkehrbar. Darauf haben Ossi Urchs und Tim Cole in ihrem bemerkenswerten Buch über Digitale Aufklärung zurecht hingewiesen. Da können die Unken unken, so viel wie sie wollen. Das Rad der Geschichte dreht sich nur in eine Richtung: Vorwärts. Das Rad der Evolution auch. Das gilt in der Biologie wie in der digitalen Entwicklungsgeschichte.

Facebook ist, was es ist. Und es bleibt. Da wird auch die Auslassung der Welt in ihrer Online-Ausgabe nichts daran ändern. Die sieht nämlich den Stern von Facebook schon längst im Niedergang: Wie wäre es mit einem Kaffeekränzchen bei Tante Hildegard in Recklinghausen? Klingt doch gemütlich, oder? Das Thema Facebook ist nach zehn Jahren ungefähr ähnlich aufregend. Es taugt nicht einmal mehr als Party-Small-Talk. Das ist die eigentliche Sensation.

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Happy Birthday – happy Handy, du hemmungsloses Stück

Als am 3. April 1973 Michael Cooper, damals Motorola-Ingenieur bei AT&T anrief, war der Sensation perfekt. Cooper nämlich rief von unterwegs an…

Ein Kilo wog das erste Mobiltelefon, mit dem heute vor 40 Jahren eine Revolution in der Kommunikation eingeläutet wurde.  Cooper stand auf der Sixth Avenue in New York und hätte gut 20 Minuten sprechen können, dann wäre der Akku des Motorola Dynatac leer gewesen.   Doch so lange dauerte das Gespräch mit Joel Engel, dem Technikchef bei AT&T gar nicht. Es ging ja damals nicht darum, Informationen auszutauschen oder ein wenig zu plaudern. Es ging darum, der Welt zu beweisen: Es geht.

Briefmarke der Deutschen Bundespost von 1977, zum 100sten Geburtstag des Telefons nach einem Entwurf von Elisabeth von Janota-Bzowski.

Und es ging. Eine Mobilfunkstation auf dem Dach eines Hochhauses in der Nähe leitete das Gespräch in das Festnetz. Cooper und Engel konnten sich hören und miteinander reden. Und das war’s dann auch.

Damals. Erst zehn Jahre später gab die Federal Communiction Commisison das erste Netz für die Nutzung von mobilen Telefonen frei.  Das ist übrigens die gleiche Behörde, die verantwortlich ist für die Verhängung von Strafen für das Senden als obszön eingestufter Wörter wie Fuck, Motherfucker, Shit, Piss, Cunt, Cuntsucker, Tits im amerikanischen Radio.

Aus den Anfängen: Motorola International 1000 von 1992. Foto: Vodofone Pressearchiv.

40 Jahre später ist das Handy aus dem Alltagsleben nicht mehr wegzudenken. Und es ist längst kein „Knochen“ mehr, den man kaum mit sich herumschleppen konnte.

Aber wem erzählen wir das….

Moment. Handy klingelt.

Ich hätte gern weitergeschrieben, aber ich muss erst mal rangehen.

Verdammt, wo hab ich es denn.

Ups, das falsche. Wo ist das andere…

 

Glückwünsche an eine Lichtgestalt …

An dieser Stelle möchte ich heute einem guten Freund zum Geburtstag gratulieren: Tim Cole, Internet-Publizist seit Jahrzehnten (wer kann das sonst schon noch von sich behaupten) und guter Freund Czyslanskys seit Jahren.

Wir wollen nicht verraten, wie alt er ist; nur so viel: wer in den 70iger Jahren schon bei den Stuttgarter Nachrichten, auto-motor-sport und audio in Brot und Butter stand, wer in den achtziger Jahren die Feder als „Freier“ in Playboy und Wirtschaftswoche schwang, in den Neunzigern dann den Internet-Report gründete und den net-investor führte, der könnte als gebürtiger Amerikaner mit schwäbischer Zunge Lincoln vielleicht noch kennengelernt haben. Und wenn nicht Lincoln, dann zumindest den ehrenwerten Czyslansky. Nur als Aprilscherz ist er ein weniges zu spät auf diese Welt gekommen.

Tim Cole, die Lichtgestalt

Wie kann man einem guten Freund besser gratulieren, als mit einem Erinnerungsbild, das ihn so zeigt, wie er uns allen ans Herz gewuchert ist: als Lichtgestalt, als Gral aller kritischen Internetpublizistik, kurz: als Tim!
Die Aufnahme stammt aus seiner Herz-OP im vergangenen Jahr, bei der ich twitternd anwesend sein durfte.

Alles Gute dem Freunde Czyslanskys zum heutigen Geburtstag 😉

„Just setting up my Twtr.“ – Twitter ist heute sieben Jahre alt!

 

Am 21. März 2006 tippte Twitter-Co-Gründer Jack Dorsey den Satz „Just setting up my Twtr.“ in die Maschine und damit war der erste Tweet in der Welt. Eine schöne Geschichte zu Twitter haben Ole ReißmannKonrad Lischka und Christian Stöcker schon vor zwei Jahren in SPIEGEL ONLINE zusammengetragen. Das braucht man nicht zu wiederholen. Aber man kann es gut wiederlesen: zum Artikel!

Ich bin seit Mai 2009 dabei (https://twitter.com/michaelkausch): in der Regel mit Hinweisen zu aktuellen Studien und Artikeln, die ich für wichtig halte und die also Themen betreffen, die für mich relevant sind: das reicht dann von der PR über Social Media Marketing bis zu Kultur und Politik.

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Happy Birthday SMS

„Merry Christmas“ – falls Sie mal bei Günther Jauch gefragt werden sollten – war der Text der allerersten SMS, die heute vor 20 Jahren verschickt wurde. Am 03. Dezember 1992 übermittelte der Ingenieur Neil Papworth von einem PC aus die erste Kurzmitteilung in das britische Vodafone-Netz: An einen Vodafone-Mitarbeiter, der sich auf einer Weihnachts befand.
Der Durchbruch der Erfindung von Friedhelm Hillebrand, die bereits aus den 80er Jahren stammte, ließ dann aber noch mal ein paar Jahre auf sich warten. Aber er kam, und dann mit Macht.
Die Bitkomm schätzt, dass 2012 in Deutschland 58 Milliarden SMS abgesetzt werden. Damit wäre – allen Unkenrufen zum Trotz – die Tendenz nach wie vor steigend. Zwar haben What’sApp und ähnliche Dienste die Kommunikation der Nutzer mobiler Endgeräte wieder auf einen anderen Standard gebracht, doch sind SMS-Benachrichtigungen mittlerweile ein probates Tool auch in der Business-Welt: Flugdatenverschiebungen, Buchungsbestätigungen, Tickets, Gutscheine – vieles wird den Nutzern per SMS auf’s Handy gespielt.
Man kann mit ihnen Alarmanalgen und Garagentore steuern, in Vorarlberg Busfahrern mitteilen, dass er an einer Bedarfshaltestellen anhalten soll oder in Dörentrup in Nordrhein-Westfalen vorübergehend die Straßenbeleuchtung einschalten.
Und dann gibt es ja noch die Generation, die es schafft, mehrere hundert SMS am Tag abzuetzen und dafür eine eigene Sprache bzw. ein Abkürzungsjargon entwickelt hat. Denn in 160 Zeilen passt sonst vielleicht nicht alles.
HGW – SMS. Hdgdl <3

Achtung Fettnapf: „Happy Burzzeltag“!

Haben Sie heute Geburtstag?
Nein?
Wusste ich. Facebook, Xing und Co haben mich informiert: Heute gibt es niemanden zu beglückwünschen…

Herzlichen Glückwunsch, Ihr Lieben. Gut, dass Ihr das alles nicht mit ansehen müsst...

Gibt es etwas Feineres als die Geburtstagserinnerungen von Facebook, Xing & Co.? Sie sind so hilfreich, dass ich gar keinen Geburtstagskalender mehr führe. Dumm ist allerdings, wenn reale Freunde, Verwandte, Kollegen nicht in Facebook & Co unterwegs sind. Pech für sie und peinlich für mich, da ich ihre Geburtstage todsicher vergesse.
Diese Minderheit außer acht lassend, werde ich fast täglich damit konfrontiert, dass irgendwer in meinen Kontaktlisten Geburtstag hat. Und schon sind wir mitten im Thema. Wie soll man auf diese Geburtstagsbenachrichtigung angemessen reagieren?

Am einfachsten ist es, dem Geburtstagskind einfach die Wünsche auf die Pinwand zu posten. Und genau das machen alle.

Aber mal ehrlich: Gibt es eine bessere Möglichkeit, seinem Mitmenschen mitzuteilen, dass er einem eigentlich völlig wurscht ist?
Der Subkontext eines solchen Pinwandeintrags ist: Du bedeutest mir nichts. Ich weiß nicht, wann du Geburtstag hast. Ich gratuliere Dir auch nicht persönlich sondern unverbindlich Deinem Online-Profil.
Folglich sind die Glückwünsche schablonenhaft und nichtssagend, schon bemerkt?
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NEU: Die Trigger-Praline aus der Schweiz – Süsses Schokoladen-Marketing mit Say Chocolate

Kennen Sie Trigger Mails? Nein? Doch natürlich! Trigger Mails haben Sie auch schon erhalten. Zum Beispiel zum Geburtstag. Trigger Mails sind die freundlichen E-Mails, die Ihnen nette Menschen zusenden, die etwas von Ihnen wollen: Ihr Geld!

Trigger Mails werden automatisch ausgelöst. Deswegen heißen sie ja auch so. Der “Trigger”, der “Auslöser”, kann alles möglich sein: gerne der Geburtstag, aber auch ein Jubiläum (“Herzlichen Glückwunsch! Sie sind heute genau drei Jahre unser Kunde!”) oder ein “Negativ-Jubiläum” (“Herr Kausch, wir vermissen Sie! Seit drei Tagen haben Sie schon keinen Whisky mehr bei uns bestellt …”).

Der für viele wichtigste Trigger steht einmal im Jahr an und zur Zeit unmittelbar bevor: Weihnachten! Wer jetzt noch keine Weihnachtsaktion entwickelt hat, dem fällt auch für dieses Jahr keine mehr ein.

weihnachten

Bald rauschen wieder die weihnachtlichen Grüße meiner Wein-, Whisky- und Zigarrenlieferanten ins Eingangskörbchen, dass es eine Wonne ist, den Delete-Knopf zu finden. Trotzdem funktionieren weihnachtliche Trigger Mails natürlich vorzüglich. Denn mit dem Mail wird gerne ein Geschenk verbunden, vor allem ein Rabatt für die nächste Bestellung.

Schlaue E-Mail-Marketing-Tools können solche Trigger Mails komplett automatisch generieren. Im hochwertigen Service-Geschäft – also bei vibrio – funktionieren Mailings aber eigentlich überhaupt nicht. Hier geht es um Beziehungsmanagement, um Empfehlungsmarketing, um direkte persönliche Kontakte, um kleine wirkliche Präsente – freilich immer unter Berücksichtigung der steuerlichen Freibetragsgrenze und der aktuellen Corporate Governance ;-).

Für unsereinen gibt es jetzt endlich die passende Trigger-Praline!

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20 Jahre Adobe Photoshop: ein Klassiker hat heute Geburtstag

photoshop 

Photoshop wird 20: Herzlichen Glückwunsch!

Photoshop ist seit eh und je – nein: seit 1990 – die Standardsoftware für die Bildbearbeitung am Computer. Für mich als leidenschaftlich dilettierenden Photographen, -sammler und -gucker ist PS seit Jahren ein wichtiges Werkzeug, ein Verbündeter und oftmals ein vertrackter „Enemy Mine“. In gewisser Weise war Photoshop für mich auch die Brücke von der geliebten Leica M6 zur digitalen M8, von der analogen zur digitalen Photographie, ein Culture Clash, vor dem ich mich lange Zeit drückte.

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